Ort/Bundesland: Wien
Beruf/Funktion/Unternehmen: Leiterin des Zentrums für Angewandte Pflegeforschung / FH Campus Wien
Cornelia Feichtinger, Gesundheits- und Krankenpflegerin von Grundprofession, ist Leiterin des Zentrums für Angewandte Pflegeforschung an der FH Campus Wien. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Lösungen, um die Pflegequalität zu steigern, Versorgungsstrukturen zu verbessern und den Bedürfnissen von Patient:innen sowie Pflegefachpersonen gerecht zu werden. Da die Pflege in Österreich erst spät akademisiert wurde, steckt die Pflegewissenschaft und -forschung noch in den Anfängen und muss sich neben den etablierten Wissenschaftsdisziplinen behaupten. Feichtingers Projekt leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.
Wofür stehst du als INNOVATORIN? Wofür setzt du dich ein?
Meine Vision ist eine niederschwellige, effiziente und inklusive Gesundheitsversorgung, die für alle Menschen zugänglich ist und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. Ich stehe für neue Herangehensweisen in der Pflegeforschung und -praxis, die bestehende Strukturen hinterfragen und zukunftsweisende Lösungen entwickeln. Ich setze mich für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ein, die interdisziplinären Austausch fördert und verschiedene Perspektiven wertschätzt.
Wieso ist deine Mission gesellschaftlich relevant?
In einer alternden Gesellschaft, in der der Pflegebedarf stetig steigt, ist eine wissenschaftlich fundierte Pflegepraxis unverzichtbar. Durch die Kombination von praktischer Erfahrung und akademischer Expertise können innovative Versorgungsmodelle entwickelt, die Pflegequalität gesteigert und die Bedürfnisse von Patient:innen besser erfüllt werden. Dies führt nicht nur zu einer höheren Lebensqualität für Pflegebedürftige, sondern stärkt auch die Professionalisierung und Anerkennung der Pflegeberufe, was langfristig zur Stabilität und Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems beiträgt.
Welche Learnings zur Verbreitung oder Nutzung deiner Forschung und Innovation möchtest du anderen Frauen mitgeben?
Sei mutig und sprich selbstbewusst über deine Leistungen und Erfolge – deine Arbeit verdient Sichtbarkeit und Anerkennung. Bau dir ein starkes Netzwerk auf, das dir nicht nur berufliche Chancen eröffnet, sondern auch den Austausch und die Weiterentwicklung deiner Ideen fördert. Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren, unterstützen und stärken. Gemeinsam lässt sich Forschung und Innovation nicht nur weiterentwickeln, sondern auch wirkungsvoller verbreiten und in die Praxis umsetzen.
Was sind die 3 Faktoren, die für die Umsetzung deiner Idee am wichtigsten sind?
- Dranbleiben: Kontinuität und Ausdauer sind entscheidend, um Ideen von der Theorie in die Praxis zu bringen und langfristig Veränderungen zu bewirken.
- Authentisch sein und bleiben: Nur wenn ich meinen Überzeugungen und Werten treu bleibe, kann ich glaubwürdig und nachhaltig für meine Vision eintreten.
- Rückschläge ins Positive wenden: Jeder Rückschlag ist eine Gelegenheit zu lernen und den eigenen Ansatz zu verbessern – Herausforderungen lassen sich so in wertvolle Entwicklungsschritte umwandeln.
Was muss sich ändern, damit mehr F&I-Ergebnisse von Forscherinnen raus aus der Schublade und in die Gesellschaft kommen?
Es braucht ein Umdenken in der Forschungswelt. Einen Systemwandel hin zu weniger Leistungsdruck und Perfektionismus würde es Forscherinnen erleichtern, ihre Ideen mutiger zu teilen. Zudem sollte der Fokus weg von Konkurrenzdenken hin zu mehr Kooperation und Unterstützung gehen. Eine offene Haltung gegenüber verschiedenen Sichtweisen und interdisziplinärem Austausch ist essenziell, um Innovationen zu fördern und den Transfer in die Praxis zu erleichtern.
Was hat das INNOVATORINNEN-Programm bei dir bewirkt? Was konntest du dir mitnehmen?
Es hat mich nachhaltig bestärkt und mein Selbstbewusstsein in meiner Rolle als Pflegeforscherin gestärkt. Besonders wertvoll war für mich der Aufbau eines inspirierenden Netzwerks mit Gleichgesinnten, das den fachlichen Austausch und die gegenseitige Unterstützung fördert. Diese Erfahrungen haben mir neue Perspektiven eröffnet und meine Fähigkeit gestärkt, innovative Projekte mutig und kompetent voranzutreiben.
Wie hat dich das Programm in der Weiterentwicklung deiner F&I-Mission unterstützt?
Ich habe die notwendigen Werkzeuge und Kompetenzen erhalten, um meine Forschungsprojekte gezielt weiterzuentwickeln. Durch praxisnahe Workshops und gezieltes Coaching konnte ich innovative Ansätze für die Umsetzung meiner Mission erlernen. Die Unterstützung im Netzwerk hat es mir ermöglicht, meine Mission klarer zu definieren und mit strategischer Ausrichtung voranzutreiben.
Wo willst du noch hin?
Ich möchte in Zukunft für eine große, internationale Organisation wie die WHO, UNO, EU oder OECD arbeiten, um die allgemeine Gesundheitsversorgung auf globaler Ebene mitzugestalten. Mein Ziel ist es, zur Entwicklung und Umsetzung von Standards und Strategien beizutragen, die den Zugang zu qualitativ hochwertiger, effizienter und inklusiver Gesundheitsversorgung weltweit verbessern. Durch die Arbeit in solchen Organisationen möchte ich sicherstellen, dass innovative Ansätze in der Pflegepraxis und der interdisziplinären Zusammenarbeit nicht nur national, sondern global Wirkung entfalten.