Wie lassen sich die Einsatzmöglichkeiten von 3D-gedruckten Mikrobauteilen erweitern? Dieser Frage widmete sich Hanna im Rahmen ihres FFG-geförderten Praktikums für Studentinnen bei UpNano. Das Wiener DeepTech-Unternehmen bot ihr die Möglichkeit, eine aktuelle Forschungsfrage zu bearbeiten und die Ergebnisse gleichzeitig für ihre Masterarbeit zu nutzen.
Forschung und Entwicklung bei UpNano
UpNano entwickelt, produziert und vertreibt hochauflösende 3D-Drucksysteme auf Basis der Zwei-Photonen-Polymerisation. Die Technologie ermöglicht die Herstellung von Bauteilen mit Submikrometerauflösung und Nanometer-Oberflächenqualität. Das Unternehmen wurde 2018 als Spin-off der TU Wien gegründet und beliefert heute Forschungseinrichtungen, Universitäten und Industrieunternehmen weltweit.
Neben der Entwicklung und Vermarktung seiner 3D-Drucksysteme beteiligt sich UpNano an zahlreichen Forschungsprojekten. Dabei entstehen immer wieder wissenschaftliche Fragestellungen, die im Rahmen des Tagesgeschäfts nicht im gewünschten Umfang bearbeitet werden können.
„Wir sind sehr froh, dass wir durch das Förderinstrument ‚Praktika für Studentinnen‘ der FFG eine niederschwellige Möglichkeit haben, unser Team mit hochmotivierten und talentierten Junior-Forscherinnen zu ergänzen, die sich in sechsmonatigen Projekten im Detail mit entsprechenden Fragen beschäftigen können“, erklärt Dr. Markus Lunzer, Chief Scientific Officer (CSO) von UpNano.
Chemische Oberflächenmodifikation von Mikrobauteilen
Im Mittelpunkt des Praktikums stand die Untersuchung von polymerbasierten Mikrobauteilen, die mittels Zwei-Photonen-3D-Druck hergestellt werden. Vorangegangene Experimente bei UpNano hatten gezeigt, dass sich deren Oberflächen chemisch modifizieren lassen. Ziel war es, diese Möglichkeiten genauer zu untersuchen und damit potenzielle neue Einsatzbereiche der Bauteile zu erschließen.
Dafür führte Hanna zahlreiche Experimente in den Laboren von UpNano durch. Da das Praktikum gleichzeitig als Masterarbeit angelegt war, konnten spezielle Messungen zusätzlich in der Forschungsgruppe von Prof.in Jia Min Chin an der Universität Wien erfolgen. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universität ermöglichte eine vertiefte wissenschaftliche Untersuchung der Fragestellung.
Unterstützung für Forschung und Entwicklung
Während ihres Praktikums arbeitete Hanna eng mit dem Material-Team von UpNano zusammen. Regelmäßige Fortschrittsbesprechungen und der laufende Austausch mit dem Projektleiter begleiteten das Projekt.
„Wir haben mit Hanna eine hochmotivierte Forschungspraktikantin gefunden, die sich äußerst zielstrebig unserer herausfordernden Fragestellung angenommen hat. Neben zweiwöchentlichen Fortschrittsbesprechungen und kurzen täglichen Rückmeldungen mit dem Projektleiter aus dem UpNano Material-Team hat sie das Projekt sehr eigenständig und gewissenhaft abgewickelt. Sie hat dadurch die Tätigkeit unseres Material-Teams hervorragend unterstützt und äußerst positiv ergänzt“, so DDI Simon Sayer, Senior Research Engineer von UpNano.
Nachwuchsförderung durch Forschungspraxis
Für UpNano bieten die Praktika für Studentinnen die Möglichkeit, junge Forscherinnen in aktuelle Forschungsprojekte einzubinden und gleichzeitig zusätzliche Kapazitäten für die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen zu schaffen. Die Praktikantinnen erhalten Einblicke in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit eines technologieorientierten Unternehmens und können die gewonnenen Erkenntnisse für ihre akademische Laufbahn nutzen.
Wie im Fall von Hanna können die Ergebnisse eines solchen Praktikums auch in eine Abschlussarbeit einfließen. Darüber hinaus ist es UpNano wichtig, die wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit der Praktikantin in einem wissenschaftlichen Fachjournal zu publizieren.