Montanuniversität bei erster KIC-Beteiligung Österreichs

Innovationsorientierte Spitzenforschung im Bereich der Rohstoffe

Mit dem Zuschlag an das Konsortium "KIC Raw MatTERS" hat das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) Österreich erstmals in eine schlagkräftige Wissens- und Innovationsgemeinschaft (Knowledge and Innovation Community - KIC) aufgenommen. Mitbeteiligt ist die Montanuniversität Leoben, die dafür eine Rohstoffstrategie für Ost- und Südosteuropa entwickelte.

Das "KIC Raw MatTERS"-Konsortium

Das siegreiche "KIC Raw MatTERS"-Konsortium besteht aus 62 Kernpartnern, darunter die Montanuniversität Leoben und die steirische INTECO special melting technologies GmbH, sowie 54 Assoziierungspartnern, darunter die F. J. Elsner Trading GmbH, die Geologische Bundesanstalt, die Karl Franzens Universität Graz, die TU Graz und die TU Wien. Die österreichische Bewerbung wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie vom Land Steiermark und Eco World Styria maßgeblich begleitet und unterstützt.

Das EIT ist eine Organisation der EU zur Stärkung der Innovationskraft Europas, um bei wichtigen Themen die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Über das EU-Programm "HORIZON 2020" wird das EIT mit mehr als 2,7 Milliarden Euro finanziert.

Die Werkzeuge des EIT sind Wissens - und Innovationsgemeinschaften, sogenannte KICs. Zu den drei bisher bestehenden KICs, eine im Bereich Klimawandel (Climate KIC), die zweite im Bereich Energie (KIC InnoEnergy) und die dritte für Informations- und Kommunikationstechnologien (EIT ICT Labs), sind nun zwei neue KICs dazu gekommen: "EIT Raw Materials" und "EIT Health".

"Mit der Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen deckt dieses Projekt die gesamte Innovationskette ab und unterstreicht den Mehrwert überregionaler Kooperation. Dieses Zusammenspiel wird in Zukunft besonders wichtig sein, und nur so können die großen gesellschaftlichen Herausforderungen gelöst werden. Durch die Entwicklung neuer Rohstoffstrategien wird zudem nicht nur der Wissens-, sondern auch der Industriestandort Österreich langfristig profitieren", sagt Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner, dessen Ressort die Projektphase sowohl politisch als auch auf operationeller Ebene von Anfang an unterstützt hat. Neben einer Anschubfinanzierung gab es unter anderem eine enge Zusammenarbeit der Projektpartner mit der FFG, die bei der Antragserstellung mit ihrer Expertise zur Seite gestanden ist.

Erfreut zeigt sich in einer ersten Stellungnahme auch der Rektor der Montanuniversität Leoben, Wilfried Eichlseder: "Mit der Zuerkennung dieser KIC wird die Bedeutung der Montanuniversität im Bereich Roh- und Werkstoffe weiter unterstrichen. Sie ist aber auch eine Verpflichtung und gleichzeitig Ansporn, dieses Vertrauen zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft sorgsam einzusetzen", so Eichlseder.

Die Abkürzung "TERS" in der Bezeichnung "Raw MatTERS" steht für "Tackling European Raw Materials Sustainability". Im Vergleich zu China, den USA und Russland ist die Europäische Union bei der Versorgung mit existenziell wichtigen mineralischen Rohstoffen deutlich stärker vom globalen Handel abhängig, sodass sich der Bedarf eines Managements der Abhängigkeiten ergibt. China, die USA und Russland produzieren etwa 47 Prozent der Welthandels-Mineralrohstoffe, die EU jedoch lediglich 5,5 Prozent. So ist die Europäische Union weitgehend auf Importe von Energierohstoffen (in der Dimension von 500 Milliarden Euro) und Materialrohstoffen (in der Dimension von 200 Milliarden Euro) angewiesen. Durch die neue Wissens- und Innovationsgemeinschaft sollen nun Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Attraktivität des Rohstoffsektors mit radikaler Innovation und Unternehmergeist beflügelt werden.

Zusammen genommen haben die 116 beteiligten Unternehmen und Forschungsstätten aus 20 EU-Staaten einen Jahresumsatz von rund 200 Milliarden Euro, die Zahl ihrer Mitarbeiter beläuft sich auf etwa 700.000. Beteiligt sind u. a. das polnische Bergbauunternehmen KGHM, die RISE Research Institutes of Sweden und die Universität von Milano-Bicocca aus Italien. Hauptkoordinationspartner ist das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

ESEE Strategy - Rohstoffstrategie für Ost- und Südosteuropa

Innerhalb des "KIC Raw MatTERS"-Konsortium hat die Montanuniversität eine Rohstoffstrategie für Ost- und Südosteuropa (ESEE) entwickelt. Diese Region verfügt über wichtige kritische Rohstoffe, darunter die oft genannten Seltenen Erden sowie Metalle der Platingruppe, aber auch Antimon, Borate, Chrom, Gallium, Germanium, Indium und Magnesit. Potenziale werden sowohl bei der Neuerschließung von Lagerstätten als auch bei der Aufbereitung sekundärer Rohstoffe, etwa alter Halden sowie Schlacken, gesehen. Insgesamt 47 "ESEE-Partner" aus der Region, darunter neun weitere aus Österreich, sollen diese Strategie zum Erfolg führen.
 

Weitere Informationen:

Dr. Alfred Maier
Tel.: +43 3842 402 2017, +43 660 4896549
alfred.maier@unileoben.ac.at

Aussender:

Erhard Skupa, Pressesprecher, Montanuniversität Leoben
Tel.: +43 3842 402-7220,
erhard.skupa@unileoben.ac.at