FAQs zur "Smart and Digital Services"-Förderung

Diese Seite liefert in Form von Fragen und Antworten Wissenswertes zum Förderungsangebot der "Smart and Digital Services"-Förderung. Für weiterführende Fragen stehen Ihnen kompetente MitarbeiterInnen unter dienstleistungsinitiative@ffg.at zur Verfügung.

 

Was sind "Smart Services?

„Smart Services“ sind komplexe Dienstleistungen, oft multidisziplinär und können sowohl in Dienstleistungsunternehmen, wie auch von Produktionsbetrieben angeboten werden. Im Rahmen der Initiative werden Vorhaben unterstützt, in welchen neue Dienstleistungen entwickelt werden, mit risikoreichen, anspruchsvollen Aspekte. Die Anzahl zusammenhängender Faktoren, die Anzahl an Einflussfaktoren zum Erreichen der Zielsetzung, oder die Komplexität zum Lösen der Aufgabenstellung spiegeln dieses Risiko wider. Multidisziplinarität, Einsatz von systematischen Methoden (auch unterschiedlicher Disziplinen) oder Technologien, welche als Werkzeug eingesetzt oder weiterentwickelt werden, sind dabei oft Bestandteil der Entwicklung.


Was sind "Smart Digital Services“?

„Smart Digital Services“ setzen Informationstechnologien (IT) als Werkzeug zum Erreichen der Zielsetzung ein. Oft erfordert die Aufgabenstellung die Entwicklung neuer Verfahren oder Algorithmen, Übertragung der Problematik in die IT-Welt, oder Verknüpfen mehrerer Services aus unterschiedlichen Bereichen.


Was ist ein innovativer Service?

Innovation bedeutet „Neuerung“ bzw. „Erneuerung“. Somit muss ein innovativer Service etwas Neues im Vergleich zu vorhandenen Dienstleistungen darstellen, die von einem Unternehmen selbst, aber auch von der Konkurrenz angeboten werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Dienstleistung zu erneuern und neu zu gestalten. Folgende Dimensionen können betrachtet werden: neue Erbringungsarten, neues Dienstleistungs-Konzept, neue Dienstleistungen durch technologische und/oder Produktinnovation, organisationale Innovationen bzw. Prozesserneuerungen, neue Businessmodelle. Die weiter unten angeführten Beispiele dienen zur Veranschaulichung. Sie sind zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr als innovativ zu betrachten.


Welche Kriterien sind bei innovativen Services für eine Förderung wesentlich?

Die Entwicklung zum Anbieten der Dienstleistung ist als Projekt – mit klaren Meilensteinen – aufgesetzt und erfordert den Einsatz von Technologie oder anderer systematischer Methoden, wie zum Beispiel Unterstützung durch den Einsatz von IKT, psychologische Methoden, Berechnungsmethoden, ein Handbuch mit der Definition von Prozessen etc.

  • Die Dienstleistung ist systematisch reproduzierbar (nicht für einen einzelnen Kunden konzipiert).
  • Ein Entwicklungsrisiko muss wie bei jedem Forschungs- und Entwicklungsprojekt vorhanden sein: Komplexität, Schwierigkeiten zum Erreichen der Ziele etc.
  • Es werden neue Aktivitäten abseits des business as usual durchgeführt und angeboten.
  • Die Neuheit der Dienstleistung ist für den gesamten Markt und nicht nur für die einzelne Firma gegeben.

Wann ist eine Einreichung im Rahmen des Basisprogramms zu empfehlen?

Projekte, die nur von einem Unternehmen durchgeführt werden, können nur in den Basisprogrammen eingereicht werden (Einzelprojekte „Experimentelle Entwicklung“). Die Einreichung in Form von Konsortien mit mehreren Partnern ist auch möglich, aber nicht üblich. Einige Maßnahmen (z. B. Vernetzung, Technologietransfer) sind im Rahmen der Basisprogramme nicht förderbar.


Wie erfolgt der Ausschreibungsmodus?

Projekte, die eingereicht werden, können mit den vorhandenen Mitteln der Dienstleistungsinitiative berücksichtigt werden. Die Förderentscheidungen werden vom Beirat der Basisprogramme getroffen. In der Regel finden sieben Beiratssitzungen pro Jahr statt.


Wie erfolgt der Umgang bei einer eventuellen Knappheit an Budgetmitteln?

Im Allgemeinen müssen die eingereichten Projekte den üblichen Richtlinien des Basisprogramms entsprechen. Bei Knappheit oder Ausschöpfung der Budgetmittel werden die förderbaren Projekte aus den normalen Förderungsmitteln unter Berücksichtigung der üblichen Konditionen im angesuchten Programm gefördert.


Wie kommt ein eingereichtes Projekt zum Label "Service"?

Basisprogramm: Der Output des Projektes ist zum überwiegenden Anteil eine Dienstleistung. Zusätzlich muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • entweder Industrie-4.0-Projekt oder Projekt unter Anwendung von Blockchain-Verfahren
  • oder NeukundInnen der FFG aus dem Dienstleistungssektor mit einem Dienstleistungsprojekt  (Feasibility Studie und/ oder Innovationscheck werden nicht als Ausschlussgrund betrachtet)
  • oder bekannte KundInnen erstmals mit einem Dienstleistungsprojekt bei der FFG.

Wie definiert man Industrie 4.0-Schwerpunkte?

Im Bereich Industrie 4.0 spielen Innovative Dienstleistungen eine wesentliche Rolle. Auf Basis der extrahierten Sensordaten und vernetzten Systeme können den Kunden Dienstleistungen angeboten werden:

  • Monitoringsysteme,
  • Simulationen,
  • präventive Instandhaltung,
  • Aufsetzen neuer Bedienkonzepte: Kontextabhängig, Adaptiv, Einsatz neuer Technologien wie Augmented Reality etc.,
  • Aufsetzen von Managementsystemen, z. B. Energiemanagement, Ressourcenmanagement,
  • Entwickeln neuer Sicherheits-, Qualitätssicherungs-, Recycling- oder Logistikkonzepte,
  • Verknüpfen der Daten mit anderen Systemen zur Optimierung vorhandener Prozesse, z. B. präventive Instandhaltung mit dem Bestellwesen,
  • Entwickeln komplett neuer Dienstleistungen durch Zusammenführen von Dienstleistungskomponenten,
  • Entwickeln neuer Geschäftsmodelle,
  • u. v. a. m.
     

In solchen Fällen ist es wesentlich, den Innovationsprozess im Rahmen der Entwicklung bewusst für Innovationen im Dienstleistungsbereich anzupassen. Das ermöglicht, die Qualität der finalen Lösung zu erhöhen, einen gesamteinheitlichen Ansatz zu generieren, über die evidenten Grenzen des Produktes und angebotenen Dienstleistungen hinauszudenken und somit die Akzeptanz beim Kunden wesentlich zu erhöhen und das Geschäftsfeld zu erweitern.

Zur Bewusstseinsbildung dieser Möglichkeiten in den Produktionsbetrieben Österreichs wurde im Rahmen der SDS-I der Schwerpunkt Industrie 4.0 gesetzt. Es können sowohl produzierende Betriebe als auch Dienstleister (Logistikbetriebe, Software-Entwicklungshäuser, Recyclingunternehmen, Ingenieurbüros etc.) einreichen, welche im Kontext Industrie 4.0 innovative Services mit F&E-Charakter entwickeln. 

Wie definiert man Blockchain-Schwerpunkte?

Das Thema Blockchain hat derzeit schon Einfluss auf die Entwicklungen in der Finanz- und Versicherungswelt, in der Verwaltung und im Energiebereich. Das zur Basis liegende Verfahren ermöglicht es, in allen Anwendungsbereichen sicher und transparent Daten zu verwalten und Werte auszutauschen – dezentral und ohne „Mittelsmänner“. Das World Economic Forum prognostizierte, dass bereits im Jahr 2025 insgesamt zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts mit Hilfe von Blockchain entstehen wird (1).

Seit Oktober 2017 wird im Rahmen der Smart and Digital Services-Initiative der neue, zusätzliche Schwerpunkt Blockchain gesetzt. Die Forschung an und die Entwicklung von Dienstleistungsinnovationen mit Blockchain-Verfahren ist – unabhängig von Themenfeldern – im Rahmen der Initiative förderbar.

Die Förderung erfolgt ebenso in der Regel in Form von Zuschüssen (Start-up-Unternehmen mit Aufstockung auf 70 % mit Darlehen). Die Einreichung ist laufend bis 31.12.2018 möglich.

 


(1) Quelle: Blockchain Austria Roadmap des BMWFW V1.0

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