Zwei Digital Innovation Hubs entstehen in Niederösterreich

Das BMDW fördert nationale Digital Innovation Hubs, um KMU in ihren Digitalisierungsvorhaben gezielt zu vernetzen und zu unterstützen.


Präsentation der Digital Innovation Hubs (v.l.n.r.): ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki, Landesrätin Petra Bohuslav, FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth und Hannes Raffaseder, Prokurist der FH St. Pölten.
 

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) fördert mittels einer Ausschreibung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) die Einrichtung nationaler Digital Innovation Hubs, um kleine und mittlere Betriebe in ihren Digitalisierungsvorhaben gezielt zu vernetzen und zu unterstützen. Nun steht das Ergebnis der Ausschreibung fest: Eine Jury von Expertinnen und Experten hat drei Hubs zur Förderung empfohlen, zwei davon werden ihren Hauptsitz in Niederösterreich haben, einer in Tirol. In Summe fließen so Bundesmittel in der Höhe von 1,32 Mio. Euro in die in Niederösterreich koordinierten Hubs. "Es zeigte sich, dass gerade beim Thema Digitalisierung es entscheidend ist, in Netzwerken – auch über Landesgrenzen hinweg – zusammenzuarbeiten. So sind am ecoplus-Digital Innovation Hub fünf Forschungseinrichtungen Ostösterreichs engagiert, das Land Niederösterreich sowie das Burgenland haben ihre Unterstützung zugesagt, ebenso die Wirtschaftskammern Niederösterreich, Wien, Burgenland und Oberösterreich. Auch der von der FH St. Pölten koordinierte Digital Makers Hub vernetzt mehrere Partner aus Niederösterreich, Oberösterreich und Wien. Es ist sehr schön zu sehen, wie hier eine sehr breite Digitalisierungs-Allianz entstanden ist, mit dem klaren Ziel, kleinere und mittlere Betriebe im digitalen Wandel zu unterstützen", unterstreichen Niederösterreichs Digitalisierungslandesrätin Petra Bohuslav und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth in einer gemeinsamen Pressekonferenz.  


Aktuelle Studien, wie jene der Wirtschaftskammer Österreich zur digitalen Transformation von KMU belegen, dass die Mehrzahl kleinerer und mittlerer Betriebe eigene digitale Innovationsprojekte meidet. Digitale Plattformen, die neue Zugänge zu Wissen und Kooperationen vermitteln sowie Open Innovation-Prozesse werden bisher von ihnen nur in geringem Ausmaß genützt. Hier setzen die beiden Projekte aus Niederösterreich an: der Digital Innovation Hub Ostösterreich (ecoplus-Hub) und der von der FH St. Pölten koordinierte Digital Makers Hub.


"Bei uns in Niederösterreich ist das virtuelle Haus der Digitalisierung die erste Anlaufstelle für Information und Vernetzung. Ich freue mich, dass unser Haus nun einen der ersten Hubs in Österreich organisieren darf und es so deutlich aufgewertet wird. Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern ein umfassendes Dienstleistungsprogramm entwickelt, wo ich überzeugt bin, dass wir damit unseren Betrieben helfen können, mehr digitale Innovationen umsetzen zu können. Durch die zusätzlichen regionalen Mittel aus Niederösterreich und dem Burgenland schaffen wir es, dass der Kostenbeitrag für teilnehmende Betriebe für Leistungen, die für alle KMU zugänglich sind, bei rund zehn Prozent der tatsächlichen Kosten liegt. Wir wollen unsere kleineren und mittleren Betriebe gemeinsam mit den Wirtschaftskammern motivieren sich hier einzubringen", erklärt Digitalisierungslandesrätin Petra Bohuslav


"Die FFG ist ein zentraler Motor der Digitalisierung – wir tragen gezielt dazu bei, dass Österreich zu einem digitalen Top-Standort wird", so FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Jüngstes Beispiel seien die nun präsentierten Digital Innovation Hubs, für die das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) gesamt drei Millionen Euro zur Verfügung stellt. "Der Nutzen und Mehrwert für die Zielgruppe KMU stehen dabei klar im Fokus! Die große regionale Abdeckung ermöglicht es, notwendige Ansprechpartner in direkter Umgebung zu erreichen und das Angebot auch auf die Bedürfnisse vor Ort abstimmen zu können und praxisnah zu gestalten. Das hilft den KMU, aber auch dem gesamten Standort und einzelnen Regionen!" Egerth unterstreicht, dass diese nationalen Hubs auch eine sehr wertvolle Basis für österreichische Stakeholder sind, damit sie sich erfolgreich an europäischen Innovation Hub-Initiativen beteiligen können. 


Das Konzept des ecoplus-Hubs hat drei technologische Schwerpunktthemen im Fokus: 3D-Druck, Blockchain & IT Security sowie Internet der Dinge, Sensorik & Konnektivität. Für jeden Schwerpunkt gibt es Angebote in den Bereichen Information und Bewusstseinsbildung sowie Weiterbildung und Digitale Innovationen. "Teilnehmende Betriebe können individuelle Service-Pakete abrufen und eigene digitale Innovationsprojekte mit Begleitung durch unsere Partner umsetzen. Insgesamt wollen wir so möglichst viele konkrete Umsetzungsprojekte anbahnen", erklärt ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki. Das Konsortium für diesen Hub besteht aus ecoplus, FH St. Pölten, IMC FH Krems, FOTEC, ABC Austrian Blockchain Center und Forschung Burgenland. Als zentrales Vernetzungsinstrument wird Niederösterreichs "Virtuelles Haus der Digitalisierung" dienen. Das Projekt startet Anfang September 2019 und läuft drei Jahre. 


Hannes Raffaseder, Prokurist der Fachhochschule St. Pölten, betont: "Mit vollem Elan bringen wir unsere umfassende Expertise zum digitalen Wandel in das Haus der Digitalisierung ein und freuen uns dabei auf den Ausbau und die Vertiefung vielfältiger Kooperationen. Als perfekt Ergänzung dazu bauen wir gemeinsam mit Industry meets Makers, der Zukunftsakademie Mostviertel und der Tabakfabrik Linz den ‚Digital Makers Hub‘ auf. Entlang der West- und Südachse wollen wir mit möglichst vielen Changemaker österreichweit zur Etablierung einer 'Digital Culture' beitragen und mit innovativen Formaten für Co-Ideation und Co-Creation KMUs bei der Nutzung vielfältiger Chancen unterstützen."

"Digital Innovation Hubs" auf einen Blick
Aufgaben der "Digital Innovation Hubs" sind Information, Weiterbildung und Digitale Innovation zum Nutzen der Zielgruppe KMU. Die erstmals durchgeführte Ausschreibung endete am 28. Februar 2019, von den acht eingereichten Anträgen wurden von der Experten-Jury drei ausgewählt: DIH OST – Digital Innovation Hub Ostösterreich (Antragsteller: ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH), DiMaHub – Digital Makers Hub (Antragsteller: FH St. Pölten) und DIH West – Digital Innovation Hub Westösterreich (Antragsteller: Universität Innsbruck). Sie haben jeweils eine Laufzeit von drei Jahren. Gesamt stehen drei Millionen Euro Budget zur Verfügung, die Förderungsquote beträgt maximal 50 Prozent. Das Programm des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt. 
 

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DI Mag. Markus PROSKE
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