Galileo-Satelliten erfolgreich gestartet

Europäisches Satellitennavigationssystem "Galileo" soll ab 2019/20 voll einsatzbereit sein

Am Freitag, 21. Oktober starteten die ersten zwei von insgesamt 30 Satelliten des neuen europäischen Navigationssystems ins All. Als Transportmittel diente eine russische Sojus-Rakete, die vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abhob.

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumagentur (ESA). Mit Galileo wird Europa ein eigenes, unabhängiges, globales Satellitennavigationssystem unter ziviler Kontrolle mit uneingeschränkter Zulassung für alle Anwendungen, d. h. mit garantierter Genauigkeit, Verfügbarkeit und Kontinuität besitzen.

Galileo wird eine genaue Positionsbestimmung im Meter-Bereich erlauben. Das System wird im Endausbau aus 30 Satelliten (27 operativ + 3 Reserve) bestehen. Diese werden in einer Höhe von 23.222 km über der Erde kreisen. Bis 2014 sollen insgesamt 18 Satelliten (im besten Fall: 24) im Orbit sein. Das System wird dann teilweise betriebsfähig sein und erste Galileo-Dienste zur Verfügung stellen. Der Vollausbau mit einer Konstellation von 30 Satelliten ist bis spätestens 2019/2020 geplant.

Österreichische Unternehmen und Institute sind bei Galileo an führender Stelle beteiligt. RUAG Aerospace Austria liefert das Herzstück jener Elektronik-Einheit, die die neuartigen Navigationssignale der Galileo-Satelliten erzeugt. Das Unternehmen baut auch wichtige Teile für das „Hirn“ der Satelliten, den Zentralcomputer. RUAG Aerospace Austria ist ebenfalls für die Thermalisolation der Galileo-Satelliten verantwortlich und liefert darüber hinaus wichtige Elemente der Boden- und Testausrüstung für die Satelliten.

Siemens liefert Testsysteme wie die Payload EGSE (electronical ground support equipment). Siemens Österreich hat auch an den terrestrischen Datennetzwerken (MDDN, SDDN), Bodenüberwachungsanlagen, Systemsimulation und Testsysteme für die Satelliten (Anlagen zum Test von Antennen, Stromversorgung, Startverhalten etc.) mitentwickelt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Projekten österreichischer Organisationen, die sich mit der Anwendung und Verwertung von Satelliten-Navigationsdaten beschäftigen.

Kontakt

Michaela Gitsch
Michaela Gitsch

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Start der Sojus-Rakete

Am 21. Oktober 2011 hoben die ersten zwei von insgesamt 30 Galileo-Satelliten ab. (Foto: ESA)