Immer mehr Hausbesitzer:innen in Österreich tun es: Sie lassen sich Photovoltaik-Anlagen am Dach installieren. Das Modul mit Wechselrichter und Energiespeicher, damit die Waschmaschine auch dann Strom bekommt, wenn draußen keine Sonne scheint, steht meist im Keller. Gleich wie bei E-Fahrzeug-Batterien kommt beim Stromspeicher für den Heimgebrauch bevorzugt Lithium-Ionen-Technologie zum Einsatz. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern, denn das Grazer Start-up „Kite Rise“ hat einen neuen All-in-One-Energiespeicher entwickelt, der Natrium-Ionen-Zellen einsetzt und sich als technologisch überlegen präsentiert.
Den ersten Meilenstein setzte das Unternehmen mit einem Grundlagenforschungsprojekt im BRIDGE-Programm.
Sicherer, robuster und nachhaltiger
Seit zwei Jahren testet Kite Rise seinen mit FFG-Förderung entwickelten Premium-Heimspeicher „Guardian Angel“ auf Herz und Nieren. Dabei konnten folgende wesentliche Vorteile gegenüber marktüblichen Li-Ion-Energiespeichern bestätigt werden:
- Sicherheit: Die von „Kite Rise“ verwendete Next-Level-Technologie ist zu 100 % sicher. Thermische Reaktionen nach Kurzschlüssen, wie man sie von E-Fahrzeug-Batterien kennt, sind technisch ausgeschlossen. Es besteht weder Brandgefahr noch Explosionsgefahr, noch können im Falle eines Kurzschlusses giftige Gase austreten. Kite Rise hat sein Produkt daher „Guardian Angel“ getauft.
- Robustheit: Der „Guardian Angel“ ist im Gegensatz zu Li-Ion-Systemen kaum temperaturempfindlich. Er bringt bis -20 Grad Celsius volle Leistung und könnte damit sogar im Freien aufgestellt werden.
- Lebensdauer: Während aktuelle Li-Ion-Zellen rund 5.000 bis 6.000 Ladezyklen unter Laborbedingungen vertragen, versprechen die Entwickler des „Guardian Angel“ 10.000 Zyklen unter Realbedingungen.
- Recycling: Die Komponenten des „Guardian Angel“ stammen aus Frankreich, Belgien und Deutschland, die Produktion erfolgt in Österreich. Die Transportwege sind damit kürzer, die Versorgungssicherheit ist höher als bei Komponenten aus Übersee. Die Materialien – Aluminium, Natrium, Vanadium – sind gut zu recyclen, zumal „Kite Rise“ seine Systeme nicht klebt, sondern verschraubt, um die Wiederverwertbarkeit zu erleichtern.
Erfolgreich dank FFG-Förderung
„Die Kite Rise Technologies GmbH wurde 2021 im Zuge eines FFG-Basisprogramm-Forschungsprojektes gegründet“, erzählt Co-Gründer und CEO Harald Autischer: „Die Zusammenarbeit mit der FFG war sehr, sehr gut. Wir konnten das Projekt erfolgreich und schnell umsetzen und haben ein sehr starkes Team aufgebaut. Jetzt stehen wir kurz davor, den nächsten Schritt zu gehen und die erste Serie unseres Produkts auf den Markt zu bringen.“
Der Start der Serienproduktion des „Guardian Angel“ ist für das 1. Quartal 2026 als Premium-Heimspeicher in limitierter Auflage geplant. Darüber hinaus ist Kite Rise in weitere, von der FFG geförderte Batterieforschungsprojekte involviert, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit von marktüblichen Energiespeichersystemen zu erhöhen.