Forschungssicherheit - Risiken erkennen, Kooperationen souverän gestalten

Schutz kritischen Wissens als Bedingung für vertrauensvolle Zusammenarbeit

Forschung ist offen und international — gleichzeitig steigen die Risiken unerwünschter Wissensabflüsse (z. B. für militärische Zwecke), böswilliger Einflussnahme auf die Forschung (z.B. mit dem Ziel der Desinformation oder Selbst-Zensur) und ethische Grundsätze und die Integrität geraten unter Druck.
Forschungssicherheit schützt die akademische Freiheit, das intellektuelle Eigentum von Unternehmen und Forschenden, die Integrität der Institutionen und strategische Ressourcen des Standorts Österreich und Europas.

 

Wo ist Forschungssicherheit verankert? Aufbauend auf einer Mitteilung der EU-Kommission zu einer EU-Strategie zur wirtschaftlichen Sicherheit der Union COM(2020)605 und einem EU Toolkit zur Bekämpfung ausländischer Einflussnahme wurden 2024 EU-Ratsempfehlungen zur “Stärkung der Forschungssicherheit” verabschiedet um die Schnittstelle von Forschung, Innovation und internationaler Kooperation zu adressieren.

Forschungssicherheit ist in den europäischen Initiativen und Horizon Europe verankert — Koordination und Maßnahmen werden auf EU und nationaler Ebene vorangetrieben.

Weiters soll Forschungssicherheit auch im geplanten “Rechtsakt über den Europäischen Forschungsraum” (ERA-Act) verankert werden.

Welche Maßnahmen können Unternehmen und Forschungseinrichtungen treffen?

Organisationen, die Forschung und Entwicklung betreiben, sollten ein klares Bekenntnis der Leitungsebene zu Forschungssicherheit haben. Mitarbeitende und Forschende sollten regelmäßig zum Thema sensibilisiert werden. Auch die Pflichten durch bestehende Rechtsnormen (z.B. im Rahmen der Exportkontrolle und des Risikomanagements) sollten deutlich kommuniziert werden.

Klare Regeln zu IP, Datenzugriff und Cybersecurity, standardisierte Risiko‑Checks für Zusammenarbeit und Kooperationen; Gastaufenthalte und Besuche von/bei Projektpartnern; Veröffentlichungen und Dual‑Use‑Prüfungen, Verankerung von Forschungssicherheit in den Prozessen der Organisation.

Definition von Zuständigkeiten innerhalb der Organisation und Vernetzung mit Peer-Support-Netzwerken
Einrichtung verbindlicher Melde- und Eskalationspfade.

Die FFG setzt sich für eine verantwortungsvolle, offene und zugleich sichere internationale Forschungskooperation ein. Das bedeutet, Risiken frühzeitig zu erkennen, ohne die wissenschaftliche Freiheit und internationale Vernetzung unnötig zu beeinträchtigen. Für forschende Einrichtungen, Unternehmen ebenso wie Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen ergibt sich damit die Notwendigkeit von Risikomanagement für eine verbesserte Forschungssicherheit

Forschungssicherheit ist integraler Bestandteil einer verantwortungsvoller Internationalisierung. Die FFG empfiehlt eine gezielte Sensibilisierung, klare interne Prozesse und die Nutzung nationaler Ansprechstellen zur Umsetzung eines effektiven Risikomanagements.
Gemäß des europäischen Grundsatzes “so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig“ möchte die FFG sichere und produktive Kooperationen und internationale Zusammenarbeit ermöglichen.
Dafür wird von den Antragstellenden erwartet, dass Grundsätze der Forschungssicherheit eingehalten werden, mögliche Risiken analysiert und adäquate Maßnahmen im Sinne des Risikomanagements gesetzt werden.

Welche Ansprechstellen gibt es zum Thema?

  • Bundesministerium für Forschung, Wissenschaft und Frauen (BMFWF) - Contact Point für Universitäten: 
    Das BMFWF hat eine zentrale Kontaktstelle für den Hochschulsektor und die zentralen Einrichtungen gemäß §3 FoFinaG im Wirkungsbereich des BMFWF eingerichtet.
  • Universitäten:
    Die öffentlichen österreichischen Universitäten verfügen jeweils über einen Single Point of Contact für Forschungssicherheit. Dieser ist für Forschende innerhalb der Universität die erste Anlaufstelle zum Thema.
  • Forschungseinrichtungen
    Größere Forschungseinrichtungen verüfgen meist über eine Kontaktstelle zum Thema Forschungssicherheit die direkt zum Thema berät und unterstützt.
  • European Center of Expertise (in Planung)
  • Innenministerium / Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN):
    Die DSN betreut Unternehmen über die Meldestelle Wirtschaftsschutz.
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO):
    Stabsstelle Krisenmanagement und Sicherheitsvorsorge bzw. ARGE Sicherheit und Wirtschaft und Expert:innen zu Exportkontrolle
  • Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET): Exportkontrolle
  • in der FFG wenden Sie sich bitte an Ihr Ausschreibungsteam bzw. den TEC-Connect Servicepoint.

Über die FFG

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die nationale Förderinstitution für die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Förderungen der FFG tragen maßgeblich dazu bei, neues Wissen zu generieren, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und damit am Weltmarkt wettbewerbsfähiger zu sein.
Mehr erfahren

Bleiben Sie verbunden

Jede Woche erhalten Sie ein Update von der FFG in Ihre Inbox. Selbstverständlich können Sie sich jederzeit von unserem Newsletter abmelden.