FAQ zu Collective Research

Diese Seite liefert in Form von Fragen und Antworten Wissenswertes zur Förderungsmöglichkeit von Branchenprojekten. Für weiterführende Fragen stehen Ihnen MitarbeiterInnen der FFG zur Verfügung.

         a.) Veröffentlichungs- und Disseminationsstrategie
         b.) Bedarf an den Ergebnisse bzw. Nutzen für die Branche
         c.) Branchencharakteristika

 


Was ist ein kooperatives Forschungsprojekt im Sinne der FFG?

Es handelt sich um ein vorwettbewerbliches F&E-Projekt, welches keine umgehend wirtschaftlich verwertbaren Produkt-, Verfahrens oder Dienstleistungsentwicklung zum Inhalt hat und zur Lösung eines branchenrelevanten Problems beiträgt. Das F&E-Projekt wird von einem Forschungsinstitut durchgeführt. Die betroffene Branche (Unternehmen, Interessenvertretungen) unterstützt das Projekt mit entsprechenden Barleistungen.
Ziel ist es, dass Branchenmitglieder gemeinsam Grundlagen zur Lösung von Branchenproblemen erarbeiten.


Wer kann ein kooperatives Forschungsprojekt einreichen?

Einreichen können Interessenvertretungen der betroffenen Branche (z. B. Fachverbände), die Forschungsinstitute mit der Durchführung der Forschungsarbeiten beauftragen, oder Forschungsinstitute, die mit der Branche entsprechend vernetzt sind.
Hinweis: Universitäten und Fachhochschulen können selbst keine kooperativen Forschungsprojekte einreichen; sie können jedoch im Subauftrag von Interessenvertretungen das Projekt oder Teile davon durchführen.


Wie verläuft die Einreichung und Entscheidung?

Die Förderungsansuchen können laufend im eCall im Programm Basisprogramm als Collective-Research-Projekt eingereicht werden. Der Beirat der Basisprogramme trifft die fachliche Entscheidung einschließlich allfälliger Auflagen.


Wie lautet die Beschreibung der Zielbranche?

Als Branche werden Unternehmen in derselben Wertschöpfungsstufe gesehen. So repräsentieren ein Kunde und dessen Lieferant keine Branche im Sinne von kooperativen Forschungsprojekten. Eine Beschreibung der österreichischen Branche muss im Rahmen der Antragstellung erfolgen. Im Rahmen der Beurteilung des Förderungsansuchens wird darauf geachtet, dass die am Projekt beteiligten Unternehmen bzw. Interessenvertretungen die österreichische Branche möglichst gut repräsentieren.


Anhand welcher Bewertungskriterien wird das Projekt beurteilt?  

Es gelten die Bewertungskriterien im Basisprogramm. Details können dem gültigen Instrumentenleitfaden entnommen werden. Zusätzlich werden folgende Kriterien evaluiert:

a.) Veröffentlichungs- und Disseminationsstrategie 

+ Die Projektergebnisse führen zur Erstellung neuer bzw. zur Aktualisierung bestehender, branchenspezifischer Regelwerke (Normen, Richtlinien etc.)

+ Die vollständigen Projektergebnisse werden über ein geeignetes Medium unentgeltlich der gesamten Branche zur Verfügung gestellt, sodass jedes Branchenmitglied darauf aufbauen kann.

- Die Projektergebnisse werden hauptsächlich im Rahmen von gebührenpflichtigen Veranstaltungen (z. B. Schulungen, Seminaren etc.) verwertet.

- Es werden nur ausgewählte Branchenmitglieder über die Projektergebnisse informiert.

- Im Antrag gibt es keine entsprechende Veröffentlichungs- und Disseminationsstrategie.

 

b.) Bedarf an den Ergebnisse bzw. Nutzen für die Branche

+ Neue, für die gesamte Branche wichtige Themen werden erforscht bzw. technische Lösungswege zu in der Branche vorliegenden Fragestellungen erarbeitet.

+ Eine große Anzahl von Unternehmen aus der relevanten Branche nimmt am Projekt teil, bzw. es beteiligt sich die für die Branche relevante Interessenvertretung.

- Die Ergebnisse nützen nur wenigen Unternehmen der Branche, bzw. das Projekt ist auf nur wenige Mitglieder der Branche zugeschnitten.

- Geringe Bedeutung des Vorhabens für die österreichische Branche/Volkswirtschaft (z. B. wenn es nur wenige österreichische Akteure gibt, die die Ergebnisse in Österreich nutzen können).

 

c.) Branchencharakteristika

+ Die teilnehmenden Unternehmen bzw. Mitglieder der Branche kommen aus der gleichen Wertschöpfungsstufe. Projektergebnisse können bestmöglich einer breiten Anwendergruppe zur Verfügung gestellt werden.

+ Die teilnehmenden Unternehmen bzw. Mitglieder verfügen in Österreich über eigene F&E Kapazitäten. Somit können die Projektergebnisse auch in ihre F&E-Projekte einfließen.

+ Die Branchenmitglieder stehen in einem Konkurrenzverhältnis.

+ Österreichische KMU können die Ergebnisse des Projektes nutzen.

- Zu breite Definition der Branche (z. B. Kunden und Lieferanten werden als eine Branche definiert), bzw. die teilnehmenden Unternehmen befinden sich entlang der Wertschöpfungskette.

- Die Branche ist durch geringen Wettbewerb gekennzeichnet (Monopolmärkte, regulierte Märkte).


Welche Kosten werden gefördert?

Für die Kostenanerkennung gilt der FFG-Kostenleitfaden zur Behandlung der Projektkosten in Förderungsansuchen und Berichten. Im Rahmen von kooperativen Forschungsprojekten werden vor allem Kosten von Forschungseinrichtungen (wie Universitäten, Forschungsinstitute, Fachhochschulen) gefördert. Projektmanagementtätigkeiten, z. B. von Interessenvertretungen, können nur in geringem Umfang berücksichtigt werden.

„In kind“-Kosten: Seitens der beteiligten Unternehmen können „in kind“-Kosten bis maximal 20 % der Gesamtprojektkosten gefördert werden. Dabei werden ausschließlich nachvollziehbare und bewertbare Sach- und Materialkosten berücksichtigt. Nicht berücksichtigt werden können z. B. Maschinenstundensätze, Personalkosten, Dienstleistungen und Überlassung von Gütern wie Werkhallen, PKW etc.

Kosten für die Dissemination der Ergebnisse sind von der betroffenen Branche zu tragen und werden nicht gefördert.


Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses von bis zu 60 % der Gesamtprojektkosten. Die Restfinanzierung (mindestens 40 % der Gesamtprojektkosten) erfolgt durch die Interessenvertretung bzw. mindestens drei Unternehmen aus der österreichischen Branche. Mindestens 20 % der Gesamtprojektkosten müssen in Form einer Barbeteiligung eingebracht werden. Maximal 20 % der Gesamtprojektkosten können in Form von „in kind“-Leistungen eingebracht werden.


Gibt es spezifische Auflagen?

Die Projektergebnisse sind zu veröffentlichen. Die Veröffentlichungsschrift ist dem Endbericht beizulegen.