Forschung: Konjunktur mit FFG-Förderungen beleben

• All-time-high im Jahr 2013: 436,7 Mio. € Förderungen ausbezahlt • 3.014 Projekte neu bewilligt • FFG-Programme stark überzeichnet • Jetzt Chancen wahrnehmen – Investitionsdynamik der Unternehmen aufrechterhalten

„Als Innovationsstandort liegt Österreich im internationalen Vergleich derzeit im oberen Mittelfeld. Wir brauchen aber weitere Anstrengungen, denn wer stehen bleibt, fällt zurück“, erklärten Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG am Dienstag anlässlich der Bilanzpressekonferenz. Erstmals seit Gründung der FFG konnten 2013 für wirtschaftsnahe Projekte 436,7 Millionen Euro an Förderungen ausbezahlt werden.

Laut Statistik Austria hat sich die Zahl der forschenden Unternehmen von 2002 auf 2011 um 75 Prozent und die Zahl der Beschäftigten um rund 60 Prozent gesteigert. Seit Gründung der FFG im Jahr 2004 stiegen die Gesamtkosten von FFG-Projekten um rund 50 Prozent an. „Das bedeutet mehr Unternehmen, mehr Beschäftigte und mehr Projekte im Forschungsbereich“, rechnen Henrietta Egerth und Klaus Pseiner vor. Um diese Dynamik aufrechterhalten zu können, müsse das Budget der FFG kontinuierlich gesteigert werden. „Es ist schade um jedes qualitativ hochwertige Projekt, das nicht umgesetzt werden kann. Die Ablehnungsquote ist leider hoch“, stellen Egerth und Pseiner fest.

Österreichs Innovationskraft hat in den letzten zehn Jahren erfreulicherweise zugenommen. Das „Innovation Union Scoreboard“ der Europäischen Kommission zeigt: Insgesamt liegt Österreich derzeit mit dem zehnten Platz im oberen Mittelfeld. Im Bereich der Ausgaben für Forschung und Entwicklung konnte der sechste Platz erreicht werden. Bei den Patentanmeldungen und der Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft gelangt Österreich mit dem zweiten und dritten Platz sogar auf das Podest, ein Erfolg, der auch auf die Förderungen der FFG zurück zu führen ist, die insbesondere an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kompetitiv vergeben werden.

FFG = Innovationsbasis verbreitern. KMU stärken.

Die FFG fördert Forschungs- und Innovationsprojekte in der ganzen Bandbreite von langfristiger Risikoforschung bis zur Markteinführung neuer Produkte und hat ihr Förderangebot konsequent auf die Strukturen und Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie auf nichttechnologische Innovationen hin optimiert. „Die FFG ist der One-Stop-Shop für die Forschungscommunity. Sie ist die einzige Förderagentur, die die gesamte Innovationskette abdeckt, von der wissenschaftlichen Forschung bis zum Markteintritt“, so die beiden Geschäftsführer. Damit sei es gelungen, die Innovationsbasis in Österreich nachhaltig zu verbreitern: „Die FFG investiert mit den richtigen Instrumenten an der richtigen Schnittstelle. Vor allem KMU sind jetzt deutlich innovationsaktiver als noch vor zehn Jahren. Seit der Gründung der FFG haben wir um 73 Prozent mehr kleine und mittlere Unternehmen im Innovationszyklus. Im letzten Jahr waren es 1.440 KMU.“ Die direkte Forschungsförderung ist das Public-Private-Partnership-Modell, weil sie eine enorme Hebelwirkung für anspruchsvolle, innovative Projekte und damit für die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen bewirkt. "Letztlich bringen mehr Investitionen in Forschung und Innovation also nicht nur der Wirtschaft etwas, sondern auch dem Staat, der langfristig mehr zurück bekommt, als er investiert", sind sich die beiden Geschäftsführer einig.

FFG = Beteiligungen verdreifacht - Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verdoppelt

Ein großer Erfolg der vergangenen Jahre ist, dass es heute nicht nur mehr Forschungsprojekte, sondern auch eine stärkere Vernetzung als noch vor zehn Jahren gibt. „Sieht man sich die einzelnen Gruppen genauer an, so hat sich die Bedeutung des kooperativen Sektors in der FFG verdoppelt“, erklären Henrietta Egerth und Klaus Pseiner (Beteiligungen in nationalen Forschungsprojekten: 2004: 8% Hochschulen, 10% Forschungseinrichtungen, 79% Unternehmen; 2013: 20% Hochschulen, 16% Forschungseinrichtungen, 57% Unternehmen). Insgesamt haben sich die Beteiligungen – und damit auch die Kooperationen in FFG-geförderten Projekten - seit Gründung der FFG verdreifacht. Auch die Teilnahme Österreichs in internationalen Programmen – insbesondere dem EU-Forschungsprogramm – und die stärkere Verzahnung von nationalen und internationalen Förderungen ist ein  großer Erfolg. Bei europäischen Forschungsprojekten ist der wissenschaftliche Sektor bereits besonders engagiert und im neuen EU-Programm Horizon2020 erwarten wir auch mehr Beteiligungen aus der Wirtschaft.

„Innovationen sind unser Wachstumsmotor. Sie lassen unsere Unternehmen wachsen, sichern den Wirtschaftsstandort und schaffen qualifizierte Arbeitsplätze ebenso wie Wohlstand in Österreich“, so die FFG-Geschäftsführer und weisen auf eine weitere Erfolgsgeschichte für den Standort Österreich hin: „Mit dem Kompetenz- und Exzellenzprogramm COMET konnte von 2008 bis dato mit Beteiligung von Bund, Ländern, Wirtschaft und Wissenschaft ein Projektvolumen mit mehr als einer Milliarde Euro bewegt werden, davon belaufen sich die Bundesmittel auf 351 Millionen Euro. Die COMET-Zentren und Projekte sind ein Schlüssel, um langfristig Arbeitsplätze im Land zu halten.“, führen Egerth und Pseiner aus. Nicht nur bei den COMET-Zentren, sondern auch im Rahmen von Kooperationsabkommen gibt es zudem eine erfolgreiche Partnerschaft mit den Bundesländern.

FFG = schnell und effizient fördern

Bei der Weiterentwicklung des Förderangebotes achtet die FFG insbesondere darauf, auf Schwachstellen im System und auf Notwendigkeiten zu reagieren. "Wir haben im Endeffekt nicht mehr Förderformate, aber wir haben spezifischere und punktgenauere", erklären Henrietta Egerth und Klaus Pseiner. Damit reagiert die FFG auch auf die steigenden Anforderungen durch diversifizierte Märkte. „Als exportorientierte Volkswirtschaft dürfen wir uns nicht auf Erfolgen ausruhen. Wir müssen uns ständig weiterentwickeln, um in der Top-Liga erfolgreich mitspielen zu können.“ Eine Studie des WIFO zeigt: Je höher die Forschungsausgaben, desto höher die Exportquote. Unternehmen mit Forschungsausgaben von mehr als 5% erreichen Exportquoten von mehr als 80%. „Im globalen Wettbewerb setzen sich österreichische Unternehmen nur mit Innovationen durch. Deshalb fokussieren wir darauf, den Unternehmergeist zu fördern, die Internationalisierung zu verstärken und Forschung und Innovation anzukurbeln. Im Fokus muss dabei der Übergang von der Forschung in den Markt stehen.“, so Egerth und Pseiner.

Große Erwartungen setzt die FFG dabei auch in das neue Forschungsprogramm der EU Horizon 2020. „Eine Zielsetzung liegt darin, Europas Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, um den gesellschaftlichen Herausforderungen wie Gesundheit, Umweltschutz, Energie oder Verkehr global zu begegnen und die Wirtschaft stärker einzubinden.", so Egerth und Pseiner abschließend.

Fotocredit: FFG/APA-Fotoservice/Preiss

 

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