Kurzanleitung zum FFG-Förderangebot

Unternehmen, Hochschul- und Forschungseinrichtungen finden bei der FFG ein breites Angebot an Fördermöglichkeiten und Dienstleistungen für ihre Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte. Um möglichst rasch zur passenden Förderung zu gelangen, sollten AntragstellerInnen daher zunächst einige wichtige Merkmale des geplanten Projekts festlegen und danach überprüfen, welche Fördermöglichkeiten das gewünschte Projekt bestmöglich unterstützen.

Fünf Projektmerkmale

sind für die erste Orientierung im Förderportfolio der FFG besonders wichtig:

  • Antragsteller – Welche Förderung für wen?
  • Thema – Themenoffene oder thematische Förderung?
  • Projektgröße – Einzelfirmenprojekt oder Konsortium?
  • Stadium der Innovation – Wie weit bis zur Markteinführung („Time-to-Market“)?
  • Finanzierungsform - Welche Förderarten und Förderquellen passen?

 

Welche Förderung für Wen?

Die Förderinstrumente der FFG wenden sich hauptsächlich an Unternehmen, Forschungseinrichtungen, sowie Forscherinnen und Forscher. Die Situation und damit der Förderbedarf eines großen multinationalen Unternehmens sind aber anders als bei einem Kleinstunternehmen, einem Hochschulinstitut oder einer Startup-Firma. Darüber hinaus gibt es Förderangebote, die speziell auf die Entwicklung des Humanpotenzials (Nachwuchsförderung, Mobilität, etc.) abzielen.

Für Kleinstunternehmen (weniger als 10 MitarbeiterInnen) sind oft besonders jene Instrumente interessant, die ohne hohen administrativen Aufwand die Finanzierung kleinerer F&E Projekte erlauben. Dazu zählen etwa der Innovationsscheck, die Basisförderung und die Startup-Förderung. Für Klein- und Mittelunternehmen (bis 250 MitarbeiterInnen) sind je nach Unternehmenssituation fast alle Fördermöglichkeiten der FFG sinnvoll, wobei oft kürzere Verwertungszeiträume von Bedeutung sind. Gut geeignet sind beispielsweise Basisförderung, Headquarter sowie manche themen- und strukturorientierte Programme. Großunternehmen sind naturgemäß in fast allen Förderinstrumenten der FFG präsent, besonders stark in den Programmen Basisförderung, Heaquarter, den so genannten thematischen Programmen, dem 7. EU-Rahmenprogramm und anderen.

Thematische oder themenoffene Förderung?

Die FFG wickelt eigenständig oder im Auftrag von staatlichen Fördergebern sowohl thematisch fokussierte als auch themenoffene Förderprogramme ab. Thematische Förderprogramme unterstützen bestimmte technologiepolitische Schwerpunkte, die als besonders aussichtsreich und wichtig für Österreich eingestuft wurden. Neben einigen nationalen Programmen gehören auch viele Förderprogramme der europäischen Kommission zu den thematischen Programmen.

Themenoffene Förderprogramme sind nicht auf bestimmte Inhalte, sondern auf bestimmte Strukturmerkmale der geförderten Projekte festgelegt. An erster Stelle sind hier die Basisprogramme zu nennen, die einem bottom-up-Prinzip folgen und für alle Technologierichtungen oder Forschungsfelder offenstehen. Themenoffen sind auch die Förderungen der Strukturprogramme (z.B. COMET, COIN, Research Studios Austria, FEMtech). Sie helfen mit, strukturelle Engpässe im Innovationssystem und Schwachstellen zu überwinden und bewährte Strukturen laufend an neue Herausforderungen anzupassen.

Wichtig für AntragstellerInnen: Um den Förderkriterien der verschiedenen Programmarten zu entsprechen, sollten bei thematischen Programmen inhaltliche Aspekte und bei themenoffenen Programmen strukturelle Aspekte des eingereichten Projekts sorgfältig überlegt und im Antrag berücksichtigt werden.

Einzelprojekt oder Projektkonsortium?

Projekte können sowohl durch ein einzelnes Unternehmen als auch durch ein kleineres oder größeres Konsortium verschiedener Organisationen durchgeführt werden. Vor allem in der Basisförderung der FFG werden viele Projekte von einem Unternehmen allein durchgeführt (Konsortialprojekte sind aber ebenfalls möglich).

Oft verfügt ein Unternehmen intern aber nicht über alle Kenntnisse, die für eine bestimmte Innovation benötigt werden. In anderen Fällen ist die Kooperation entlang einer Wertschöpfungskette erforderlich, um wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen. Da kooperative Innovationsprojekte besondere Herausforderungen mit sich bringen, gerade bei der Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungsreinrichtungen, sind viele Förderprogramme ausschließlich für die Förderung von Projekten eines Konsortiums aus mehreren Unternehmen und Forschungseinrichtungen konzipiert. Programme, die besonders auf kooperative Projekte ausgerichtet sind, sind beispielsweise BRIDGE, COMET, COIN, viele thematische Programme, das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020, EUREKA und andere.

Wie lange bis zur Markteinführung?

Für wirtschaftsnahe und anwendungsorientierte Forschung stehen bei der FFG Förderinstrumente zur Verfügung, die von mittel- bis langfristiger industrieller Forschung (Zeithorizont bis zur Markteinführung größer als drei Jahre) über experimentelle Entwicklung von Prototypen bis zu kurzfristigeren Markteinführungsprojekten reichen. Ganz allgemein gilt die Faustregel: Je höher das Entwicklungsrisiko (also je länger der notwendige Zeitraum bis zu einer Markteinführung), desto höher ist die Förderintensität (Anteil der geförderten Projektkosten), aber desto strenger ist auch die Projektauswahl.

Programme, die langfristige, hoch innovative Projekte unterstützen sind etwa FIT-IT, BRIDGE, COMET und das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020. Im mittelfristigen Bereich der experimentellen Entwicklung (bis zu drei Jahre vor Markteinführung) gibt es ebenfalls ein breites Angebot der FFG, oft im Zusammenhang mit besonderen technischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Programmzielen. Dazu zählen etwa Basisprogramm, EUREKA, benefit und COIN. Eher kurzfristige Projekte (bis zu ein Jahr zur Markteinführung) werden mit besonders schlanken Beantragungs- und Evaluierungsverfahren ausgewählt und erhalten Förderintensitäten entsprechend dem verbleibenden Projektrisiko und den Programmzielen.

Welche Finanzierungsform passt für mein Projekt?

Während die meisten Förderprogramme nicht-rückzahlbare Zuschüsse auszahlen, wird im Basisprogramm für einen Teil der Finanzierungssumme meist ein Mix aus begünstigtem Darlehen und Haftungen angeboten. Daneben gibt es in verschiedenen Förderprogrammen unterschiedliche Programmeigentümer und Geldgeber, wie den Bund, die Bundesländer und die Europäische Kommission. Auch die rechtliche Grundlage für die Förderung ist unterschiedlich. Bei manchen Förderprogrammen gibt es besondere Anforderungen an die Förderwerber im Bereich der Projektabrechnung und Kostendarstellung, zu denen die FFG umfassende Beratungsleistungen anbietet.

Die geeignete Finanzierungsform für ein geplantes Projekt ergibt sich letztlich immer aus der Art des Vorhabens und den Bedürfnissen der projektbeteiligten Organisationen.