FAQs zur "Smart and Digital Services"-Initiative

Diese Seite liefert in Form von Fragen und Antworten Wissenswertes zum Förderungsangebot der "Smart and Digital Services"-Initiative (SDS-). Für weiterführende Fragen stehen Ihnen kompetente MitarbeiterInnen unter dienstleistungsinitiative@ffg.at zur Verfügung.

Was ist die Smart and Digital Services"-Initiative?

Die "Smart and Digital Services"-Initative (SDS-I) der FFG ist eine bereichsübergreifende Initiative zur Förderung von Innovativen Dienstleistungen mit zusätzlichen Budgetmitteln des BMWFW. Implementiert wird die SDS-I im Rahmen der vorhandenen Programme wie COIN – Programmlinie „Kooperation und Netzwerke“ (Strukturprogramme) und der antragsorientierten Projektförderung (Basisprogramme) nach den bestehenden Richtlinien und Abwicklungsabläufen.

Mit der Initiative will die FFG NeukundInnen FFG NeukundInnen aus dem Dienstleistungsbereich gewinnen. Zusätzlich sollen auch bestehende FFG KundInnen, insbesondere aus dem traditionellen, produzierenden Industriebereich, auf die Möglichkeit der Innovation durch Dienstleistungen, zum Teil verknüpft mit ihren Produkten, hingewiesen werden. Mit der Schwerpunktsetzung "Industrie 4.0" fällt das Kriterium der Ersteinreichung. Neue Forschungsthemen – auch im Bereich der nichttechnologischen Innovation – bilden den Kern dieser Initiative.


Was sind die Ziele der SDS-Initiative?

  • Stärkung der Industrie und der traditionellen Produktionsbetriebe: zusammengefasst unter dem Begriff „Industrie 4.0“, Unterstützung der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, dem Anbieten von Smart Services oder der Optimierung der Prozesse in der Produktion, in der Organisation oder in der Zusammenarbeit mit Partnern.
  • Produktivität in Dienstleistungsbetrieben durch Digitalisierung vorantreiben: Einsetzen von IKT als Werkzeug und Systematisierung erlaubt vielen Dienstleistungsbetrieben – auch in humanwissenschaftlichen Bereichen – neue Produkte zur entwickeln und weltweit anzubieten.
  • Stärkung der Forschung und Entwicklung: Erweiterung des Innovationsbegriffs um nicht technologische Methoden, wie zum Beispiel psychologische Methoden, Usability Ansätze, etc.
  • Mehrwert und Nutzen generieren: Unterstützung von Multidisziplinarität, Kooperationen, neuer Innovationsprozesse und frühzeitige Kundeneinbindung im F&E-Prozess, Einführung von unterstützenden Maßnahmen für Open Innovation.
  • Stärkung der Innovationskraft der österreichischen Dienstleistungswirtschaft: Erhöhung des Bewusstseins für F&E im Dienstleistungsbereich und Berücksichtigung spezifischer Innovationsprozesse (User Centred Innovation, Social Innovation, etc.) zur Entwicklung von Dienstleistungen.
  • Ansprechen von sozialen Herausforderungen: Einbinden und Zulassen von nicht-technologischen Innovationen, wie aus den Sozial-, Kreativ- und Humanwissenschaften, in der Entwicklung neuer Smart Services.

Was sind "Smart Services?

„Smart Services“ sind komplexe Dienstleistungen, oft multidisziplinär und können sowohl in Dienstleistungsunternehmen, wie auch von Produktionsbetrieben angeboten werden. Im Rahmen der Initiative werden Vorhaben unterstützt, in welchen neue Dienstleistungen entwickelt werden, mit risikoreichen, anspruchsvollen Aspekte. Die Anzahl zusammenhängender Faktoren, die Anzahl an Einflussfaktoren zum Erreichen der Zielsetzung, oder die Komplexität zum Lösen der Aufgabenstellung spiegeln dieses Risiko wider. Multidisziplinarität, Einsatz von systematischen Methoden (auch unterschiedlicher Disziplinen) oder Technologien, welche als Werkzeug eingesetzt oder weiterentwickelt werden, sind dabei oft Bestandteil der Entwicklung.


Was sind "Smart Digital Services“?

„Smart Digital Services“ setzen Informationstechnologien (IT) als Werkzeug zum Erreichen der Zielsetzung ein. Oft erfordert die Aufgabenstellung die Entwicklung neuer Verfahren oder Algorithmen, Übertragung der Problematik in die IT-Welt, oder Verknüpfen mehrerer Services aus unterschiedlichen Bereichen.


Was ist ein innovativer Service?

Innovation bedeutet „Neuerung“ bzw. „Erneuerung“. Somit muss ein innovativer Service etwas Neues im Vergleich zu vorhandenen Dienstleistungen darstellen, die von einem Unternehmen selbst, aber auch von der Konkurrenz angeboten werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Dienstleistung zu erneuern und neu zu gestalten. Folgende Dimensionen können betrachtet werden: neue Erbringungsarten, neues Dienstleistungs-Konzept, neue Dienstleistungen durch technologische und/oder Produktinnovation, organisationale Innovationen bzw. Prozesserneuerungen, neue Businessmodelle. Die weiter unten angeführten Beispiele dienen zur Veranschaulichung. Sie sind zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr als innovativ zu betrachten.


Welche Kriterien sind bei innovativen Services für eine Förderung wesentlich?

Die Entwicklung zum Anbieten der Dienstleistung ist als Projekt – mit klaren Meilensteinen –aufgesetzt und erfordert den Einsatz von Technologie oder anderer systematischer Methoden, wie zum Beispiel Unterstützung durch den Einsatz von IKT, psychologische Methoden, Berechnungsmethoden, ein Handbuch mit der Definition von Prozessen etc.

  • Die Dienstleistung ist systematisch reproduzierbar (nicht für einen einzelnen Kunden konzipiert).
  • Ein Entwicklungsrisiko muss wie bei jedem Forschungs- und Entwicklungsprojekt vorhanden sein: Komplexität, Schwierigkeiten zum Erreichen der Ziele etc.
  • Es werden neue Aktivitäten abseits des business as usual durchgeführt und angeboten.
  • Die Neuheit der Dienstleistung ist für den gesamten Markt und nicht nur für die einzelne Firma gegeben.

Was ist ein Service mit Forschungs- und Entwicklungscharakter?
Erläuterung folgt in Kürze


Warum ist die SDS-I in mehreren Programmen der FFG zu finden?

Die FFG setzt mit den unterschiedlichen Programmen unterschiedliche Schwerpunkte. Jene Programme wurden für die Implementierung herangezogen, die auch nicht-technologische Innovationen ohne Änderung der Richtlinien und Kriterien unterstützen können und somit eine einfache Umsetzung ermöglichen. Die unterschiedlichen Schwerpunkte der Programme werden entsprechend weitergeführt.


Wann ist eine Einreichung im Rahmen des Basisprogramms zu empfehlen?

Projekte, die nur von einem Unternehmen durchgeführt werden, können nur in den Basisprogrammen eingereicht werden (Einzelprojekte „Experimentelle Entwicklung“). Die Einreichung in Form von Konsortien mit mehreren Partnern ist auch möglich, aber nicht üblich. Einige Maßnahmen (z. B. Vernetzung, Technologietransfer) sind im Rahmen der Basisprogramme nicht förderbar.


Wann sollte bei COIN eingereicht werden?

Die projektorientierte Programmlinie "Kooperation und Netzwerke" in COIN fördert durch Kooperationen und Netzwerke die Innovationsfähigkeit und -tätigkeit von Unternehmen – vor allem KMU – und soll dadurch beitragen, den innovativen Output zu erhöhen. Gleichzeitig sollen Strukturen geschaffen werden, die auch längerfristig innovations- und kooperationsfördernd wirken. Voraussetzung für die Einreichung eines Förderungsantrags ist ein Konsortium bestehend aus mindestens vier nicht verbundenen Unternehmen (mindestens drei davon KMU). Optional können als weitere Partner FEI-Einrichtungen sowie Intermediäre (z. B. Technologiezentren, Clustermanagements) ins Konsortium integriert werden, insbesondere wenn diese im Rahmen des Kooperationsprojektes Technologietransfer anbieten bzw. organisieren.


Wie erfolgt der Ausschreibungsmodus?

Projekte, die eingereicht werden, können mit den vorhandenen Mitteln der Dienstleistungsinitiative berücksichtigt werden. Die Förderentscheidungen werden vom Beirat der Basisprogramme getroffen. In der Regel finden sieben Beiratssitzungen pro Jahr statt.

Im Rahmen von COIN gibt es im Allgemeinen eine Ausschreibung pro Jahr im Zuge der Programmlinie "Netzwerke"


Wie erfolgt der Umgang bei einer eventuellen Knappheit an Budgetmitteln?

Im Allgemeinen müssen die eingereichten Projekte den üblichen Richtlinien der jeweiligen Programme (COIN, Basisprogramme) entsprechen. Bei Knappheit oder Ausschöpfung der Budgetmittel werden die förderbaren Projekte aus den normalen Förderungsmitteln unter Berücksichtigung der üblichen Konditionen im angesuchten Programm gefördert.


Wie kommt ein eingereichtes Projekt zum Label "Service"?

Basisprogramm: Der Output des Projektes ist zum überwiegenden Anteil eine Dienstleistung. Zusätzlich muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • entweder Industrie-4.0-Projekt oder Projekt unter Anwendung von Blockchain-Verfahren
  • oder NeukundInnen der FFG aus dem Dienstleistungssektor mit einem Dienstleistungsprojekt  (Feasibility Studie und/ oder Innovationscheck werden nicht als Ausschlussgrund betrachtet)
  • oder bekannte KundInnen erstmals mit einem Dienstleistungsprojekt bei der FFG.

COIN: Die Einstufung, wie auch die Reihung der Projekte, erfolgt im Rahmen der Jurysitzung durch externe JurorInnen. Dabei muss der Output des Projektes einen überwiegenden Dienstleistungscharakter aufweisen.