#Success Story: Defdrone_3D >> Vermessen aus der Vogelperspektive

Geschrieben am 16.12.2019
Flugdrohnen sind für Vermessungszwecke sehr wertvoll, zB bei Hangrutschungen. In einem vom steirischen Unternehmen Geodata koordinierten EUREKA-Projekt wurde an der weiteren Verbesserung der Technologie gearbeitet.
Die Nutzung von Flugdrohnen für Vermessungszwecke boomt weltweit. Die Technologie, die dabei zum Einsatz kommt, bietet sowohl neuartige Möglichkeiten zu genaueren und schnelleren Messungen aus der Vogelperspektive als auch die Möglichkeit, bisher nicht lösbare Messprobleme zu bewältigen. An der Weiterentwicklung der Technologie wurde auch im EUREKA-Projekt Defdrone_3D gearbeitet. Konkret haben die Projektpartner aus Österreich und Chile die drohnenbasierte, hochgenaue 3D-Deformationsmessung erstmals an großen Objekten angewendet. Das ist zukunftsweisend, zB beim Bau neuer Tunnel. Das Projekt wurde mit rund 385.000 Euro von der FFG im Rahmen von EUREKA (powered by BMDW und BMVIT) gefördert. Das europäisch-internationale Netzwerk rückt bald noch stärker in den Fokus, da Österreich von Juli 2020 bis Juni 2021 den Vorsitz übernimmt.

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Die Technologie für Flugdrohnen wird bei Feldversuchen laufend optimiert.

Fotocredit: Geodata



Ambitioniertes Ziel des zweijährigen Projekts Defdrone_3D war die Entwicklung eines operationell einsatzfähigen Messsystem-Prototyps. Das System soll dabei in der Lage sein, große Messobjekte mit hoher Genauigkeit, vollautomatisch und vollständig mittels einer Drohne oder ganzer Drohnenschwärme aus der Luft zu erfassen und aus den Messdaten dreidimensionale Verformungen abzuleiten. Das Projektteam hat sich dabei insbesondere auf Entwicklung, Implementierung und Validierung des Messsystem-Prototyps bestehend aus Drohne(n), Messsensoren (insbesondere Kameras), Bodentargets zur Georeferenzierung sowie Softwarekomponenten für Flugplanung, Drohnensteuerung, Datenauswertung, -visualisierung und -verwaltung fokussiert.

Der Prototyp kam dabei in ausgewählten Testgebieten zum Einsatz und die erfolgreiche technologische Weiterentwicklung wird künftig konkret angewendet, beispielsweise bei der Überwachung von Rückhaltedämmen im Bergbau, Hangrutschungen, Böschungen bei Baugruben und Felswänden bei Tunnelportalen.

 

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Das Einsatzgebiet von Flugdrohnen ist zB bei der Überwachung von Hangrutschungen gefragt.

Fotocredit: Geodata



Drei Partner von zwei Kontinenten

Das Projekt wird von der Geodata Ziviltechnikergesellschaft mbH koordiniert. Das in Leoben angesiedelte Unternehmen bringt insbesondere das Know-How in den Bereichen Spezifikation, Design, Entwicklung und Implementierung der Hardwarekomponenten, der Flugplanung, des Informationssystems zur Datenverwaltung und für die Validierung und Durchführung von Testmessungen mit dem Messsystem in ausgewählten Testgebieten ein. Geodata blickt dabei auf langjährige Erfahrung und fundierte Expertise in den Bereichen Messtechnik, Fertigungstechnik, Elektronik, Software-Entwicklung und IT zurück. Aus Österreich ist weiters die 3GSM GmbH aus Graz dabei, der internationale Partner ist Geodata Andina aus Chile.

 

Die Projektpartner von Defdrone_3D im Überblick:

  • Geodata Ziviltechnikergesellschaft mbH, Österreich (Koordinator)
  • 3GSM GmbH, Österreich
  • Geodata Andina, Chile

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Projektkoordinator Klaus Chmelina.

Fotocredit: Geodata

 

"Innovationen sind für unser Unternehmen von großer Bedeutung, da sie nachhaltig unseren Markterfolg sichern", so Projektkoordinator Klaus Chmelina. "Zahlreiche unserer Innovationen wurden in geförderten F&E-Projekten entwickelt", berichtet Chmelina, der bei der Geodata Ziviltechnikergesellschaft mbH für F&E-Koordination verantwortlich ist. Aufgrund ihrer Komplexität werden zur Entwicklung neuer Innovationen "in der Regel lange Zeiten und externe Partner benötigt. Diese finden sich nicht immer nur in Österreich. Von EU-Projekten und unserem jüngsten EUREKA-Projekt profitieren wir direkt durch die kommerzielle Nutzung der daraus entstandenen Innovationen und indirekt durch neue Kontakte und neues Wissen", unterstreicht Chmelina den Mehrwert.

 

EUREKA – Initiative für anwendungsnahe Forschung und Entwicklung in Europa

EUREKA ist ein europäisch-internationales Netzwerk für anwendungsnahe Forschung und Entwicklung (F&E) und bietet Unternehmen und Forschungseinrichtungen einen Rahmen für grenzüberschreitende Kooperationsprojekte. Derzeit sind 40 Staaten und die Europäische Union EUREKA-Mitglieder. Südkorea, Kanada, Südafrika, Chile und Argentinien sind assoziierte Partnerländer. Von Juli 2020 bis Juni 2021 übernimmt Österreich den EUREKA-Vorsitz. 

 

Förderungen von EUREKA-Projekten (in Österreich national durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie/BMVIT und das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort/BMDW finanziert):

  • Förderung durch nationale Förderprogramme wie z.B. das Basisprogramm der FFG: Mögliche Förderraten von 40 bis 60 Prozent der förderbaren Kosten können in Form einer reinen Zuschussförderung gewährt werden.
  • Unterschiedliche EUREKA-Förderschienen: EUREKA-Projekte können laufend als klassische EUREKA-Netzwerkprojekte oder bei den Eurostars-Projekten in allen technologischen Bereichen oder auch als thematisch orientierte Projekte bei EUREKA- Clustern eingereicht werden, zusätzlich gibt es das Investment-Readiness Trainingsprogramm von EUREKA-Innovest.

Projekttitel: Defdrone_3D

EUREKA – innovation across borders, Förderung via FFG-Basisprogramm  

Projektstart: 1. Mai 2017

Projektende: 31. Juli 2019

Projektkosten: 1 Millionen Euro (international), mit einer FFG-Förderung von insgesamt rund 385.000 Euro

 

Projektkoordination: Geodata Ziviltechnikergesellschaft mbH

Kontakt:

Klaus Chmelina

Hans-Kudlich-Straße 28

8700 Leoben


[email protected]

Kontakt

Über die FFG

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die nationale Förderinstitution für die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Förderungen der FFG tragen maßgeblich dazu bei, neues Wissen zu generieren, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und damit am Weltmarkt wettbewerbsfähiger zu sein.
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