#Success-Story: Innovation in der Sensoren-Fertigung ebnet den Weg für autonom fahrende Autos

Geschrieben am 23.02.2022
Miniaturisierung in der Elektronik wird vorangetrieben
Mit der Entwicklung eines innovativen, Ressourcen und Kosten schonenden Fertigungsverfahren für eine neue Sensoren-Generation will das europäische Forschungsprojekt TINKER ein Hemmnis für die breite Umsetzung autonom fahrender Autos überwinden. Das mit Mitteln aus Horizon 2020 geförderte Projekt wird vom Produktionsforschungsinstitut Profactor in Steyr koordiniert.

Ein Wafer aus der Chip-Produktion. Foto: Profactor

Mit additiven Fertigungstechnologien zu kostengünstigen miniaturisierten Sensoren.

Foto: Profactor GmbH

 

Der Kontext

Autonom fahrende Autos gehören zu den Mobilitätskonzepten der Zukunft. Einer massentauglichen Umsetzung stehen aber noch einige problematische Eigenschaften der bisher dafür eingesetzten Sensoren entgegen. Diese müssen dem autonomen System jene optischen Informationen liefern, die es seine Umgebung, die Fahrbahn, Hindernisse und Gefahren erkennen lassen. Rund 45 solcher Sensoren sind notwendig, damit sich ein Fahrzeug sicher im Verkehr bewegen kann. Auf derzeitigem technischen Stand sind sie aber für eine breite Anwendung zu voluminös, zu schwer, zu energieintensiv und in Summe zu kostspielig. Das EU-Forschungsprojekt TINKER, aus Horizon 2020 finanziert und von Profactor koordiniert, bietet mit der Entwicklung eines innovativen Fertigungsverfahrens für eine neue Generation von miniaturisierten und weniger Energie verbrauchenden Sensoren eine Lösung an.

Das Projekt

Ziel des dreijährigen Projekts ist die Entwicklung eines verlässlichen, kostengünstigen und ressourceneffizienten Fertigungsverfahrens zur Produktion von miniaturisierten Sensoren. Angestrebte Forschungsergebnisse sind dabei zum einen der Aufbau einer Produktionsplattform für Sensoren, die auf additiver Fertigung – also im 3D-Druckverfahren – beruht, zum anderen die Herstellung von sowohl auf Radar- als auch auf Lasertechnologien (RADAR und LiDAR) basierten Sensoren als Anwendungsdemonstration. 

TINKER setzt dabei auf den Einsatz von neuen Schlüsseltechnologien. Eine wesentliche Rolle spielt die Nanoimprint-Lithographie als additives Fertigungsverfahren, das Bauteile im Nanomaßstab herstellen kann. Damit können die Verbindungen von Mikroelektronik- und Optikkomponenten weitgehend miniaturisiert werden, was Gewicht und Energiebedarf der Sensoren wesentlich reduziert. Die Leiterbahnen und Verbindungen zwischen den Mikroelektronik-Bauteilen werden im Tintenstrahlverfahren gedruckt, was eine möglichst raumsparende Herstellung ermöglicht. Der Einsatz von Artificial Intelligence soll verhindern, dass Fehler in der Produktion überhaupt entstehen, indem Qualitätsmängel unmittelbar an die Maschinen gemeldet und von diesen automatisch noch im Prozess behoben werden. Damit wird eine Produktion ohne Ausschuss und unter größtmöglicher Ressourcenschonung erreicht.

 

Durch das Projekt sollen die Potenziale der Miniaturisierung in der Fertigung mikroelektronischer Bauteile wesentlich erweitert werden. Damit wird ein gewichtiger Beitrag zum Ziel des Horizon-2020-Calls „Transforming European Industry“ geleistet.

Das Konsortium

Profactor koordiniert das Projekt, an dem 15 Partner aus Industrie und Forschung, die aus acht Ländern kommen, zusammenarbeiten:

Die Partner:

Profactor GmbH, Österreich

Amires Sro, Tschechien

Robert Bosch GmbH, Deutschland

Marelli Automotive Lighting Italia Spa, Italien

Besi Austria GmbH, Österreich

Commissariat à l’energie atomique et aux energies alternatives, Frankreich

Notion Systems GmbH, Deutschland

Infineon Technologies AG, Deutschland

Ev Group E. Thallner GmbH, Österreich

Sentech Instruments GmbH, Deutschland

Idryma Technologias Kai Erevnas, Griechenland

P.V. Nano Cell Ltd, Israel

Tiger Coatings, Österreich

Inkron Oy, Finnland

Austrian Standards International, Österreich

Die Rolle der österreichischen Partner

Profactor fungiert als Projektkoordinator und verantwortet die Entwicklung additiver Fertigungsschritte, inline Inspektion und Machine Learning sowie die Maschineninteroperabilität.

Besi besorgt die Bestückung von Elektronikbauteilen in Leiterplatten und die Entwicklung der entsprechenden Komponenten der Pilotanlage.

EV Group entwickelt die Strukturierungsprozesse sowie die entsprechenden Komponenten der Pilotanlage.

TIGER ist für die Entwicklung von Inkjet-Tinten für elektrische und thermisch leitfähige Anwendungen zuständig.

Austrian Standards International unterstützt das Konsortium in Fragen zu Standards und Standardisierungen.  



Der Mehrwert eines EU-Projekts

Leo Schranzhofer, Projektkoordinator des Projekts TINKER

Foto: Leo Schranzhofer

„Das Besondere an einem EU Projekt ist die enge länderübergreifende Kooperation“, erklärt Leo Schranzhofer, Projektleiter von TINKER. „Der Teamgeist in solchen Projekten ist besonders stark ausgeprägt, was einen gegenseitigen Wissensaustausch, aber auch nachgelagerte langfristige Kooperationen fördert.“

Projekttitel: TINKER - Fabrication of Sensor Packages enabled by Additive Manufacturing

Förderprogramm: Horizon 2020

Förderlinie: LEIT NMP

Projekttyp: RIA

Projektkosten: 10,24 Mio. Euro

davon EU-Förderung: 10,24 Mio. Euro

Projektstart: 1. Oktober 2020

Projektende: 30. September 2023

Projektkoordinator: Profactor GmbH

Koordinator: Dr. Leo Schranzhofer

e-mail: [email protected]

Tel.: +43 7252 885 429

Weitere österreichische Projektpartner:

Besi Austria GmbH

EV Group E. Thallner GmbH

TIGER Coatings GmbH & Co. KG

Austrian Standards International

Projektwebsite: https://www.project-tinker.eu/ 

Kontakt

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