Zertifizierung einer Forschungseinrichtung

Mit der Novellierung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AusIBG) hat Österreich seinen Arbeitsmarkt für ausländische Forscher vollständig geöffnet. Besonders für Drittstaatenangehörige wurden die Rahmenbedingungen für das Ausüben einer wissenschaftlichen Tätigkeit in Forschung und Lehre, einschließlich des künstlerischen Bereiches, erheblich erleichtert. Seit 1.1.2006, mit Inkrafttreten des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes (NAG), wird eine Aufenthaltsbewilligung für drittstaatsangehörige Forscher auch nach Vorlage einer Aufnahmevereinbarung mit einer zertifizierten Forschungseinrichtung erteilt. Wird diese Vorgehensweise gewählt, ist mit einem geringeren Verwaltungsaufwand und unter Umständen mit einer Beschleunigung des Verfahrens zu rechnen. Eine Zertifizierung benötigen alle Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen, mit Ausnahme von Forschungseinrichtungen die von Rechtsträgern im Sinne des § 1 Abs. 1 Amtshaftungsgesetzes (AHG) betrieben werden.

Ablauf des Zertifzierungsverfahrens:

  • Es ist ein begründeter Antrag an das Bundesministerium für Inneres, Abteilung III/4, Herrengasse 7, 1010 Wien, zu stellen.
  • Gemäß § 71 Abs 1 NAG gelten für diesen Antrag folgende Voraussetzungen: 
    1. es besteht ein Forschungszweck der Einrichtung (FFG-Gutachten) 
    2. es würde die Haftung der Forscher auf Grund einzugehender Aufnahmevereinbarungen (§ 68 NAG) erklärt 
    3. es werden die Mittel zum Abschluss von Aufnahmevereinbarungen (§ 68 NAG) nachgewiesen, und 
    4. es sind die Voraussetzungen sonstiger bundes- oder landesgesetzlicher Vorschriften zum Betrieb der Forschungseinrichtung erfüllt
  • Dem Antrag ist gemäß § 71 Abs 1 NAG ein Gutachten der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH über den Forschungszweck der Einrichtung beizuschließen.
  • Das Zertifikat wird mit Bescheid des Bundesministeriums für Inneres für die Dauer von fünf Jahren ausgestellt.
  • Zertifizierte Forschungseinrichtungen werden mindestens einmal jährlich in geeigneter Weise, insbesondere im Internet auf der Webseite des Bundesministeriums für Inneres veröffentlicht.

Weitere Informationen finden sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Inneres http://www.bmi.gv.at/cms/bmi_forscher/.