PENTA - Systeme und Anwendungen im Bereich Mikro- und Nanoelektronik

PENTA ist ein EUREKA-Cluster (Public-Private-Partnership) im Bereich Mikro- und Nanoelektronik. In einer jährlichen, zweistufigen Ausschreibung werden europäische bzw. internationale Projekte ausgewählt. Eine eventuelle Förderung erfolgt nach dem EUREKA-Mechanismus, d.h. die Konsortialpartner suchen um Förderung in ihrem jeweiligen "Sitzland" an. Dazu steht in Österreich vor allem die FFG-Programmpalette zur Verfügung.

Der PENTA-Cluster ist eine Industrieinitiative, die F&E&I-Projekte im Bereich Systeme der Mikro- und Nanoelektronik sowie deren Anwendungen vorantreibt, soweit diese eine europäische Dimension haben und die Interessen der Industrie sowie der Mitgliedsländer treffen, so zum Beispiel Anwendungen im Automobil- und Medizinbereich sowie der Produktionstechnologie. Damit soll die europäische Führungsrolle gestärkt werden. PENTA hat sich dazu „Innovation, Openness, Reactivity, Flexibility and Inclusivity“ auf die Fahne geschrieben.
Das PENTA-Programm ist komplementär zur Joint Technology Initiative ECSEL zu sehen; kleinere, schnellere und flexiblere Projekte in einem dedizierten Bereich können mit PENTA umgesetzt werden. PENTA-Projekte werden, wie bei EUREKA üblich, durch nationale Fördergelder unterstützt.

Operativ wird PENTA von AENEAS, der Europäischen Industrievereinigung der Halbleiterindustrie, betrieben. Über ein Public Authorities Board sind die nationalen Fördergeber eingebunden. Damit soll erreicht werden, dass nur Projekte an den Start gehen, die auch hinreichend durch öffentliche Fördermittel unterstützt werden können.

Zielgruppe: Österreichische Akteure im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik, die einen Beitrag in europäischen Projekten erbringen; in erster Linie sind Unternehmen (aller Größen) angesprochen, Universitäten und Forschungseinrichtungen sind als Konsortialpartner willkommen.

PENTA Ausschreibungen (Calls)

Einmal jährlich startet PENTA einen Aufruf zur Einreichung neuer Projektvorschläge. Der Call wird mit der großen europäischen Veranstaltung EFECS (European Forum for Electronics Components and Systems) eröffnet; AENEAS organisiert angehängt an diese Veranstaltung auch „Consortium Building Days“. EFECS findet gegen Jahresende statt.

Einreichung „Project Outlines“

In der ersten Stufe des PENTA-Calls werden Projektskizzen (Project Outlines, PO) eingereicht, die die wesentlichen Projektziele, die Innovation, den angestrebten Markt und das Konsortium kurz beschreiben. Positiv evaluierte POs werden eingeladen, ein Full Project Proposal abzugeben.
Einreichschluss für PO ca. im Februar, siehe PENTA Call-Webseite.

Full Project Proposal

Mit ca. Ende Mai sind dann die Vollanträge (Full Project Proposal, FPP) durch die eingeladenen Konsortien einzureichen. FPPs enthalten den Projektplan, die Projektimplementierung und –durchführung.
Ab ca. vier Wochen nach Einreichschluss werden die ersten PENTA Labels an erfolgreiche FPPs vergeben.

Förderantrag und Förderentscheidung

Parallel zum PENTA-Proposal sind nationale Einreichungen auf Förderung zu stellen (soweit benötigt). Dies ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt.
In Österreich kann grundsätzlich jedes nationale oder regionale Förderprogramm genutzt werden. Projektinhalt und Zusammensetzung der Konsortien sowie der Zeitplan entscheiden darüber, welches Programm am zweckmäßigsten ist. Das EUREKA-Büro der FFG steht für eine entsprechende Beratung zur Verfügung. Unten sind einige Fördermöglichkeiten aufgelistet.
Die Förderbedingungen und die Förderentscheidung richten sich nach den Gegebenheiten des jeweiligen Programms.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sich die FFG-Förderungen in erster Linie an Unternehmen richten; Universitäten und Forschungseinrichtungen wird die Zusammenarbeit mit einem österreichischen Unternehmen dringend empfohlen.

FFG-Basisprogramm

Einzelprojekte von Unternehmen (d.h. bei mehreren Partnern ist von jedem Unternehmen ein eigener Antrag zu stellen), Universitäten und Forschungseinrichtungen als Drittleister (Forschungskooperation), Einreichung jederzeit, sieben Entscheidungstermine pro Jahr; Projekte der experimentellen Entwicklung; erhöhte Förderquoten für KMU (bis zu 60% Zuschuss).
Fallweise kommen auch spezielle Programmlinien des Basisprogramms in Betracht (EFREtop, Bridge, Early Stage, Service Innovation, Frontrunner)

Thematische Förderungen

Kooperative F&E-Projekte in IKT der Zukunft, Mobilität der Zukunft, Produktion der Zukunft, Energieforschung, KIRAS; mindestens zwei Partner aus Österreich notwendig; eine Ausschreibung pro Jahr, jeweils zu gewissen Schwerpunktbereichen; Projekte der industriellen Forschung sowie der experimentellen Entwicklung; Auswahl im konkurrierenden Verfahren

Strukturförderungen

Kooperative F&E-Projekte in COIN-Netzwerke und COMET; für größere AT-Konsortien (ab vier Partner); Ausschreibungsbasiert, Auswahl im konkurrierenden Verfahren

Grenzüberschreitende Förderungen

Bei einem KMU-dominierten Konsortium, zusammen mit mindestens einem KMU im Ausland, kann auch das Eurostars-Programm adressiert werden.