Der Österreichische Beitrag zu Rosetta

Österreichische Organisationen haben sowohl an den wissenschaftlichen Instrumenten wie auch am Bau des Flugkörpers selbst wesentlich mitgearbeitet.

Das gesamte Volumen der österreichischen Beteiligung an der Rosetta-Mission beträgt 43 Millionen Euro (gerechnet über die gesamte Laufzeit, seit Beginn der Arbeiten in den 90er-Jahren). Davon wurden 29 Millionen Euro über die ESA beauftragt, 14 Millionen aus nationalen Programmen der ASA (Vorgängerorganisation der FFG) finanziert.

Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist an fünf  Instrumenten beteiligt: zwei davon auf dem Lander (MUPUS, ROMAP) und drei auf dem Orbiter (MIDAS, COSIMA, RPC-MAG).

MIDAS („Micro Imaging Dust Analysing System“) ist ein Raster-Kraft-Mikroskop und hat die Aufgabe, als hochpräzises Mess- und Analysesystem kleinste Staubpartikel, wie sie in der Hülle des Kometen erwartet werden, zu untersuchen. MIDAS wurde entwickelt unter der Federführung des Grazer Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit Joanneum Research Graz, Ruag Space, Wien, AIT in Österreich.

Das IWF ist auch an dem Instrument MUPUS zur physikalischen Untersuchung der Kometenoberfläche, dem Massenspektrometer COSIMA zur Staubanalyse in der Koma und den Magnetfeldmessgeräten ROMAP und RPC-MAG beteiligt. MUPUS besteht aus mehreren Komponenten: Penetrator (Stab aus Glasfiber, der durch einen rückstoßfreien Hammermechanismus in den Boden eingetrieben wird), Sensor zur Messung der Wärmestrahlung von der Oberfläche des Kometenkerns, ein Ankertemperatursensor an der Spitze der Ankerharpunen und ein Anker-Beschleunigungsmesser. Die Anker sollen die Sonde nicht nur auf dem Kometen festhalten. Sie messen beim Eindringen in die Oberfläche gleichzeitig deren Dichte. Im Moment des Aufsetzens werden aus dem unteren Bereich der Sonde zwei Ankerprojektile herausschießen, die den Lander am Boden festhalten.

Damit Rosetta auf seiner langen Reise nicht einfror, wurde ein spezieller „Schlafsack“ für den Satelliten entwickelt. Die von RUAG Space Austria maßgeschneiderte mehrlagige Thermalisolation sorgte gemeinsam mit speziellen Heizelementen für die Aufrechterhaltung des Wärmehaushalts des gesamten Satelliten und der Instrumente an Bord von Rosetta. Am 20. Januar weckte der von RUAG Space Schweden gebaute Zentralcomputer die Sonde aus dem Tiefschlaf.

Siemens Österreich hat für die Rosetta-Mission eine "Intelligente Break-Out-Box" (I-BOB) entwickelt. Diese Box dient dazu, um das Gesamtsystem auch bei auftretenden Defekten und Störungen funktionsfähig und auf Kurs zu halten. Hintergrund ist, dass Rosetta sein Rendezvous-Manöver mit dem Kometen überwiegend autonom durchführen musste, eine sehr kritische Phase. Die "Intelligente Break-Out-Box" (I-BOB) kann Sensordaten und das Verhalten des Satelliten gezielt in Echtzeit analysieren. Die Box wurde ein Jahr lang vor dem Start direkt am Satelliten getestet.