DigitalEnergy4All: Energiegemeinschaften – chancengerecht und digital

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Gemeinsam mit den zukünftigen Nutzer:innen wird erforscht, welche Kooperationsmodelle, Algorithmen und Rahmenbedingen es braucht, damit sich auch sonst eher ausgeschlossene Gruppen in die Energiewende einklinken und von ihr profitieren können.

Die Digitalisierung des Energiesystems bietet viele Chancen, die aber ungleich verteilt sind. Während manche Energieproduzent:innen nun z. B. am Energiemarkt teilnehmen können, ergeben sich für andere Nutzer:innen ev. Nachteile.  Derzeit beteiligen sich vor allem technikinteressierte, einkommensstarke Hausbesitzer:innen – hier vor allem Männer – an der Energiewende: Sie sind es, die meist das notwendige Geld und Technik-Know-how haben und über die technischen Investitionen entscheiden.

Was aber braucht es, damit sich Frauen, Wohnungsmieter:innen, Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Menschen – um nur einige Gruppen zu nennen – stärker einklinken? Digitale Energiegemeinschaften können hier neue Wege öffnen, da sie den Zugang für verschiedene Akteure erleichtern und ansonsten zeitaufwändige Tätigkeiten übernehmen könnten, sodass eine Mitwirkung an Energiegemeinschaften ortsunabhängig und ohne großen Aufwand möglich sein kann.

Gefördert wurde das Projekt Digital Energy 4 All im Rahmen der 1. Ausschreibung Laura Bassi 4.0.
 

Inklusive Plattform für Energieaustausch

Gemeinsam mit verschiedenen Nutzer:innen-Gruppen wird bei DigitalEnergy4All eine inkludierende Tausch- und Handelsplattform für den Energiemarkt entwickelt, damit alle Stakeholdergruppen von den sich bietenden Chancen profitieren können.

Dafür wird zunächst ein vielfältiges Innovationsnetzwerk aus Projektpartner:innen und externen Expertinnen etabliert, das zum einen das bestehende Wissen vertieft und zum anderen der Vernetzung und Etablierung von Kooperationen dient. Die Vielfältigkeit der Expertise innerhalb des Innovationsnetzwerkes soll auch die Exklusion einzelner Gruppen verhindern.

 

Vom Konzept zur realen Anwendung

Gemeinsam mit verschiedenen Anwender:innengruppen wurden im Projekt

  • Beteiligungsmodelle verschiedener Interessengruppen und Zielgruppen entwickelt, um Energie digital zu tauschen, insbesondere um Energiegemeinschaften hinsichtlich des Informationsbedarfs in Gründungs- und Durchführungsphase zu unterstützen. Verschiedene Aktivierungsmöglichkeiten unterschiedlicher Zielgruppen wurden erarbeitet und ausgewählte Formate getestet. Es wurden Geschäftsmodelle entwickelt und in Bezug auf mögliche Beteiligungsformen und den Auswirkungen auf Tarifierung zusammengefasst.
  • Es wurde ein Optimierungsmodell entwickelt und die Analyse erfolgreich abgeschlossen. Das lineare Optimierungsmodell, das den Peer-to-Peer-Handel zwischen Energiegemeinschafts-Teilnehmer:innen unter Berücksichtigung von vier verschiedenen Erzeugungs- bzw. Verbrauchstechnologien (PV-Anlagen, Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Gemeinschaftsspeicher) abbildet, ermöglicht es, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Teilnahme an einer Energiegemeinschaft zu bestimmen. Es wurden unterschiedliche Use-Cases berechnet, um verschiedenen Technologie-Permutationen Rechnung zu tragen und die Optimalität des Technologiemixes hinsichtlich Kosten und Emissionen zu untersuchen.
  • Der Prototyp der Energiehandelsplattform wurde in einer realen Umgebung (Living Lab) implementiert und mit unterschiedlichen Nutzer:innen im Alltag getestet.
  • Ein verständliches, nutzbares User-Interface wurde entwickelt, mittels standardisierter UX Analyse iterativ und mit Einbezug von Testanwender:innen und Feedback von Expertinnen weiterentwickelt und geprüft, in der Plattform prototypisch implementiert und Empfehlungen für die Weiterentwicklung und Prüfung dargelegt.
     

Projektpartner:innen

  • Fachhochschule Technikum Wien (Projektkoordination)
  • OurPower Energiegenossenschaft SCE mit beschränkter Haftung
  • Terram Sequitur e.U.
  • avantsmart e.U.
  • Futus Energietechnik GmbH
  • Sonnenplatz Großschönau GmbH
  • AIT Austrian Institute of Technology

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