58 Studentinnen und Studenten gingen während der Sommerschule Alpbach 2011 der Frage nach: Wie entstehen Sterne?

Die Sommerschule Alpbach: Ideenpool und Kaderschmiede

Zehn Tage Theorie und Praxis: Neue Missionskonzepte waren gefragt

Die Studentinnen und Studenten erarbeiteten in vier Teams mit jeweils 15 TeilnehmerInnen unter der fachkundigen Anleitung von Tutoren konkrete Missionsvorschläge für neuartige Satellitenmissionen zur Beobachtung und Erforschung von Sternenentstehung.

Wie jedes Jahr eiferten die Teams um das wissenschaftlich und technisch attraktivste Konzept. Die Anforderungen waren hoch, es galt alle Elemente einer möglichen zukünftigen Forschungsmission zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Auswahl der Instrumente, die Grundkonstruktion des Satelliten und seiner Subsysteme sowie die Flugbahn. Auch die voraussichtlichen Missionskosten mussten von den Studierenden ermittelt werden. Am Ende der Sommerschule sollte je ein ausgereiftes Missionskonzept stehen.

Am letzten Tag der Sommerschule wurden die Arbeiten der vier Gruppen in einer jeweils einstündigen Präsentation engagiert vorgestellt und von einer 6-köpfigen Jury erfahrener Weltraumexperten unter dem Vorsitz von Andre Balogh (International Space Science Institute ISSI) individuell nach der Güte der wissenschaftlichen und technischen Ausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit begutachtet. Ein weiteres, wichtiges Kriterium der Beurteilung waren Details im Missions-Management und dem Satellitendesign.

Die Jury stellte allen vorgeschlagenen Missionen ein hervorragendes Zeugnis aus und zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der Studentinnen und Studenten in der kurzen Zeit von 10 Tagen, ihrem Einsatz und ihrer Motivation.

Die Projektvorschläge im Einzelnen:

AEGIS (Advanced European Galaxy Imager & Spectrograph): Untersuchung der Sternentstehungsrate mit einer Rotverschiebung von 0.5 bis 1.5 (Maß für Entfernung und Alter der Objekte) im UV mittels Spektrometer und hochauflösende Bilder für ausgewählte Regionen.

Diese Mission wurde von der Jury mit dem Preis für die beste wissenschaftliche Mission bewertet.

FIO (Far Infrared Observatory): Untersuchung der initialen Massenverteilung in Sternentstehungsgebieten über die thermischen Emissionen von Protosternen mittels Infrarot-Interferometer.

Auch diese Mission wurde mit dem Preis für die beste wissenschaftliche Mission bewertet. Zusätzlich widmete der Präsident der Jury dem Team einen eigenen Award.

PIRANHA (Project for InfraRed Astrometr aNd High Accuracy): Bestandsaufnahme der Position und Bewegung von Sternen und Protosternen innerhalb der optisch dicken Milchstrassenebene im Infrarot.

Die Jury vergab für diese Mission den Preis für die beste Präsentation.

THESEUS (T-Tauri & HErbig Ae/Be stars Study with Echelle Uv Spectrograph): Beobachtung der Magnetfelder und Drehmomenttransfer von Vor-Hauptreihensternen mittels Spektrometern und UV Spektropolarimeter im UV.

Die Mission wurde mit den Preisen für die beste technische Lösung und die konkurrenzfähigste Mission bewertet.
 

Gelernt haben die Studentinnen und Studenten, anhand einer vorgegebenen Problemstellung unter Zeitdruck die Strukturierung einer komplexen Projektarbeit zu üben. Ein wichtiger Aspekt der Sommerschule Alpbach ist es, ein Gefühl für Teamwork in einer Gruppe von jungen Leuten unterschiedlichster Nationalität, Qualifikation und Charakter zu vermitteln – eine Fähigkeit, die für die Arbeit in europäischen Projekten unabdingbar ist.

Die Studentinnen und Studenten 2011 setzten die Tradition der seit 1975 stattfindenden Sommerschulen in Alpbach fort. Die Veranstaltung hat sich zu einer Weltraumfortbildungsstätte mit international anerkanntem Ruf entwickelt und zeigt jedes Jahr, dass die FFG gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA einen wichtigen Beitrag für die europäische Nachwuchsförderung im Weltraumbereich leisten kann.

Die Sommerschule Alpbach wird von der FFG gemeinsam mit der ESA und den nationalen Raumfahrtorganisationen ihrer 17 Mitgliedsstaaten organisiert. Finanziell unterstützt wird die Sommerschule von Austrospace, der Vereinigung der heimischen Raumfahrtindustrie. Ein traditioneller Partner ist das International Space Science Institute (ISSI).

Kontakt

Michaela Gitsch
Michaela Gitsch

T +43 5 7755 3302
michaela.gitsch@ffg.at

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