Das war das FFG FORUM 2011

FFG: Forschung fördern. Wachstum stärken.

Wie das Österreichische Innovationssystem auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein kann, diskutierten Spitzenforscher, Top-Manager und Entscheidungsträger beim diesjährigen FFG FORUM, das am 14. September 2011 in Wien stattfand.

Wien (15. September 2011) - Forschung, Entwicklung und Innovation zählen zu den wichtigsten Einflussfaktoren für Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftswachstum und damit auch für Arbeitsplätze und Wohlstand. Zugleich sollen Forschung, Entwicklung und Innovation dazu beitragen, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu lösen: eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik, leistungsfähige und gleichzeitig Ressourcen schonende Verkehrssysteme, aber auch Fragen der Gesundheit, des selbstbestimmten Alterns und der Informationsgesellschaft.
Beim FFG FORUM setzten sich rund 600 Besucher mit über 40 hochrangigen Vortragenden und Diskussionsteilnehmern über Strategien und konkrete Maßnahmen auseinander, wie Österreich das Ziel, zu den europäischen Innovationsführern aufzuschließen, erreichen kann. Die einhellige Meinung: Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist die Frage nach dem besten Einsatz der Mittel, also nach geeigneten Strukturen und Förderungen mit größtmöglicher Hebelwirkung, besonders wichtig. Die FFG sei hier jedenfalls gut aufgestellt und verfüge über die entsprechenden Instrumente, um diese Herausforderungen zu bewältigen, betonte FFG-Aufsichtsratspräsident Peter Mitterbauer. 

Gruppenfoto (FFG/Demurez)

Mitterlehner/ Bures: Österreich auf der Überholspur

Infrastrukturministerin Doris Bures und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner betonten die Bedeutung guter Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Wirtschaft als zentrale Standortfaktoren. Und sie verwiesen auf die Erfolge der letzten Jahre: In kaum einem anderen Land sind die Forschungsausgaben in den letzten zehn Jahren so stark gestiegen wie in Österreich. Erstmals wird im laufenden Jahr die Grenze von acht Milliarden Euro an Investitionen für Forschung und Entwicklung überschritten. Um diesen Erfolgskurs fortzusetzen, soll gemäß der neuen FTI-Strategie der Bundesregierung auch die Zahl jener Unternehmen, die systematisch Forschung und Entwicklung betreiben, erhöht werden - binnen zwei Jahren um zehn Prozent und bis 2020 um 25 Prozent, wie Mitterlehner betonte. Bures hob die überaus gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft hervor. 11 große Forschungsunternehmen haben die Deklaration "Innovationsland Österreich" unterzeichnet und sind damit eine freiwillige Selbstverpflichtung eingegangen, in den nächsten vier Jahren ihre Forschungsausgaben um 20 Prozent zu erhöhen. Weitere Unternehmen seien nun eingeladen, diesem Beispiel zu folgen, um das Ziel, 3,76 Prozent Forschungsquote bis 2020 möglichst schnell zu erreichen. 

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft legten beim FFG FORUM ein klares Bekenntnis zum Forschungsstandort Österreich ab. So müssten Rahmenbedingungen weiter optimiert und effektive Anreize gesetzt werden. Das Zauberwort lautet „Hebelwirkung“: Mit gezielten Förderungen wird das Forschungsrisiko verringert, die Finanzierung von Projekten erleichtert und Innovationen können rascher in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden. Studien zeigen, dass das eine unverzichtbare Unterstützung für innovative Unternehmen darstellt: Ein Großteil der Projekte könnte ohne Förderung nicht oder nur in einem eingeschränkten Ausmaß durchgeführt werden.

„Wir haben gezielt Förderschwerpunkte gesetzt, um größtmögliche Wirkung zu erzielen. Damit haben wir allein in den vergangenen drei Jahren rund 60.000 Arbeitsplätze geschaffen, oder längerfristig gesichert. Dazu kommen noch 5.600 hochwertige Forschungsarbeitsplätze, die mithilfe der Projekte des BMVIT direkt in den Kompetenzzentren an den Universitäten oder in den Unternehmen geschaffen werden“, so Bures.

Kleine Unternehmen im Fokus

Dabei kommt gerade den Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) eine besondere Bedeutung zu. Für sie wurde in den letzten Jahren eine Reihe von speziellen Unterstützungsmaßnahmen, wie etwa der Innovationsscheck, entwickelt, die sich durch ein vereinfachtes Verfahren und besonders rasche Entscheidungswege auszeichnen. "Mit unserem Innovationsscheck, den wir gerade auf 10.000 Euro aufgestockt haben, setzen wir einen starken Impuls, um noch mehr Klein- und Mittelbetriebe mit Forschung und Entwicklung in Verbindung zu bringen", sagte Mitterlehner. Mit dem KMU-Paket wurde in den letzten Monaten noch ein weiterer wichtiger Impuls gesetzt, so Infrastrukturministerin Doris Bures. 

Aber nicht nur quantitativ, auch qualitativ wurde das Innovationssystem in den letzten Jahren optimiert. Im Bereich der Forschungsförderung wurde die auf Wissenschaftsdisziplinen ausgerichtete Projektfinanzierung weitgehend durch eine Förderung abgelöst, bei der gezielt auch die Anwender und betroffene Interessensgruppen eingebunden werden oder bestimmte Strukturen optimiert werden.
Nicht zuletzt setzt auch die Forschungsstrategie auf einen breiten Innovationsbegriff, der Fragen der Standortpolitik ebenso wie der Humanressourcen und der Chancengleichheit ganz wesentlich umfasst. Als besonders wichtiges Zukunftsfeld nannte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zudem die wissensbasierten Dienstleistungen, die im Rahmen der Dienstleistungs-Initiative des Wirtschaftsministeriums ebenfalls von der FFG gefördert werden können. "Das Wachstumspotenzial ist enorm", so Mitterlehner.

Zusammenarbeit schafft Erfolg

Als zentralen Erfolgsfaktor im Innovationsprozess sahen viele Diskussionsteilnehmer des FFG FORUMs die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. In Österreich mangle es vielfach nicht an der Qualität der Forschung, sondern an der Umsetzung in wirtschaftliche Erfolge, so der Tenor. Verstärkte Anstrengungen im Rahmen von Kooperationsprojekten, Exzellenzentren und Maßnahmen für Unternehmensgründung und Technologietransfer seien zentral. Daher nimmt auch das Thema der Zusammenarbeit und der Überleitung von Forschungsergebnissen aus der Grundlagenforschung in wirtschaftliche Erfolge einen zentralen Stellenwert im Förderportfolio der FFG ein, wie beide Minister betonten. Immerhin würde rund ein Drittel des FFG-Förderbudgets an Hochschulen und Forschungsinstitute ausgeschüttet, zum Großteil im Rahmen von Kooperationsprojekten. 

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Linde Tuscher
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