Überblick: Humanressourcen in Forschung und Entwicklung
Herausforderung Bildung und Innovation
Studien weisen darauf hin, dass in Österreichs Bildungssystem Verbesserungspotenzial besteht. Die Übersetzung vom Bildungs- ins Innovationssystem gelingt nur unzureichend. Vor allem ein mangelndes Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, eine geringe Frauenpartizipation in der Forschung, der 'Braindrain' ins Ausland und ein mangelndes Bewusstsein in der Öffentlichkeit für Forschung und Entwicklung (F&E) hemmen die Weiterentwicklung des Innovationssystems. Ein Mangel an wissenschaftlichen Karriereoptionen und die geringe Mobilität zwischen „akademischer“ Forschung und Wirtschaft stellen weitere Probleme dar.
Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend steuern dagegen: mit einem umfangreichen Angebot an Förderungen und Services, das von der FFG abgewickelt wird.
Forscher und Forscherinnen in Österreich
Der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften in Forschung und Entwicklung ist in Österreich stark im Steigen. Die Anzahl der Beschäftigten in diesem Bereich hat sich von 1993 bis 2007 mehr als verdoppelt: Von rund 24.500 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) auf über 53.000. Davon sind rund 37.000 im Unternehmenssektor und rund 13.600 im Hochschulsektor tätig. Umgerechnet auf Beschäftigte waren im Jahr 2007 insgesamt knapp 90.000 Personen in Forschung und Entwicklung in Österreich tätig.
Frauen in der Forschung
Im gesamten Hochschulsektor und im Bereich der außeruniversitären Forschung sinkt der Frauenanteil nach dem Doktorat markant ab. Die industrielle Forschung weist den niedrigsten Frauenanteil innerhalb Europas auf.
Der Anteil von Frauen am wissenschaftlichen Personal im gesamten Bereich Forschung und Entwicklung beträgt 21 Prozent (1998 lag der Wert noch bei 14 %). Im Hochschulsektor liegt der Anteil bei 33 %, im Unternehmenssektor bei 13 %.
Doch die Frauen holen auf: Die Wachstumsraten für das wissenschaftliche Personal im F&E-Sektor lagen zwischen 1998 und 2007 bei den Frauen bei 148 %, bei den Männern „nur“ bei 56 %. Und während der Frauenanteil in der außeruniversitären naturwissenschaftlich-technischen Forschung in der Altergruppe 31 bis 35 Jahre nur bei 20 % liegt, sind in der Altergruppe der 20 bis 25-Jährigen bereits 48 Prozent Frauen. Allerdings: Wissenschafterinnen sind überdurchschnittlich häufig im Rahmen von Teilzeit-Beschäftigungsverhältnissen tätig.
(Quellen: Forschungsstrategie der Bundesregierung; Beschäftigte in der Forschung. IFES Beiträge zur Wirtschaftspolitik Nr. 31; FEMtech; Statistik Austria)