Ebenso das innovative ESSBAR-Balkonsystem für Bestandsbauten, das unter Federführung der Rhomberg Bau GmbH aus dem FFG-Basisprogramm geförderten Projekt hervorgegangen ist „Wir haben in Städten ein riesen Thema mit Nahrung und Versorgung“, sagt Paul Rasper, Business Development Manager bei der Rhomberg Bau GmbH. „Wenn man die Klimaziele erreichen möchte, dann muss man schauen, dass die Transportwege kürzer werden, und der kürzeste Weg für Nahrung ist vom Balkon in die Küche.“
Doch nicht jedes Gebäude hat einen Balkon. Genau hier setzt ESSBAR an: Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat ein modulares Vertical-Farming-Balkonsystem entwickelt, das sich an geeigneten Bestandsbauten nachrüsten lässt. Die Balkonmodule sind komplett mit allem ausgestattet, was fürs Gärtnern benötigt wird: von Pflanztrögen bis hin zu einem intelligenten Bewässerungssystem, das am Dach gesammeltes Regenwasser nutzt. „Unser Projekt ESSBAR denkt die urbane Nahrungsbeschaffung ganz neu“, sagt Paul Rasper. „Es geht darum, dass man auf dem eigenen Balkon Pflanzen anbaut, die einfach zu nutzen und einfach zu ernten sind.“
Regenwasser für die Beete
Zu Demonstrationszwecken wurden in der Karmarschgasse im 10. Wiener Gemeindebezirk im Zuge einer thermischen Sanierung eines 1980er-Jahre-Bestandsgebäudes 32 Balkone mit insgesamt 220 m² neuer Freifläche sowie 64 Vertikalbeeten nachgerüstet. Ebenso wurde das Dach erneuert und so ausgeführt, dass das Regenwasser in einen ca. 15.000 Liter großen Wassertank gelangt. Von diesem Tank werden alle Vertikalbeete mit Wasser versorgt. Der Strom für die Wasserpumpen kommt aus einer Photovoltaikanlage. „Das Regenwassermanagement ist ein wichtiger Teil des Projekts und hat besonderen Stellenwert im Hinblick auf Klimawandelanpassung, Pflanzenwachstum und zukünftige Frischwasserkosten“, heißt es in einer Pressemeldung zum Projekt.
Projektpartner:innen mit Herzblut
Für die Rhomberg Bau GmbH ist ESSBAR ein Schlüsselprojekt, wie Paul Rasper betont. Mit an Bord waren die Donau-Universität Krems, die Universität für Bodenkultur Wien sowie die Unternehmen greenpass GmbH, Sozialbau AG, Grünstattgrau – Forschungs- und Innovations GmbH, Herbios – Vertikalgarten GmbH und Geoplast – Kunststofftechnik GmbH und WoodRocks Bau GmbH. Paul Rasper: „Sowohl bei den großen als auch bei den kleineren Partner:innen haben zahlreiche engagierte Personen sehr viel Herzblut ins Projekt investiert; ohne das wäre ein Forschungsprojekt wie ESSBAR wahrscheinlich nicht möglich.“
Auch von der FFG kam passgenaue Unterstützung für das Innovationsprojekt. „Während der Antragsstellung hat die FFG sehr geholfen“, erzählt Paul Rasper. „Bei einem Forschungsantrag ist es immer so, dass viele Blickpunkte auf Rahmenbedingungen, auf die Arbeitspakete, auf die Strukturierung gelegt werden müssen. Da geht's um Korrektheit und Genauigkeit, und da ist es sehr hilfreich, wenn man die FFG kontaktiert.“