Umwelt und Energie im Überblick
Sowohl die Europäische Union wie auch Österreich haben in einer Reihe von Strategien, Plänen und Richtlinien ambitionierte Ziele formuliert. Nach der Strategie „Energie 2020“ sollen bis zum Jahr 2020 folgende Ziele erreicht werden: 20 Prozent Rückgang der Treibhausgasemissionen, 20 Prozent mehr Energieeffizienz, 20 Prozent Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch.
Umwelt und Energie als Wirtschaftsfaktoren
Umweltschutz und Schonung von Ressourcen bedeuten nicht automatisch einen Verzicht auf Lebensqualität oder Wirtschaftswachstum. Ganz im Gegenteil: Innovative Umwelt- und Energietechnik hilft mit, die EU-Ziele zu erreichen.
Insgesamt gab es 2009 in der Umweltwirtschaft (Produktion, Dienstleistung und Handel) 199.824 "green jobs", das sind um 3,0% mehr als 2008. Allein in den vier Bereichen Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen erzielten österreichische Unternehmen im Jahr 2010 mit 27.617 Beschäftigten einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro.
- Energietechnik aus Österreich ist ein Exportschlager: Zwei von drei in Deutschland installierten Biomassekesseln stammen aus Österreich, der Exportanteil thermischer Kollektoren liegt bei 79 Prozent. Diese erneuerbaren Energieformen reduzieren in Summe den Kohlendioxid (CO2) Ausstoß um mehr als 10,2 Millionen Tonnen.
- Die Biobrennstoffbranche hat im Jahr 2010 mit 13.300 Beschäftigten einen Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Durch den Einsatz biogener Brennstoffe konnten 2010 rund 9,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
- Mit Ende des Jahres 2010 waren in Österreich 4,5 Millionen Quadratmeter thermische Sonnenkollektoren in Betrieb. Obwohl der Solarthermiemarkt gegenüber 2009 einen Rückgang von mehr als 20 Prozent verzeichnete, liegt Österreich in Europa hinter Zypern auf dem sehr guten zweiten Platz, bezogen auf die pro Einwohner installierte Kollektorleistung. Und mit knapp 1,3 Millionen Quadratmetern produzierter Kollektorfläche gehört Österreich zu den größten Produktionsländern Europas - 79 Prozent der Produktion gehen in den Export.
- 15 Prozent der gesamten Passivhaus-Nutzfläche Europas steht in Österreich.
Forschung und Entwicklung
Während die jährlichen Ausgaben der öffentlichen Hand im Bereich Energieforschung von 1994 bis 2003 zwischen 20 und 30 Millionen Euro betrugen, stieg dieser Wert ab 2004 deutlich und ab 2008 mit der Einrichtung des Klima- und Energiefonds sprunghaft auf über 70 Millionen Euro an. Im Jahr 2010 wurden insgesamt mehr als 92 Millionen Euro für Energieforschung ausgegeben, davon 63 Millionen Euro vom BMVIT.
Doch nicht nur die Nachfrage nach nationalen Fördergeldern ist groß, auch die Beteiligung in internationalen Programmen ist seit Jahren ungebrochen. Während im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU die Förderungen im Bereich Energie deutlich über dem Durchschnitt lagen (höher als der rechnerische Anteil Österreichs), aber im Bereich Umwelt leicht unter dem Durchschnitt, so zeigt die Zwischenbilanz im derzeit laufenden 7. Rahmenprogramm die umgekehrte Situation: die finanziellen Rückflüsse im Bereich Energie liegen leicht unter, jene im Bereich Umwelt über dem Durchschnitt.
(Quellen: Forschungsstrategie der öst. Bundesregierung, Energieforschungsstrategie des Forschungsrates, Marktstudie Erneuerbare Energien