Bio-Landwirt Hubert Seiringer kennt das Problem der Störstoffe im Biomüll: In seinem Betrieb, der Seiringer Umweltservice GmbH in Wieselburg, wird der Bioabfall aus den Bezirken Scheibbs, Melk und Amstetten zu hochwertigem Kompost aufbereitet, der wiederum die Fruchtbarkeit der Erde steigert.
Gemeinsam mit den Umweltverantwortlichen der Gemeinden suchte der Unternehmer nach Lösungen, die Fehlwürfe zu minimieren; denn sie händisch auszusortieren, kostet Zeit und Geld. Der beste Weg: Diejenigen Haushalte gezielt ansprechen, in denen Fehlwürfe gehäuft vorkommen. Aber wie erfasst man sie, ohne die Müllaufleger und Müllauflegerinnen mit zusätzlichen Aufgaben zu belasten?
Digital Innovation Hubs bieten Information, Beratung und setzen Projekte um
Hier kommt der Digital Innovation Hub Ost ins Spiel: Der an der FH St. Pölten koordinierte DIH OST bietet Klein- & Mittelbetrieben in Niederösterreich, Burgenland und Wien kostenfreie Unterstützung in allen Angelegenheiten der Digitalisierung.
Das Angebot reicht von Informationen und Schulungen bis hin zu Projektumsetzungen mit KMU. Im Falle der Seiringer Umweltservice GmbH wurden die Abläufe bei der Abfallentsorgung analysiert, aber auch die besonderen Arbeitsbedingungen berücksichtigt.
Smarte App für weniger Störstoffe im Bioabfall
Das smarte Resultat der gemeinsamen Analysen: Mit einer Handy-App am Smartphone erfassen die Müllaufleger*innen nunmehr Fehlwürfe gleich vor Ort mit Bildern. Diese sind mit GPS-Daten verknüpft und lassen sich so den jeweiligen Haushalten zuordnen. Die erhobenen Daten werden zentral in einer Datenbank erfasst und abgespeichert. Kommt es wiederholt zu Plastik-, Restmüll und sonstigen Materialien im Bioabfall, die dort nicht hingehören, kann die betreffende Gemeinde gezielt aktiv werden: mit Informationen, Hilfestellungen und – als letztes Mittel – auch mit Geldstrafen.
„Die entwickelte App hilft uns, in Zukunft Störstoffe bei der Bioabfallsammlung direkt beim Haushalt entsprechend zu dokumentieren und weiterzuleiten“, sagt Hubert Seiringer. „Die große Herausforderung speziell auch in der Abfalltrennung ist: Wie bringe ich jeden Einzelnen und jede Einzelne dazu, möglichst sauber zu trennen? Die Hilfestellungen sollen möglichst mit einem Selbstverständnis passieren und nicht mit erhobenem Zeigefinger.“
Die neue App, die am DIH OST entwickelt wurde, trägt nun dazu bei, die Kompostierbarkeit des Biomülls zu erhöhen und Kosten einzusparen.