BM Hofer: Rot-weiß-rote Technik steuert Planet Merkur an

Spannung und Vorfreude am Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou

Vorfreude auf den Start: Andreas Geisler (FFG), Max Kowatsch (Geschäftsführer von Ruag Space Österreich), Bundesminister Norbert Hofer, Klaus Pseiner (Geschäftsführer FFG). Foto: BMVIT/Mike Ranz

 

„Der Start von BepiColombo wird ein großer Tag für österreichische Raumfahrt-Unternehmen und Wissenschaftler, denn sie haben wichtige Teile für den Flug zum Planeten Merkur geliefert“, sagt Weltraumminister Norbert Hofer. So wurden unter anderem die wegen der Nähe zur Sonne hier besonders anspruchsvolle Thermalisolation, mit der die Sonde den extremen Temperaturen von bis zu +450 °C und -180°C widerstehen kann, im niederösterreichischen Berndorf von RUAG Space gefertigt. Auch das neueAusrichtungssystem für die elektrischen Triebwerke, dessen Technologie danach kommerziell in großer Stückzahl verkauft werden soll, sowie Komponenten zur Steuerung der Solarpaneele und verschiedene mechanische und elektronische Bauteile wurden von RUAG Space in Österreich gefertigt. ATOS Österreich hat elektronische Boden-Testeinrichtungen geliefert, für die sie in Europa führend ist. Diese Bauteile werden bei jeder Mission verbessert und in Zukunft auch für kommerzielle Missionen interessant sein.

„Ich bin sehr stolz, dass österreichische Firmen und Forschungseinrichtungen so prominent bei dieser außergewöhnlichen Weltraummission vertreten sind“, sagt Weltraumminister Hofer. Und die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner betonen: „Weltraumtechnologie ist technologische Spitzenleistung; Österreich ist in diesem Bereich eine wichtige Größe in Europa. Das bringt nicht nur akademische Anerkennung, sondern ist auch wirtschaftlich bedeutend für das Land: Im Rahmen der Merkur-Mission sind Aufträge in der Höhe von insgesamt 36 Millionen Euro nach Österreich geflossen, so viel wie noch nie für solche Missionen.“ Auch für RUAG Space Austria, Österreichs größtes Weltraumunternehmen, war BepiColombo der bisher größte Auftrag für eine Wissenschaftsmission der Europäischen Weltraumorganisation. „Hochtechnologie aus Österreich trägt entscheidend zum Erfolg dieser Mission bei“, betont Max Kowatsch, Geschäftsführer von RUAG Space Austria und Präsident des Verbands der österreichischen Weltraumindustrie Austrospace. „Weltraumtechnik ‚Made in Austria‘ ist in vielen Bereichen im Spitzenfeld und stark nachgefragt.“

Das Projekt BepiColombo – benannt nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe Colombo – ist der erst dritte Flug eines Raumfahrzeuges zum Merkur überhaupt. Im Rahmen der Mission werden gleich zwei Satelliten, je einer aus Europa und Japan, welche mit insgesamt 16 wissenschaftlichen High-Tech-Instrumenten bestückt sind, 2025 die Umlaufbahn des Planeten erreichen. Von dort werden sie große Datenmengen zur Erde funken und damit neue Erkenntnisse über Oberflächen- und innere Beschaffenheit des Merkurs sowie über sein Magnetfeld ermöglichen. Für die Magnetfeld-Messungen aus dem japanischen Modul wird ein Magnetometerbenutzt, das federführend am Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz entwickelt wurde. Das Institut lieferte ebenfalls Elektronik und Software für das europäische Magnetometer sowie federführend die Ionenkamera PICAM. Mit diesem Massenspektrometer wird untersucht, wie Teilchen aus der Merkuroberfläche herausgeschlagen und in die Umgebung des Planeten befördert werden. Die Entwicklung der Instrumente wurde vom nationalen Programm ASAP der FFG mit knapp 2,5 Millionen Euro unterstützt. Das IWF kann damit seine wissenschaftliche Spitzenposition behaupten, und es wird dank des frühen Zugriffs auf die Daten zahlreiche neue Erkenntnisse über den Merkur in die Forschung einbringen können. Durch die Aktivitäten des IWF zählt Österreich zu den weltweit führenden Nationen in der Erforschung des Sonnensystems. 

„Manchmal ist es nicht gleich ersichtlich, was modernste Weltraumtechnik und Spitzen-Forschung für die Allgemeinheit bringt. Aber wenn man an die Navigations-Technik in Handys, Navis und neuerdings Flugzeugen denkt, an Satellitenfernsehen, an digitale Landkarten im Internet und an Wettersatelliten, die genaue Wettervorhersagen ermöglichen, dann wird schnell deutlich, dass Weltraumtechnologie auch in unserem Alltag eine sehr große Rolle spielt“, so Norbert Hofer. „Im heimischen Weltraumsektor sind 120 Betriebe mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv. Der Gesamtumsatz der Branche beträgt rund 125 Millionen Euro im Jahr.“

Der Start von BepiColombo wird live im Internet übertragen. Der ES-Livestream ist unter diesem Link abrufbar: https://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/BepiColombo/Watch_BepiColombo_launch

Rückfragen & Kontakt:

BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Volker Höferl Pressesprecher BM Ing. Norbert Hofer
01/71162 658121
volker.hoeferl@bmvit.gv.at
www.bmvit.gv.at

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG
Linde Tuscher, Pressesprecherin
+43 664 8569028
gerlinde.tuscher@ffg.at

Livestream Launch BepiColombo - 20.10.2018, 3.15 h MEZ

Samstag, 20. Oktober 2018
 
Schedule (times subject to change):
03:15 CEST Start of live transmission
03:45 CEST Liftoff, followed by confirmation of acquisition of signal, expected around 40 minutes after launch
04:30 CEST End of live transmission