Visual Analytics: Johanna Schmidt ist FEMtech-Expertin des Monats

Geschrieben am 16.09.2021
Die FEMtech-Initiative des Klimaschutzministeriums fördert Frauen in Forschung und Technologie und setzt sich für Chancengleichheit ein.
Johanna Schmidt ist die FEMtech-Expertin des Monats September. Die promovierte Wienerin arbeitet seit 2019 am COMET-Forschungszentrum für Virtual Reality und Visualisierung (VRVis), wo sie seit vergangenem Sommer auch die Leitung der Forschungsgruppe Visual Analytics übernommen hat.

„Wir erforschen neue Technologien, um Daten am Computer sichtbar zu machen. Die Anwendungen reichen von digitalen Zwillingen (Digital Twins) bis zu Data Science oder Virtual Reality“, so Schmidt über ihre vielseitige Arbeit, die sie mit jener von Detektiv:innen vergleicht.

 

Dr. Johanna Schmidt, VRVis, im Büro. Foto: VRVis

Dr. Johanna Schmidt, VRVis.

Foto: VRVis

 

So wisse man bei der Datenvisualisierung und speziell bei der explorativen Analyse von Daten nie genau, was in den Datenmengen zu finden sein wird, ob Annahmen, die man getroffen hat, bestätigt werden, oder ob man neue Dinge entdecken wird, von denen man vorher noch nichts wusste. Grundsätzlich tut sich der Mensch bei der Betrachtung von Zahlen- und Buchstabenkolonnen nicht leicht den richtigen Zugang dazu zu finden. „Die Datenvisualisierung ermöglicht es uns, aus den Daten Informationen und Bilder zu generieren, welche wir plötzlich verstehen und interpretieren können. Plötzlich ist es uns möglich, einen instinktiven Dialog mit Daten einzugehen, kreative Fragen zu stellen, und auch die richtigen Antworten zu bekommen.“ Zusätzlich bleibt ein Ansatz am VRVis, in die Datenanalysen psychologische und kognitionswissenschaftliche Ansätze einfließen zu lassen, um mehr über die menschlichen Fähigkeiten zum Lesen visueller Information zu lernen. „Der Mensch ist ein visuelles Wesen. Wir möchten noch genauer erforschen, wie genau die visuelle Information verarbeitet wird – um das für zukünftige Technologien zu nutzen.“

Nach einem Informatik-Studium an der Technischen Universität Wien und anschließender Dissertation zur Datenanalyse und der visuellen Darstellung von Informationen am Computer hat Schmidt es sich zur Profession gemacht, Menschen Einblicke in komplexe, unübersichtliche Datenmengen zu ermöglichen. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt am AIT Austrian Institute of Technology GmbH, wo sie im Bereich der visuellen Analyse Mobilitätsdaten aufbereitete, wechselte sie 2019 zur VRVis Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH, wo sie im Juli 2020 die Leitung der Forschungsgruppe Visual Analytics übernahm.

„Dies gibt mir die Möglichkeit neben meinen fachlichen Kompetenzen auch Erfahrung im Bereich Projektleitung, Budgetplanung und Mitarbeiter:innenführung zu erwerben. Zusätzlich zur Leitungs- und Forschungstätigkeit ist mir auch die Weitergabe von Wissen ein Anliegen. Ich bin derzeit als Lehrbeauftragte an der Technischen Universität Wien und an der Fachhochschule Salzburg tätig.“

Am VRVis entwickeln Schmidt und ihr Team maßgeschneiderte Lösungen für die realen Datenprobleme verschiedenster Auftraggeber und ermöglichen schnelle Analysen beispielsweise von Zeitreihendaten aus der Industrie, der Entwicklung von Vorhersagemodellen für den Energiesektor oder auch der Analyse von Leistungsindikatoren im Gesundheitswesen. „Die verschiedenen Projekte eint, dass es Menschen in diesen Fachbereichen durch die visuelle Darstellung besser ermöglicht wird, Einblicke in sonst unüberschaubare und komplexe Datenmengen zu bekommen“, erläutert Schmidt den Nutzen der Visual Analytics.

Das VRVis ist ein außeruniversitäres Forschungszentrum in Wien und Österreichs führende Forschungseinrichtung auf dem Gebiet des Visual Computing, welches Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlägt. Das VRVis wird im Rahmen des Programms COMET – Competence Centers for Excellent Technologies unter anderem durch das Klimaschutzministerium (BMK) über die FFG gefördert.

Mit der Initiative FEMtech fördert das Klimaschutzministerium (BMK) Frauen in Forschung und Technologie und setzt sich für Chancengleichheit in der industriellen und außeruniversitären Forschung ein.



Rückfragen & Kontakt:

BM für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie

Florian Berger, Pressesprecher der Bundesministerin

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