Die Klima- und Umweltkrise stellt eine massive Bedrohung für zahlreiche Tierarten dar.
Besonders betroffen sind Vögel, die entlang ihrer Zugrouten immer häufiger durch Stromschläge und Kollisionen mit Stromleitungen ums Leben kommen – jedes Jahr werden so Tausende Tiere verletzt oder getötet.
Das LIFE Danube Free Sky Projekt setzt genau hier an – mit innovativen Schutzmaßnahmen entlang der Donau, einem der wichtigsten Vogelzugkorridore Europas.
Insgesamt 15 Partner aus sieben Ländern arbeiten über Grenzen hinweg zusammen, um die effektivste Naturschutzmaßnahme im Bereich Vogelschutz umzusetzen.
Das Projekt
Das LIFE Danube Free Sky Projekt adressiert eine der größten Gefahren für mehr als 380 Vogelarten: tödliche Kollisionen mit Stromleitungen und Stromschläge an Masten. Im Projektgebiet liegen etwa 2.074 km besonders risikoreicher Stromleitungen. Hier werden gezielt Schutzmaßnahmen umgesetzt:
- Über 245 km werden mit Vogelschutzfahnen markiert, um sie für Vögel besser sichtbar zu machen.
- Mehr als 3.200 der gefährlichsten Masten erhalten spezielle Schutzkappen.
Zwischen Neusiedl/See und Kittsee werden ca. 45 Kilometer durch 900 an Masten installierte Schutzkappen vogelsicher gemacht. Zusätzlich werden 120 reflektierende Sichtscheiben, sogenannte FireFlys, entlang der Bahnleitungen montiert. Vögel können dadurch potenzielle Hindernisse besser erkennen und Gefahren ausweichen.
Diese Maßnahmen retten jährlich rund 2.000 Vögel – darunter auch viele seltene und gefährdete Arten. Besonders wertvoll ist der Schutz in wiederhergestellten Wasserlebensräumen entlang der Donau, die durch 16 frühere LIFE-Projekte revitalisiert wurden und als wichtige Brut- und Rastplätze dienen.
Die Rolle der österreichischen Partner
In Österreich arbeiten die Nationalpark Donau-Auen GmbH und die ÖBB-Infrastruktur AG eng zusammen, um die Oberleitungen und Bahnstrommasten in der Ostregion vogelsicher zu machen.
Die Installation der Vogelschutzkappen und FireFlys übernimmt die ÖBB, die Nationalpark Donau-Auen GmbH ist für das Monitoring der Maßnahmenumsetzung, sowie Kommunikationsmaßnahmen zuständig.
Der Mehrwert eines EU-Projekts
"Vögel kennen keine Grenzen. Daher kann auch ein transnationales Projekt wie Danube Free Sky nur durch grenzübergreifende Zusammenarbeit erfolgreich sein. EU Projekte wie LIFE oder Interreg bieten hierbei die Möglichkeit, Partnerschaften zwischen Ländern aufzubauen und zu vertiefen, voneinander zu lernen und nationale Maßnahmen in einen internationalen Kontext zu stellen. Transnationale Korridore, wie in diesem Fall die Donau als Migrationskorridor für verschiedene Vogelarten, benötigen überregionale Initiativen, um die Integrität und Lebensraumqualität der Zielarten zu verbessern", so Christoph Litschauer, Nationalpark Donau-Auen GmbH.