VASCage: Schlaganfall-Risiken mit KI erkennen

Auf einem Monitor sind mehrere detaillierte CT-Bilder des menschlichen Oberkörpers in unterschiedlichen Schnittebenen sowie eine 3D-Darstellung zu sehen.

Rund die Hälfte der jährlich 19.000 Schlaganfälle ließe sich vermeiden, würden Risikofaktoren frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das Tiroler COMET-Zentrum VASCage arbeitet an der KI-gestützten Auswertung von MRT-Daten, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.


VASCage ist ein medizinisches Forschungszentrum mit Schwerpunkt Schlaganfall, das translational – also an der Schnittstelle von Forschung und medizinischer Anwendung – agiert. „Wir beschäftigen uns vor allem mit den Themen Prävention, Mechanismen, Diagnose, Therapie und Rehabilitation“, sagt Geschäftsführer Matthias Ullrich. „Besonders macht uns, dass wir personalisierte digitale Medizin einsetzen, um diese Ziele zu verfolgen.“
 

Risikofaktoren mittels KI erkennen

So arbeitet die Data-Science-Abteilung von VASCage daran, mit KI-gestützten Methoden die riesigen Datenmengen auszuwerten, die bei bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) anfallen. Die dreidimensionalen MRT-Bilder können nicht auf einen Blick erfasst, sondern müssen von Radiologen und Radiologinnen Schicht für Schicht gesichtet werden. Mit KI lassen sich die Bilddaten nicht nur deutlich schneller auswerten, sondern Risiken auch feinmaschiger erkennen. 

„Wir entwickeln einen KI-basierten Ansatz, der MRT-Bilder des Kopf-Hals-Bereichs auf bestimmte Merkmale durchforstet, welche auf ein erhöhtes Risiko für eine Schlaganfall hindeuten, etwas Plaques in der Halsschlagader“ sagt Karl Fritsch, Leiter Data Science. Auf Basis der Diagnose werden dann präventive Maßnahmen gesetzt.
„Langfristig wollen wir uns nicht nur der Verbesserung der Diagnostik und Behandlung widmen, sondern vor allem auch damit beschäftigen, dass wir Diagnosen exakt und vor allem auch schneller und effizienter gestalten können“, so der Data-Science-Experte. 
 

Einzigartiger Forschungsansatz dank COMET-Förderung

VASCage hat seit seiner Aufnahme ins COMET-Exzellenzprogramm anno 2018 gemeinsam mit weltweit führenden Partnern aus Wissenschaft, Klinik und Industrie bereits mehrere Algorithmen entwickelt, die zur Analyse von MRT-Bildern des Gehirns oder der Knochenmikrostruktur sowie generell zur Beschleunigung von MRT-Aufnahmen dienen.

"Ohne die FFG würde es ein Forschungszentrum wie VASCage nicht geben“, unterstreicht Geschäftsführer Matthias Ullrich. „Der translationale Forschungsansatz, den wir bei VASCage verfolgen, ist weltweit einzigartig, und so etwas geht nur über die COMET-Förderung. Es ist aber nicht allein der COMET-Bereich, der für uns wichtig ist, sondern die FFG ist professioneller Ansprechpartner auch für andere Förderungen und andere Ideen.“

Über die FFG

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die nationale Förderinstitution für die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Förderungen der FFG tragen maßgeblich dazu bei, neues Wissen zu generieren, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und damit am Weltmarkt wettbewerbsfähiger zu sein.
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