FAQs rund um Startups

Dieser Leitfaden soll potenziellen Antragstellenden, insbesondere Startups, eine Orientierungshilfe bieten, welche Fördermöglichkeiten im Bereich der Basisprogramme bestehen. Basierend auf Erfahrungswerten wird zudem aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen die Chancen auf eine Förderung steigen oder sinken wird.

Einen Unterschied gibt es nur im Basisprogramm, in dem mit einem Mix aus Zuschuss und Darlehen gefördert wird. Hier bekommen Startups einen höheren Zuschuss und ein höheres Darlehen, sodass in der Regel 70 % der förderbaren Projektkosten finanziert werden können.

Für die höhere Förderung ist zu beachten, dass die Gründung von Startups nicht länger als 5 Jahre zum Zeitpunkt des Projektstarts zurückliegen darf. Das Unternehmen darf auch nicht durch eine Umstrukturierung (z.B. Fusion, Aufspaltung oder Übernahme eines bestehenden Betriebs) entstanden sein.

Aus formalen Gründen können Unternehmen in Schwierigkeiten nicht gefördert werden. Diese Regelung betrifft Unternehmen, welche schon länger als 3 Jahre bestehen. Wenn z.B. eine Kapitalgesellschaft (wie eine GmbH, FlexCO) mehr als die Hälfte des gezeichneten Kapitals durch aufgelaufene Verluste verbraucht hat, handelt es sich um ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ und eine Förderung wäre nicht zulässig.

Diese Regelung betrifft alle Unternehmen und nicht nur Startups. Nachrangige Darlehen können dem Eigenkapital jedoch angerechnet werden. Es gibt auch Programme mit Ausnahmeregelungen wie De-minimis-Förderungen.

In frühen Phasen kann die FFG z.B. im Rahmen von Innovationsscheck unterstützen. Eine Übersicht aller für Startups offenen Initiativen finden Sie hier.

Die Beantwortung hängt davon ab, in welcher Phase sich Ihr Unternehmen befindet. In der Literatur gibt es unterschiedliche Ansätze, wie Startups klassifiziert werden können. Für die vorliegenden FAQ werden folgende Phasen verwendet.

  1. Ideenphase
  2. Gründungsphase
  3. Startphase (Seed)
  4. Frühe Unternehmensphase (Early Stage)
  5. Wachstumsphase (Growth-Phase)

Erfahrungsgemäß ist es nicht erfolgsversprechend, wenn ein mehrjähriges und/oder umfangreiches Basisprogramm-Projekt eingereicht wird, das Unternehmen sich jedoch noch in der Ideenphase oder Gründungsphase befindet.

Infografik mit dem Titel „Förderportfolio für Startups“ (FFG). Dargestellt sind fünf Gründungsphasen von der Ideenphase bis zur Wachstumsphase, gegliedert nach Unternehmensalter noch nicht gegründet bis mindestens 5 Jahre alt.

In dieser Phase wurde das Unternehmen meist noch nicht gegründet. Es gibt keine Investoren und keine Umsätze. Der Businessplan oder Finanzplan befindet sich in der Konzeptionsphase. Der Fokus liegt auf der Validierung der Geschäftsidee sowie der Entwicklung von Lösungskonzepten für technische Herausforderungen.

In dieser Phase können vor niederschwellige Förderinstrumente wie der Innovationsscheck oder das Kleinprojekt geeignet sein. KMU und Unternehmen in Gründung profitieren vom Patent.Scheck durch Förderung auf dem Weg zur Patentanmeldung. Die Chancen auf eine Förderung eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts (z. B. im Basisprogramm) sind in dieser Phase sehr gering, da oft noch konkrete Umsetzungspläne und Ressourcen für die Durchführung (Finanzierung, Infrastruktur, Team) fehlen.

Im Gegensatz zur Ideenphase ist die Geschäftsidee bereits validiert. Der Fokus liegt nun auf der technischen Machbarkeitsprüfung. Detaillierte Finanzpläne mit Kosten- und Umsatzprognosen liegen vor. Die formale Unternehmensgründung ist erfolgt oder steht kurz bevor. Erste Finanzierungszusagen von Gründern oder Business Angels sind vorhanden.

Die Chancen auf eine Förderung eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts steigen, es sollte dabei jedoch vor allem z.B. die Umsetzung eines „Minimum Viable Product“ im Vordergrund stehen. In dieser Phase kann ein Kleinprojekt (maximale Kosten: 150.000 EUR) eine geeignete Fördermöglichkeit sein. Falls dies nicht ausreicht, kann in bestimmten Fällen auch ein Basisprogramm-Projekt in Betracht gezogen werden, wobei auch deutlich höhere Anforderungen an die Durchführbarkeit (Projektteam, Finanzierung) gestellt werden.

Eine formale Unternehmensgründung ist zum Zeitpunkt der Antragstellung eines F&E-Projekts keine zwingende Voraussetzung, kann jedoch als Indikator für den Fortschritt der Unternehmensplanung dienen.

In dieser Phase ist das Unternehmen formal gegründet. Ein Minimum Viable Product (MVP) existiert, und erste Pilotkunden sind vorhanden. Ziel ist die Entwicklung eines funktionalen Prototyps. Das Team deckt alle relevanten Unternehmensbereiche ab, und es bestehen konkrete Gespräche mit Investoren (z. B. Vorlage eines Term-Sheets).

Aufgrund der steigenden Kosten, insbesondere für die Entwicklung eines Prototyps, rückt das Basisprogramm stärker in den Fokus. Steigende Projektkosten bedeuten jedoch auch höhere Anforderungen an die Finanzierung. Da Basisprogramme nur F&E-Projekte und keine allgemeinen Unternehmenskosten fördern, muss ein erheblicher Teil der Unternehmenskosten über private Mittel (z. B. Eigenkapital, nachrangige Darlehen) gedeckt sein.

In diesen Phasen generiert das Unternehmen in der Regel bereits regelmäßige Umsätze und verfügt über ein ausgewogenes Team aus dem Bereichen Technik, Finanzierung und Vertrieb. Die Unternehmensfinanzierung ist weitgehend gesichert. In diesen Phasen können somit auch bereits umfangreichere Basisprogrammprojekte abgewickelt werden. In der Wachstumsphase kann sogar die Frontrunner-Initiative in Betracht gezogen werden.

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