Flectuation: Grenzenlose Weiterentwicklung

Die Initiative „IraSME“ (International research activities by small and medium-sized enterprises) hat es sich zur Aufgabe gemacht, kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) weiter nach vorne zu bringen. Dies soll vor allem durch enge und grenzübergreifende Zusammenarbeit gelingen.
Gefördert wird dabei die Umsetzung konkreter Innovationsvorhaben (Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen) in einem länderübergreifenden Netzwerk mit mehreren Konsortialmitgliedern.

Eine Fassade, die Schatten spendet

Ein echtes Leuchtturmprojekt ist dabei das internationale Forschungsprojekt „Flectuation“, bei dem die Entwicklung von adaptiven Fassadenbauteilen (Verschattungseinheiten) aus thermoplastischen Faserverbundkunststoffen (FVK) im Vordergrund stand. Die Verformung der adaptiven Teile erfolgt durch pneumatische Aktuatoren, die in den Materialaufbau integriert sind. Die dafür benötigte Energie wird durch Photovoltaik-Elemente erzeugt, die auf der Bauteiloberfläche angebracht sind. Angewandt wird das Projekt aktuell im Botanischen Garten der Universität Freiburg, bei dem die Fassade eines Gebäudes nach dem Vorbild der Natur gestaltet wurde. Das Forschungsteam entwickelte hierfür Beschattungselemente, die mit fließenden Bewegungen wie Schmetterlingsflügel wirken und mit einem Schließmechanismus an fleischfressende Pflanzen erinnern.

Innovation aus Österreich

Besonders spannend: Das im Botanischen Garten zum Einsatz kommende „FlectoLine“-System kommt aus Österreich und wurde von der Firma HELLA entwickelt. Über zwei Jahre lang simulierte die Abteilung HELLA InnovationLAB in einem 3D-Modell – dem sogenannten „digitalen Zwilling“ – Wärme- und Lichtverhältnisse sowie die erzeugte Sonnenenergie aus Photovoltaik-Elementen. Zudem installierte HELLA Sonnenschutzsensoren, die von der hauseigenen Steuerungstechnik entwickelt
wurden, im Inneren des Gebäudes. Das Unternehmen beschäftigt dafür eigene Expertinnen und Experten in seinem InnovationLAB, um sein Know-how in einer Vielzahl von Fachbereichen, darunter Smart-Building-Technologies, Meteorologie, Mechatronik, Mathematik und Physik, zu erweitern. „Unsere umfassenden Investitionen in Forschung und Entwicklung haben schon immer einen großen Beitrag zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit geleistet, und wir sind sehr stolz auf die vielen F&E-Erfolge, die unsere Expertenteams bereits verzeichnet haben“, so Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der HELLA Gruppe.


Umgesetzt wurde „Flectuation“ mit Förderungen aus Deutschland und Österreich. Auf deutscher Seite fand dies durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz der Bundesrepublik im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) und auf österreichischer Seite durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus und das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur über die FFG statt.

Über die FFG

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die nationale Förderinstitution für die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Förderungen der FFG tragen maßgeblich dazu bei, neues Wissen zu generieren, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und damit am Weltmarkt wettbewerbsfähiger zu sein.
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