Ort/Bundesland: Klagenfurt a.W./Kärnten
Beruf/Funktion/Unternehmen: Gründerin und CEO von NoxAvis Tech Solutions
Magdalena Druml arbeitet an der Schnittstelle von Technologie und Gesundheitsversorgung mit dem Ziel, echte Entlastung für medizinisches Personal und mehr Sicherheit für Patient:innen zu schaffen. Mit HeliDoc, einer offline-fähigen KI-Sprachassistenz für die Flugrettung, hat sie eine Lösung entwickelt, die Dokumentation automatisiert, Fehler minimiert und lebenswichtige Daten in Echtzeit überträgt.
Im HOW SHE DID IT-Interview spricht sie über ihren Weg von der Gesundheits- und Krankenpflegerin zur Tech-Gründerin, über gesellschaftliche Verantwortung in der Forschung und warum sie andere Frauen darin bestärkt, groß zu denken und mutig neue Wege zu gehen.
Mit welchem Projekt (“Mission”) hast du beim INNOVATORINNEN Leadership-Programm teilgenommen und was ist das Neue und Innovative daran?
Ausgangspunkt war ein Prototyp im Rahmen meines Master of Science in Engineering in Digital Healthcare. Daraus entwickelte sich eine Lösung mit zwei entscheidenden Innovationen: Eine KI-Sprachassistenz, die vollständig offline-fähig ist - ein Alleinstellungsmerkmal in Europa. Und ein DSGVO-konformer Live-Datenstream, der es Zielkrankenhäusern ermöglicht, sich in Echtzeit auf Patient:innen vorzubereiten. Das Neue daran: HeliDoc erfüllt höchste Anforderungen an Datenschutz und EU-AI-Act-Konformität, während es in einem hochsensiblen, hochstressigen Umfeld zuverlässig einsetzbar ist.
Was willst du damit bewirken?
Mein Ziel ist es, die Qualität der Notfallversorgung sichtbar zu verbessern. Durch optimierte Abläufe erhöht sich die Überlebenschance der Patient:innen. Healthcare Professionals werden entlastet, sie können sich vollkommen auf die Versorgung der Patient:innnen fokussieren und müssen nicht mehr nur aus der Erinnerung dokumentieren. Krankenhäuser können sich dank des Live-Datenstreams frühzeitig vorbereiten und Ressourcen besser einsetzen.
Darüber hinaus schaffen wir eine valide Datenbasis für Forschung in der Notfallmedizin, wodurch langfristig die Versorgungsqualität verbessert wird.
Was ist dein persönlicher Antrieb als Forscherin?
Ich habe über zwölf Jahre im Rettungsdienst gearbeitet sowie fünf Jahre als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin in hochspezialisierten Bereichen wie der Intensiv- und Anästhesiepflege. Diese Zeit hat mir tiefe Einblicke in die Notfallversorgung gegeben. Ich weiß, wie sehr Zeitdruck und Dokumentationspflicht die Patient:innenversorgung belasten können. Diese Lücke will ich schließen und den Alltag von Healthcare Professionals spürbar entlasten. Die zwei Master of Science Studiengänge ermöglichten es mir, technische Lösungen auf Evidenz basierend und unter Einbeziehung neuester Technologien zu entwickeln.
Wofür setzt du dich ein?
Technologie darf keine zusätzliche Belastung sein, sie muss Menschen entlasten. KI darf unterstützen, aber die Entscheidung muss immer beim Menschen bleiben. Ich kämpfe dafür, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen wirklich an den Bedürfnissen der Anwender:innen orientiert ist – intuitiv und sicher.
Was ist deine Vision?
Ein Gesundheitssystem, in dem digitale Lösungen zu spürbar besseren Ergebnissen führen: für Patient:innen, für Healthcare Professionals und für die Gesellschaft. Dabei inspiriert mich besonders Florence Nightingale. Sie war eine Pionierin, die mithilfe von Daten die Überlebenschancen Verwundeter verbesserte. Diese Inspiration ist auch im Namen meines Unternehmens verankert: NoxAvis ist die lateinische Übersetzung von „Nightingale“. So wie sie Mut bewiesen hat, bestehende Systeme zu verändern, möchte ich durch KI-gestützte Lösungen die digitale Transformation im Gesundheitswesen vorantreiben.
Darüber hinaus sehe ich es als meine Mission, andere Frauen in Forschung und Technik sichtbar zu machen und zu ermutigen, eigene Wege zu gehen, auch wenn diese außerhalb der Komfortzone liegen.
Was hat das INNOVATORINNEN Leadership-Programm bei dir bewirkt?
Das Programm hat mir geholfen, mein Führungsverständnis weiterzuentwickeln und meine Rolle als Innovatorin klarer zu definieren. Besonders wertvoll war der Austausch mit anderen Gründerinnen und Forscherinnen, die ähnliche Herausforderungen meistern. Es hat mir Werkzeuge gegeben, wie ich meine Sichtbarkeit erhöhen und meine Innovation besser positionieren kann.
Welche Learnings bzw. Karrieretipps möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?
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Hab den Mut, groß zu denken - auch in Umfeldern, die noch stark männlich geprägt sind
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Netzwerke sind entscheidend - Suche dir Mentor:innen und Sparringspartner:innen
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Scheitern ist kein Endpunkt, sondern ein Lernschritt
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Frag nach Unterstützung - niemand kann in allen Bereichen Expert:in sein, aber jede:r teilt Wissen gerne.
Wie bist du dorthin gekommen, wo du heute stehst?
Durch die Kombination aus praktischer Erfahrung im Gesundheitswesen, einer fundierten wissenschaftlichen Ausbildung und dem Mut, aus einer Masterarbeit ein Unternehmen zu gründen. Dabei habe ich gelernt, Scheitern nicht als Niederlage, sondern als wertvolle Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu sehen. Nicht jede Wand, die sich einem in den Weg stellt, muss zwangsläufig durchbrochen werden. Oft eröffnen Umwege neue Chancen und Perspektiven, die zuvor nicht bedacht wurden. Entscheidend war für mich, stets offen für Neues zu bleiben, kontinuierlich nach mehr Wissen zu streben und mich von Herausforderungen nicht abschrecken zu lassen.
Warum ist es wichtig, dass Forscherinnen den gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen bei ihrer Arbeit mitdenken?
Weil Forschung nicht im Elfenbeinturm bleiben darf. Gerade im Gesundheitswesen bedeutet Forschung Verantwortung: für Patient:innen, für die Gesellschaft und für nachhaltige Verbesserungen der Versorgung.
Wo willst du noch hin?
Ich möchte NoxAvis als führenden Anbieter für digitale Lösungen im Gesundheitswesen in Europa etablieren, mit dem langfristigen Ziel einer internationalen Expansion. Meine Vision ist eine anwender:innenzentrierte digitale Transformation, die Healthcare Professionals stärkt, Forschung erleichtert und die Versorgungsqualität im Gesundheitswesen messbar verbessert.