Horizon Europe: Europäischer Innovationsrat (EIC) Advanced Innovation Challenges 2026

Forschungsfinanzierung zur Reifung und Validierung neuartiger Technologien vom Labor bis hin zu den entsprechenden Anwendungsumgebungenen

Die EIC Advanced Innovation Challenges zielen darauf ab, risikoreiche, nachfrageorientierte Deep-Tech-Innovationen mit transformativem Potenzial zu unterstützen, insbesondere in Bereichen, in denen zwar umfangreiche Forschungsarbeiten vorliegen, aber eine kommerzielle Nutzung fehlt.

Was wird gefördert?

Der Europäische Innovationsrat (European Innovation Council, EIC) unterstützt bahnbrechende Innovationen mit disruptiven Auswirkungen und internationalem Skalierungspotenzial. 

Im Rahmen der EIC Advanced Innovation Challenges können Vorschläge zu zwei vordefinierten Themen eingereicht werden. Diese sind in Bereichen angesiedelt, in denen bahnbrechende Technologien einen großen Einfluss auf die Ziele der EU haben können.

Die Förderung erfolgt in zwei Stages:

  • Stage 1: 300.000 € als Pauschalbetrag für bis zu neun Monate zur Vorbereitung und Bewertung bahnbrechender Lösungen sowie zur Untersuchung ihrer Machbarkeit und Rentabilität.
  • Stage 2: Bis zu 2,5 Millionen € als Pauschalbetrag für bis zu 2,5 Jahre zur Weiterentwicklung der vielversprechendsten Lösungen und zu deren Erprobung in realen Umgebungen unter Einbeziehung von Nutzer:innen.

Die Einreichung zur Stage 2 ist beschränkt auf Projekte der Stage 1.

Nachfolgend sind die Challenges für das Jahr 2026 aufgeführt. Die Einreichung erfolgt über das Funding & Tender Portal. Durch Anklicken des jeweiligen Links gelangen Sie zur Einreichseite der entsprechenden EIC Advanced Innovation Challenge.

- Accelerating Physical AI: Embodied Intelligence for the Next Frontier of AI-Powered Robotics: Diese Challenge zielt darauf ab, die Entwicklung hin zur Integration, Einführung und Kommerzialisierung bahnbrechender physikalischer KI-Lösungen zu beschleunigen, die die technologische Souveränität, Nachhaltigkeit und globale Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken werden. 

Antragssteller:innen müssen das Interesse potenzieller Endnutzer und Integratoren nachweisen, um die Anwendung und Erprobung der vorgeschlagenen Lösungen in einer realen Umgebung zu unterstützen. Um dies zu ermöglichen, sollten sie über Folgendes verfügen:

  • einen ersten physischen AI-Systemprototyp, der im Labor getestet wurde
  • Zugang zu einer geeigneten Infrastruktur für die Datenerfassung und -prüfung sowie
  • einen anspruchsvollen Anwendungsfall, der von einem potenziellen Endnutzer formuliert wurde und durch eine Absichtserklärung oder ein Schreiben eines Robotikintegrators bestätigt wird, in dem das Interesse an den Anforderungen des Anwendungsbereichs bekräftigt wird.

- Translating Disruptive New Approach Methodologies (NAMs) into Practice: NAMs haben das Potenzial, den Einsatz von Tieren bei der Prüfung von Arzneimitteln zu ersetzen, zu reduzieren oder zu verfeinern. Diese Challenge zielt daher darauf ab, die Einführung von NAMs in der Biomedizin zu beschleunigen und Unternehmen zu unterstützen, die NAMs auf den Markt bringen wollen.

Antragssteller:innen sollten bereits über Folgendes verfügen:

  • Nachweis der Realisierbarkeit ihrer vorgeschlagenen Lösung in einer Laborumgebung auf TRL 4 (Labor oder in silico);
  • Absichtserklärungen von mindestens einem der folgenden Interessengruppen: einem industriellen Endnutzer oder einer Regulierungsbehörde, die an dem vorgeschlagenen Projekt interessiert sind; und
  • Zugang zu einer geeigneten Infrastruktur, um die geplanten Aktivitäten in Phase 1 und 2 durchzuführen.

 

Wer wird gefördert?

Stage 1: Einzelne Startups, KMU oder Forschungseinrichtungen (Universitäten, Forschungs- oder Technologieeinrichtungen, einschließlich Teams, einzelner Hauptforschende und Erfinder:innen).

In Stage 2 können dieselben erfolgreichen Antragsteller:innen aus Stage 1 entweder allein oder mit maximal zwei weiteren Partnern aus verschiedenen Ländern einen Antrag einreichen.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung beträgt 300.000 Euro für Stage 1 und bis zu 2,5 Mio. Euro für Stage 2. In beiden Fällen werden bis zu 100 % der Kosten gedeckt.

Was sind die Einreichkriterien?

  • Technology Readiness Level (TRL): Ein Prototyp muss verfügbar sein. Oder es müssen zumindest Ergebnisse auf TRL 4 vorliegen. Zur Bewertung des TRL können Sie auf das TRL Assessment mit Beispielen aus unterschiedlichen Disziplinen und Anwendungsbereichen zurückgreifen.
  • Bahnbrechender Charakter und Neuheit: etwas Neuartiges im Vergleich zum Stand der Technik, mit disruptivem Potenzial im konkreten Anwendungsfall und mit großen Leistungsverbesserungen gegenüber Wettbewerbern.
  • Disruptives Potenzial auf dem Markt: ein Produkt, das völlig neue Märkte erschließen könnte und das Potenzial für eine breitere Anwendung und Skalierung hat.
  • Investitionsbereitschaft: Die Innovation bietet einen ausreichenden Mehrwert, um für Investoren, die Industrie oder Beschaffer attraktiv zu sein.

Zur Hilfestellung bei der Vorbereitung des Antrags ist es sehr empfehlenswert, sich die Aufzeichnungen und Folien des „EIC Advanced Innovation Challenges Info Day” vom 17.11.2025 anzuschauen. An diesem Tag haben die einzelnen EIC-Programmmanager ihre Erwartungen erläutert und die Hintergründe der Challenges dargelegt. 

Wie erfolgt die Einreichung?

Bis zur angegebenen Frist muss das Proposal (11 Seiten) über das EU Funding & Tender Portal eingereicht werden.

Wann gibt es eine Entscheidung?

Spätestens 5 Monate nach Ende der Einreichfrist.

Alle Projekte (Stage 1) sollten spätestens am 1. Oktober 2026 beginnen.

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