F&E Austausch in der Steiermark

Bilanz der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) von großem steirischen Impact geprägt.

Die Präsentation der aktuellen Förderstatistik der FFG für das Jahr 2016 unterstreicht neuerlich die Rolle der Steiermark als Innovationsland. Vom FFG-Gesamtfördervolumen im Umfang von 614,7 Millionen Euro (Summe inklusive Breitband) wurden 144,7 Millionen oder 23,5 Prozent von steirischen Unternehmen und Organisationen eingeworben. Nur in Wien lag die Fördersumme über jener der Steiermark, die in Jahren 2014 und 2015 absolut an der Spitze lag.

FFG Geschäftsführerin Henrietta Egerth mit IV-Steiermark Präsident Georg Knill (l.) und Landesrat Christian Buchmann (r.)
Foto: FFG

 

In der Analyse zeigen sich die unterschiedlichen Strukturen und industriepolitischen Schwerpunkte. Während in Wien die Forschungseinrichtungen und Hochschulen für fast die Hälfte der FFG-Förderungen stehen, gehen in der Steiermark 69,7 Prozent der Förderzusagen an Unternehmen, gefolgt von Hochschulen (12,3), Kompetenzzentren (9) und Forschungseinrichtungen (7,5). Zentrale Rolle spielen dabei Großbetrieb, die für rund zwei Drittel der förderbaren Forschung im Unternehmenssektor stehen.

Etablierte und neue Innovatoren

Österreichweit ist die Steiermark jenes Bundesland mit der höchsten Forschungsquote sowie einer überaus hohen Dichte an etablierten wissenschaftlichen Exzellenzzentren und innovativen Unternehmen. Auch die Zahl von Unternehmen, die sich erstmals an Forschungsförderprogrammen beteiligt haben, lag in den vergangenen Jahren auffallend hoch (im Schnitt bei 134 im Jahr). Die Zahl an erstmaligen Antragstellern wächst somit in keinem Bundesland so rasch wie in der Steiermark – ein wichtiger Schritt in Richtung Verbreiterung der steirischen Innovationsspitze. Auch bei den schnell wachsenden Unternehmen liegt die Steiermark hinsichtlich Forschungsaffinität im Österreich-Vergleich an der Spitze. 37 Prozent aller Unternehmensprojekte werden in diesen sogenannten „High Growth Firms“ realisiert.

Thematische Schwerpunkte in der Steiermark

Absolut betrachtet spielen die Themenbereiche Elektronik/Mikroelektronik, Werkstofftechnik und Oberflächenverkehr- und –technologien sowie industrielle Fertigung die bedeutendste Rolle im Zusammenspiel zwischen FFG und steirischen Forschern. Mit 78,7 Prozent aller österreichweit von der FFG für diesen Themenbereich bereitgestellten Mittel erzielt die Branche der industriellen Biotechnologie den (mit Abstand) stärksten steirischen Förderanteil.

Dialog in der Steiermark

Beim jüngst stattgefundenen Dialog der FFG-Geschäftsführerin Dr. Henrietta Egerth mit Vertretern der steirischen Industrie und Wissenschaft im Haus der IV-Steiermark, wurde die gute Zusammenarbeit zwischen FFG und Steirischer Wirtschaftsförderung, u.a. bei Landesausschreibungen betont. Nicht zuletzt die hohe Erfolgsquote im COMET-Programm dokumentiert auch aus Sicht der FFG die Exzellenz der steirischen Forschungskompetenzen. Und auch die aktuellen und geplanten Prioritäten auf Bundesebene (insbesondere Mikorelektronik, Digitalisierung, Mobilität und Produktion) passen hervorragend zum Spezialisierungsprofil der Steiermark.

Vernetzung Wissenschaft und Wirtschaft

Das Potential wissenschaftlicher Exzellenz und international sichtbarer Forschungsakteure kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn Unternehmen am Standort daraus Investitionsoptionen und Wachstumsperspektiven generieren. Umso mehr gilt es, die industrielle Umsetzung in jenen Bereichen zu forcieren, in denen die Steiermark über herausragende Forschungsstrukturen verfügt.

Aktuelle Angebote der FFG: Schwerpunkte „Digital Roadmap“ und 5G-Strategie

Das mit Ende Januar beschlossene aktualisierte Arbeitsprogramm der Regierung wird durch die aktuellen Themen der FFG unterstützt. Mit der Digital Roadmap und der 5G-Strategie wird ein wesentlicher Modernisierungsprozess in Österreich eingeläutet. Die Förderungen der FFG decken dabei von der Entwicklung von Hardware bis zu betrieblicher Informatik und Webanwendungen die gesamte Breite der Informationstechnologie und mit dem Breitbandausbau nun auch infrastrukturelle Entwicklungen in Österreich ab. Neue Methoden der industriellen Fertigung zählen ebenso dazu wie die Optimierung von Informationssystemen. Auch Entwicklungen zur Steigerung der Energieeffizienz oder zur erhöhten Sicherheit und Zuverlässigkeit von IT-Systemen werden mit Fördermitteln über die FFG unterstützt. Im Bereich der Produktionstechnologien, die ebenfalls stark „IT-lastig“ sind (Stichwort Industrie 4.0) und im Themenspektrum Energie und Umwelt bietet die FFG ebenfalls entsprechende Förderungen.