Mitterlehner lanciert neue Krisenpräventionsmaßnahmen

Investitionen und Innovationen forcieren, Qualifizierung junger Fachkräfte mit Coaching-Programm und Bonus für Meisterprüfungen unterstützen, Standort Österreich aufwerten

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat
heute gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer mehrere
Maßnahmen zur Krisenprävention vorgestellt sowie zu den aktuellen
Beschlüssen des EU-Gipfels Stellung bezogen: "Aus Sicht der
Realwirtschaft ist der Schuldenerlass für Griechenland und die
Ausweitung des Rettungsschirms zu begrüßen. Positiv ist auch die
Festlegung, dass sich die Kreditvergabe trotz der höheren
Eigenkapitalkriterien für die Banken nicht verschlechtern darf", so
Mitterlehner.


Gleichzeitig kündigte Mitterlehner ein genaues Monitoring der
Entwicklung an. "Wir werden anhand der Zahlen der Nationalbank
prüfen, wie sich die Kreditvergabe entwickelt, um - wenn notwendig -
gegensteuern zu können", so Mitterlehner. Möglich wäre, dass bei
einer eventuellen Kreditklemme der KMU-Haftungsrahmen, auf den über
die Förderbank aws zugegriffen werden kann, aufgestockt wird.
Unabhängig davon steht 2012 ein erhöhtes Kreditvolumen von 525
Millionen Euro für zinsgünstige ERP-Kredite bereit, womit
Investitionen von rund einer Milliarde Euro ausgelöst werden.
Deutlich erhöht wird zudem die Versorgung mit Risikokapital, das vor
allem junge innovative Unternehmen unterstützen soll.
Zwtl: Unterstützung für Innovation und Standort - Neue Kampagne
"Forschungsplatz Österreich III"


Zusätzlich will Mitterlehner über die Internationalisierungsoffensive
vor allem die Exportaktivitäten verstärken. "Wir forcieren die Diversifizierung
in Richtung neuer Märkte und neuer Produkte", so Mitterlehner. In
diesem Sinne werden auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung
ausgeweitet. 2012 erwartet die Forschungsförderungsgesellschaft FFG
ein All-Time-High bei den Förderungen von rund 418 Millionen Euro.
Unterstützend dafür wirken auch die Forschungsausgaben des
Wirtschaftsministeriums, die 2012 um vier Prozent auf 100,8 Millionen
Euro aufgestockt werden. Mitterlehners Ziel ist es, die Zahl der innovativen
Unternehmen bis 2020 um 25 Prozent zu erhöhen. Daher wurden unter
anderem die Mittel für die Innovationsschecks aufgestockt.


Darüber hinaus will Mitterlehner Österreich im Ausland noch stärker
als attraktiven Standort für innovative Unternehmen und Forscher
positionieren, um vor allem F&E-treibende Unternehmen ins Land zu
holen. Daher hat das Wirtschaftsministerium im Oktober über die
ABA-Invest in Austria die mit 1,8 Millionen Euro dotierte Kampagne
"Forschungsplatz Österreich III" lanciert. Ziel ist es, von 2012 bis
2014 rund 25 zusätzliche F&E-relevante Ansiedlungsprojekte nach
Österreich zu holen.


Zwtl: Förder- und Qualifikationsoffensive für mehr Fachkräfte
Angesichts des demographischen Wandels und des Fachkräftebedarfs
der Betriebe lanciert Mitterlehner eine Förder- und
Qualifikationsoffensive im Bereich der Lehre. "Wir wollen unsere
Ressourcen effizienter einsetzen und neue Zielgruppen für die Lehre
begeistern, um die Zahl der Lehrabschlussprüfungen langfristig um
10.000 zu erhöhen. Dafür wollen wir auch die Drop-Out-Quote
halbieren, unter anderem durch ein neues Coaching-Programm für
Betriebe und Lehrlinge", so Mitterlehner. Im Rahmen eines
Pilotprojekts wird beispielsweise 2012 ein Programm etabliert, das
mit qualifiziertem Personal Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe bei
Problemen unterstützt. Dazu zählen etwa Rechtsberatung und
Förderberatung, aber auch Mediation und Krisenintervention.
Zusätzlich werden für zehn Zukunftsberufe neue Leitlinien erstellt,
die insbesondere erstmals in die Lehre einsteigende Betriebe bei der
Ausbildung unterstützen. Denn im Vorjahr haben 22.000 von insgesamt
129.900 Lehrlingen ihre Lehre abgebrochen oder haben andere
Schwerpunkte gesetzt. Davon haben 5.700 ihre Lehre in der Probezeit
abgebrochen, 4.800 durch einvernehmliche Lösung, knapp 1.600 Lösungen
erfolgten durch den Lehrbetrieb, rund 5.300 durch die Lehrlinge und
4.600 traten die Lehre nicht an bzw. wählten einen anderen oder gar
keinen weiteren Bildungsweg.


Basis der Reform ist eine Novelle des Berufsausbildungsgesetzes
(BAG), die Anfang 2012 in Kraft treten soll. Parallel dazu erlassen
Wirtschafts- und Sozialminister im Einvernehmen neue
Förderrichtlinien, mit denen allein 2012 rund 11,5 Millionen Euro
zielgerichtet und unbürokratisch für die Lehrlingsförderung
eingesetzt werden können.


Zwtl: Neuer Bonus für Meisterprüfungen und Auslandsaufenthalte
Auf Initiative Mitterlehners wird es zudem eine neue finanzielle
Unterstützung für Meisterprüfungen geben, um noch mehr Fachkräfte
dazu zu motivieren, ihre Qualifikation nachhaltig zu steigern. Das
Wirtschaftsministerium übernimmt künftig im Falle des Bestehens ein
Drittel der Prüfungsgebühren, wofür allein 2012 rund zwei Millionen
Euro reserviert sind, zum Jahresende 2012 wird die Maßnahme
evaluiert.


Nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung erhält der
frischgebackene Meister auf Antrag vom Wirtschaftsministerium ein
Drittel der Prüfungsgebühr rückerstattet, was zwischen 132 und 142
Euro ausmachen wird. Die entsprechenden Anträge können ab dem 1.
Jänner 2012 gestellt werden, allerdings auch schon für jene
Meisterprüfungen, die ab 1. November 2011 bestanden worden sind. Die
Auszahlung erfolgt dann rückwirkend auf Antrag.
 

Um künftig mehr Betriebe zu motivieren, ihren Lehrlingen einen
Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, wird es auch in diesem Bereich ab
2012 eine zusätzliche Förderung geben: Der heimische
Ausbildungsbetrieb soll in jener Zeit, in der der Lehrling im Ausland
unterwegs ist, die Lehrlingsentschädigung ersetzt bekommen.

Rückfragehinweis:
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Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Pressesprecher des Bundesministers:
Mag. Waltraud Kaserer
Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
waltraud.kaserer@bmwfj.gv.at
www.bmwfj.gv.at

Mag. Volker Hollenstein
Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
volker.hollenstein@bmwfj.gv.at
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