International Space University
Das "Space Studies Programme (SSP)" dieser im Jahr 1988 ins Leben gerufenen Institution ermöglichen es Studentinnen und Studenten höherer Semester sowie HochschulabsolventenInnen, eine neunwöchige Weltraum-Hochschulausbildung während der Sommermonate zu absolvieren.
Die Auswahlkriterien sind streng, vorzugsweise ein abgeschlossenes Studium, sehr gute Beherrschung der englischen Sprache, das Ausfüllen umfangreicher Formulare sowie die Befürwortung der Bewerbung sind Voraussetzungen. Die Teilnahmegebühr für die Sommerkurse beträgt 17.500 Euro und beinhaltet Kursmaterial sowie Unterkunft. Reisespesen sind darin nicht enthalten.
Jeweils 2-3 österreichische TeilnehmerInnen pro Jahr können über ein Stipendium der European Space Agency (ESA) bzw. der FFG finanziell unterstützt werden.
Das Programm der ISU-Ausbildung beinhaltet eine Fülle von Fachrichtungen:
- Space Humanities (Weltraum-Humanistik) setzt sich nicht so sehr mit dem Wie menschlicher Weltraumambitionen und -aufenthalte auseinander, sondern mit dem Warum als primärer Frage. Soll die Umwelt an den Menschen, oder aber der Mensch an eine neue Umwelt angepasst werden?
- Die Fachrichtung/Fakultät Space Architecture (Weltraumarchitek¬tur) befasst sich mit Planung, Konstruktion und Innenausstattung von Menschen bei Weltraummissionen benützter Strukturen bis hin zu Raumstationen. Modernste Methoden werden in die Projektarbeit der Studenten einbezogen.
- Bei Space Business and Management geht es um die Finanzierung und die Koordinierung großer, multinationaler Weltraumprojekte. Die Studenten lernen dies anhand konkreter, realer Beispiele und evaluieren bestehende sowie potentielle, künftige Märkte für die Kommerzialisierung und Industrialisierung der Weltraumnutzung.
- Beim Space Engineering (Weltraum-Ingenieurwissenschaften) stehen etwa Thermo-Aerodynamik, Antriebe, Flugbahnregelung, Kontrollsysteme und Systemauslegung generell auf dem Curriculum - die Präsentation erfolgt mittels konkreter Beispiele.
- Space Life Sciences (Biowissenschaften/Weltraummedizin) behandeln physiologische Veränderungen und deren potentiell gefährliche Folgen ebenso wie Gegenmaßnahmen. Lebenserhaltungssysteme, menschliche Aktivitäten außerhalb der Raumschiffe (EVAs – "extra vehicular activities"), psycho-soziale Aspekte und die spezifischen Charakteristika der Weltraumumgebung sowie das Problem der radioaktiven Strahlenbelastung für Astronauten bei Langzeit¬missionen in großen Entfernungen, wie bei einer bemannten Marsmission werden erörtert.
- Space Policy and Law (Weltraumrecht): Hier wird die Möglichkeit der Integ¬ration nationaler Gesetze und Weltraumprogramme sowie privater Weltraum¬projekte in einen kooperativen, internationalen Rahmen untersucht und Rechtsfragen künftiger, internationaler Zusammenarbeit sowie bereits geltende Weltraumabkommen behandelt.
- Die Fachrichtung Space Resources and Manufacturing (Weltraum¬ressourcen und Fertigungsmethoden unter Schwerelosigkeit) behandelt die vorhandenen Kapazitäten der Ortung, Sammlung und Nutzung nicht-terrestri¬scher Ressourcen zum Bau von Weltraumstrukturen oder für die Energiever¬sorgung im All. Außerdem geht es um Materialwissenschaften und Fertigungs¬technologien unter Mikrogravitation sowie die Nutzung von Solar¬energie aus dem Weltraum auf der Erde.
- Satellite Applications (Satellitenanwendungen) macht die Studierenden mit bestehenden Technologien insbesondere auch der Kommunikations¬satelliten vertraut und erörtert das Spektrum künftiger Möglichkeiten in der weiteren Erforschung des Alls und in der Fernerkundung.
Space Physical Sciences (Weltraumphysik) vermittelt den StudentInnen die Grundlagen für den Bau von Weltrauexperimenten. Das breite, inhaltliche Spektrum umfasst neben Astro-, Planeten- und Plasmaphysik auch die Evolution des Universums sowie die Frage nach eventuellem, außerirdischem Leben.
Weitere postgraduelle Ausbildungsmöglichkeiten:
- Master of Science in Space Studies (MSS)
- Master of Science in Space Management (MSM)
- Executive Space MBA