Leichtfried: Steiermark baut neuen ESA-Satelliten

Technische Universität Graz bei Projekt federführend – Nanosatellit „PRETTY“ misst Eismassen und Meereswellen für Klimaforschung

Die Technische Universität Graz wird gemeinsam mit der RUAG Space einen neuen Kleinsatelliten für die Europäische Weltraumagentur ESA bauen. Das gab Weltraumminister Jörg Leichtfried am Montag bekannt. Der „Cubesat“ namens PRETTY (Passive REflecTomeTY) ist ein Nanosatellit aus drei Würfeln von jeweils 10x10x10 cm und damit etwas größer als eine Packung Milch. Seine Aufgabe ist es, als erster Nanosatellit überhaupt Eis auf Gletschern oder an den Polen sowie die Wellenbewegungen der Ozeane zu vermessen und zu registrieren. Der neue Cubesat ist Teil der weltweiten Umwelt- und Wetterbeobachtung der ESA und trägt dazu bei, den Klimawandel zu erforschen. Mit Cubesat wird der fünfte Satellit Made in Austria ins All abheben.

im Bild (v.l.n.r.): Otto Koudelka (Technische Universität Graz), BM Jörg Leichtfried (bmvit), Klaus Pseiner (FFG Geschäftsführer und Vize-Vorsitzender, ESA-Rat); Foto: Morgenstern

„Mit dem neuen Auftrag der ESA ist Österreich endgültig in der Königsklasse der Satellitenbauer angekommen. Das Weltraumministerium unterstützt heimische Universitäten und Betriebe dabei, neue Aufträge an Land zu ziehen und gute Arbeitsplätze zu schaffen. Studierende bekommen so die einzigartige Chance, selbst an Weltraumtechnologie zu tüfteln. So tragen wir zu einer hervorragenden Ausbildung und besten Jobchancen bei“, sagt Weltraumminister Jörg Leichtfried.
„Klein- und Kleinstsatelliten sind handliche Objekte, die das Potenzial haben, die Weltraumforschung große Stücke weiterzubringen. Denn mit den kompakten Satelliten ist es möglich, neue Weltraumtechnologien relativ rasch und kostengünstig auszuprobieren“, erklärt Klaus Pseiner, der Vize-Vorsitzende des Rates der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

 

im Bild (v.l.n.r.): Klaus Pseiner (FFG Geschäftsführer und Vize-Vorsitzender, ESA-Rat), BM Jörg Leichtfried (bmvit), Otto Koudelka (Technische Universität Graz), Vizerektor Horst Bischof (Technische Universität Graz), Martin Mössler (Science Park Graz) ; Foto: Morgenstern

„Mit unserem ersten Satelliten ‚TUGSAT-1‘ konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass auch anspruchsvolle wissenschaftliche und technologische Aufgabenstellungen zuverlässig erfüllt werden können. Unsere neuen Missionen bringen spannende technische Herausforderungen, die die TU Graz International sichtbar positionieren werden“, sagt Projektleiter Otto Koudelka.
„Die Erfahrungen, die wir Studierenden bei diesem Projekt sammeln, sind unbezahlbar. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich mein Wissen in der Praxis umsetzen und solche technischen Meisterleistungen mitentwickeln kann“, sagt Reinhard Zeif, Dissertant an der TU Graz und Mitarbeiter im Projekt.

 

Foto: Das Team der Technischen Universität Graz, das für die Entwicklung des Satelliten verantwortlich zeichnet; Foto: Morgenstern

Derzeit befinden sich die zwei österreichische Forschungssatelliten TUGSAT-1 der TU Graz und UniBRITE der Universität Wien in der Erdumlaufbahn. Sie messen Helligkeitsschwankungen von Sternen. Noch im Juni startet PEGASUS der FH Wiener Neustadt in den Orbit. Der Satellit untersucht die Beschaffenheit der Erdatmosphäre. Der an der TU Graz im Auftrag der ESA entwickelte OPS-SAT wird im kommenden Jahr abheben. Er hat neue Weltraumsoftware an Bord, mit der unter anderem neue Kommunikationstechnologien für zukünftige Weltraummissionen getestet und Störquellen für Weltraumfunk gefunden werden können.
Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie investiert jährlich rund 70 Millionen Euro in den Weltraumsektor. Für den neuen Cubesat hat das Weltraumministerium über die ESA rund 2,5 Millionen Euro bereitgestellt. Österreich finanziert Programme der ESA mit und ermöglicht österreichischen Betrieben so, sich für Aufträge im Rahmen der ESA-Missionen zu bewerben. Rund 120 österreichische Firmen und Organisationen mit über 1.000 Beschäftigten sind in der Weltraumindustrie tätig. Der Gesamtumsatz der Branche beträgt etwa 125 Millionen Euro im Jahr.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Sophie Lampl, Pressesprecherin des Bundesministers
+43 (0) 1 711 6265-8014
sophie.lampl@bmvit.gv.at
http://www.bmvit.gv.at