CIRCUL-A-BILITY: Lebensmittelverpackungen neu gedacht

Frau mit schwarzem Pullover und gelber Hose sitzt auf einer Laborarbeitsfläche mit verschiedenen Laborutensilien und Proben in einem hellen Laborraum.

Lebensmittelverpackungen sichern Qualität, Haltbarkeit und ermöglichen zudem Informationsvermittlung und Convenience. Gleichzeitig stehen sie zunehmend im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit, Zirkularität und der Reduktion von Lebensmittelverlusten und -abfällen. Das europäische Netzwerkprojekt CIRCUL-A-BILITY setzt genau hier an und entwickelt Ansätze, um Verpackungssysteme ganzheitlich und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Das interdisziplinäre Projekt geht dabei über den Stand der Technik hinaus und adressiert sowohl technische als auch nichttechnische Herausforderungen. Dazu zählen etwa Materialfragen, Sicherheitsaspekte im Lebensmittelkontakt, aber auch Konsument:innenverhalten, Kommunikation und regulatorische Rahmenbedingungen. Ziel ist es, nachhaltige Lebensmittelverpackungen und zirkuläre Versorgungsketten systematisch zu stärken und deren Umsetzung in der Praxis zu unterstützen. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen einer COST Action.

Nutzen für Forschung und Anwendung

CIRCUL-A-BILITY schafft die Grundlage, um Innovationen im Bereich nachhaltiger Verpackungen gezielt voranzutreiben. Durch den Austausch von Daten zu Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Verpackungen sowie durch die Einbindung von Konsument:innenperspektiven entstehen fundierte Entscheidungsgrundlagen für neue Lösungen.
Das Projekt trägt dazu bei, den technischen Fortschritt weiterzuentwickeln, die Erstellung von Prototypen zu beschleunigen und den Technologietransfer in die Praxis zu stärken. Gleichzeitig wird Doppelarbeit in der Forschung vermieden und die wissenschaftliche Zusammenarbeit auf europäischer Ebene intensiviert. 

Zusammenarbeit im europäischen Netzwerk

Ein zentrales Element von CIRCUL-A-BILITY ist der Aufbau eines europaweiten Netzwerks. Mehr als 200 Expert:innen aus 37 Ländern arbeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen, von Material- und Lebensmittelwissenschaft über Industrie und Produktion bis hin zu Konsument:innenforschung und politischen Entscheidungsträger:innen. 
Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, Forschung zu harmonisieren, Wissen auszutauschen und gemeinsam wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. Gleichzeitig werden neue Kooperationen initiiert und langfristige Partnerschaften aufgebaut, die über das Projekt hinaus wirken.

Internationale Vernetzung als Karrierefaktor

Ein Beispiel für die Wirkung dieses Netzwerks ist die Rolle von Victoria Krauter von der Hochschule Campus Wien. Sie leitet im Projekt die Arbeitsgruppe „Cereals and Confectionary“ und bringt ihre Expertise im Bereich nachhaltige Verpackungstechnologie ein. Die Mitarbeit im Projekt ermöglicht ihr nicht nur, inhaltliche Schwerpunkte mitzugestalten, sondern auch, ihr internationales Netzwerk gezielt auszubauen. Der interdisziplinäre Austausch sowie gemeinsame Projekt- und Publikationstätigkeiten haben wesentlich zu ihrer wissenschaftlichen Weiterentwicklung beigetragen.

Diese Aktivitäten stehen in direktem Zusammenhang mit ihrer Habilitation im Fach Food Packaging Technology an der Universität für Bodenkultur Wien mit dem Titel „Supporting the transition to sustainable food packaging“. Gleichzeitig stärkt die Projektbeteiligung ihre Sichtbarkeit als Expertin im Forschungsfeld.
Ihre Expertise wird auch auf europäischer Ebene geschätzt. Aktuell unterstützt sie die Europäische Kommission als externe Expertin bei der Überarbeitung der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Impulse für die Zukunft nachhaltiger Verpackungen

CIRCUL-A-BILITY zeigt, wie durch gezielte Vernetzung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch von Wissen Innovation beschleunigt werden kann. Das Projekt stärkt nicht nur die wissenschaftliche Basis, sondern unterstützt auch die Umsetzung nachhaltiger Lösungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Transformation von Lebensmittelverpackungen hin zu einem nachhaltigeren und zirkulären System und zeigt gleichzeitig, wie europäische Zusammenarbeit neue Perspektiven für Forschung, Innovation und Karriereentwicklung eröffnet.

 

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