FFG = Rekordjahr 2006

* 10%ige Steigerung des FFG-Budgets 2007/2008 * Planungssicherheit für Österreichs forschende Unternehmen ermöglichen * Wachstum und Arbeitsplätze durch Forschung, Innovation und Technologie nachhaltig sicherstellen



Wien, 10. April 2007
In der gut besuchten Jahresbilanzpressekonferenz der FFG präsentierten Henrietta Egerth und Klaus Pseiner am Dienstag die hervorragenden Ergebnisse des vergangenen Wirtschaftsjahres und gaben einen Ausblick in die zukünftigen Aktivitäten der Forschungsförderungsgesellschaft. Der Jahresbericht der FFG wird am Mittwoch, 11.4.2007 erstmals als Beilage in der Tageszeitung Der Standard veröffentlicht. Damit informiert die FFG über ihre Aktivitäten und macht eine breitere Öffentlichkeit auf das Thema Forschung, Technologie und Innovation in Österreich aufmerksam.

Europäische Benchmarks

Im europäischen Vergleich reiht sich Österreich mit den Ländern Luxemburg, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Frankreich in der Gruppe der „Followers“ quasi gleich auf. Das zeigt der jüngst veröffentlichte Europäische Innovationsanzeiger und bestätigt den Weg und die Anstrengungen, die Österreich zur Innovationsförderung seit einigen Jahren unternommen hat. Besonders gut schneidet Österreich bei den „Innovation Drivers“ ab. In punkto Anzahl der Organisationen, die öffentliche Förderung für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) erhalten, zählt Österreich zu den „Innovation Leaders“.
Besonders erfreulich ist die Performance von Österreichs kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): In der Indikatorengruppe „Entrepreneurship“ liegen die Werte für KMU, die eigenständig Innovationen entwickeln, sehr weit über dem EU-Durchschnitt.
Der Europäische Innovationsanzeiger (EIS) zeigt aber auch Verbesserungspotenziale auf. Und zwar gibt es Aufholbedarf bei den Wissenschafts- und Ingenieursausbildungen.

Das EIS zeigt aber vor allem Eines: Es macht ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen der europäischen Länder sichtbar, die ebenso wie Österreich verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren.

Die vergangenen Jahre waren erfreulicherweise von einer sehr dynamischen Entwicklung der verfügbaren F&E-Förderbudgets geprägt. Damit ist Österreich auch auf dem Weg an die europäische Spitze. Wichtige Indikatoren dafür sind die Anzahl von neuen Patenten, hohe Beschäftigung im Hightech Segment und ein innovationsfreudiger KMU-Sektor. Denn rund 62 % der Gesamtinvestition in F&E stammen aus dem Unternehmenssektor, was als starker Hinweis auf eine „gesunde“ Struktur in Österreich gilt.

Budget für Forschung, Technologie und Innovation

Gerade in Zeiten der Reduktion von Defiziten im Staatshaushalt ist es ein positives Signal, dass sich sowohl Österreichs Politik als auch Interessensvertretungen eindeutig zu Forschung und Entwicklung (F&E) bekennen und das „3-%-Ziel“ (Barcelona-Ziel: Forschungsquote bis 2010 auf 3 % des BIP erhöhen) ausser Streit stellen. „Denn Investitionen in F&E, vor allem aber Investitionen in angewandte Forschung, wirken positiv auf Wachstum und Arbeitsplätze in Österreich.“, freuen sich die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner über die im Regierungsprogramm verankerten Zielsetzungen der großen Koalition in Österreich. Das Regierungsprogramm setzt unter anderem mit der Budgeterhöhung (+ 10 % p. a. bis 2010) ein deutliches Zeichen für Forschung, Technologie und Innovation mit Fokus auf Forschung im Unternehmenssektor.

Allerdings lassen die vorliegenden Dokumente (Quelle: Bundesvoranschlag 2007/2008, F&E-Beilage, Bundesfinanzgesetz) diese Bestrebungen nicht eindeutig erkennen. Die Budgets der für angewandte Forschung zuständigen Ressorts weisen demnach Rückgänge in ihren Budgets 2007 und 2008 gegenüber 2006 aus. „Dem zur Folge müsste anteilig mehr für angewandte Forschung aus den Budgets aufgewendet werden, weitere Mittel vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung und dem Energie- und Klimafonds zur Verfügung gestellt werden, wenn die im Regierungsprogramm angekündigte Steigerung des FFG-Budgets um 10 % pro Jahr erfolgt und das Lissabon-Ziel von 3 % F&E-Quote erreicht werden soll.“, analysieren Egerth und Pseiner die Planung des Bundeshaushaltes.

Für das Jahr 2007 plant die FFG ein Budget von 529 Mio. Euro für „Projektzusagen“. Darin sind auch die Förderungen des Programms COMET (130 Mio. Euro) budgetiert. Die ersten Raten werden bereits im heurigen Jahr an die neuen Kompetenzzentren zu zahlen sein.

FFG fördert direkt

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) plädiert in einer aktuellen Studie für mehr Investitionen in Forschung. Gemäß den Simulationen des Wifo wirken direkte Förderungen effektiver als steuerliche Anreize. Eine Erhöhung der Gelder für Forschung und Entwicklung habe doppelt so hohe Effekte bezüglich BIP und Beschäftigung als Senkungen von Steuern oder geringere Sozialversicherungsbeiträge.
Außerdem stellt eine Studie der Joanneum Research Forschungsgesellschaft dem FFG-Portfolio ein gutes Zeugnis aus, und das Wifo setzt sich dafür ein, das FFG-Förderportfolio weiter in Richtung High Tech auszubauen.

Planungssicherheit für Österreichs forschende Unternehmen

Einen sehr großen Anteil an Österreichs Wirtschaftslandschaft haben forschende Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die allein bei den FFG-Basisprogrammen 83 Prozent der Antragsteller ausmachen und rund 50 Prozent der Fördermittel erhalten. „Das ist international ein echter Sonderfall und sensationell gut. Denn so tragen viele Schultern die Forschungsleistung unseres Landes. Diese Basis muss weiterhin sukzessive verbreitert werden.“, freut sich Pseiner über die hohe KMU-Beteiligung. „Wir haben sowohl die Industrie als auch die Klein- und Mittelunternehmen und wir brauchen auch beide für den Wirtschaftsstandort Österreich.“, sieht Egerth die Notwendigkeit eines gut ausgewogenen, stabilen Förderungsangebotes für die heimische Wirtschaft.

Forschungsprojekte sind vor allem riskante Vorhaben, die eine längerfristige Planung als essentiell voraussetzen. Österreichs Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen brauchen daher mehrjährige Planungssicherheit und nicht nur entsprechende Dotierungen.

2006 - FFG auf Rekordkurs

Die Anzahl der von Unternehmen bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG eingereichten F&E-Projekte war im Jahr 2006 auf Rekordkurs. So konnte die FFG im Vergleich zum Vorjahr um 14 % mehr Projekte (1.221) mit einem Budget von 447 Millionen Euro zusagen. Der Barwert schlägt sich mit rund 295 Millionen Euro (+ 40 %) zu Buche. Viele junge Unternehmen stellten sich erstmals der Herausforderung und brachten erfolgreich Neuanträge bei der FFG ein. „Die Unternehmen sind die wichtigsten Partner der FFG“ sind sich die FFG-Geschäftsführer sicher. Österreichs Unternehmen nutzen vor allem die Möglichkeiten der sogenannten „Bottom-Up-Förderungen“. Aber auch die nachhaltig forcierte „Forschungs-Headquarter-Initiative der FFG“ wird von der Industrie gut angenommen. Weiters gab es 2006 im Vergleich zu 2005 deutlich höhere Projektvolumina bei einer Verbreiterung der F&E-Kundenbasis, also Projekte mit mehr Partnern. Die verstärkte Zusammenarbeit mit den Bundesländern brachte Erfolge und damit mehr Förderdynamik in die Community.

Die Förderstatistik der FFG zeigt deutlich, dass im Jahr 2006 die Aufbruchstimmung der letzten Jahre fortgesetzt wurde, und die FFG mit ihrem marktnahen Forschungs-förderungsangebot frischen Wind in Österreichs Forschungslandschaft gebracht hat. Bundesminister Bartenstein und Bundesminister Faymann bezeichneten die FFG unlängst sogar als „einen gelungenen Wurf“.

Themen der österreichischen Wirtschaft

Betrachtet man die thematische Ausrichtung der in den letzten Jahren geförderten Bottom-Up-Projekte, so zeigen sich in Österreich kontinuierliche Schwerpunkte in den Bereichen Herstellung von Chemikalien und chemischen Erzeugnissen, Rundfunk, Fernseh- und Nachrichtentechnik sowie Medizin, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Optik.
In Projekte, die durch die FFG gefördert werden, sind neben Unternehmen auch Forschungseinrichtungen und Hochschulen involviert.

Ein Ausblick

Die FFG wird 2007 den Weg mit ihren Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weitergehen und sich noch stärker auf „Start ups“ und kleine und mittlere Unternehmen konzentrieren. Dabei sollen die Bundesländerkooperationen ausgedehnt und intensiviert werden, um die Antragsstellung allgemein zu erleichtern. Als Vision für die Forschungsförderung sieht die FFG-Geschäftsführung „die Erarbeitung eines einheitlichen Antrags für die Kunden, und in weiterer Folge ein gemeinsames Antragssystem mit den Bundesländern.“

Generell wird unter den Schlagwörtern Interaktion und Subsidiarität großer Wert auf die Einbindung der Länder gelegt. Entsprechende Bedeutung misst die FFG daher auch der internationalen Zusammenarbeit bei und übernimmt als nationale Agentur langfristig die Gesamtbetreuung von österreichischen Interessenten und Projektteilnehmern im Zuge des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms. Im Jahr 2007 wird sich die FFG aber auch verstärkt auf Themen wie Energie- und Umwelttechnologien konzentrieren.

„Ziel der Forschungsförderung muss es sein, den forschenden Unternehmen und Institutionen die Rahmenbedingungen anbieten zu können, die ein Bestehen im und eine erfolgreiche Beteiligung am Wettbewerb ermöglichen.“, stellen sich die FFG-Geschäftsführer überzeugt den Herausforderungen.

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die Gesellschaft des Bundes zur Förderung von Forschung, Innovation und Technologie.