Open Science

Der Begriff "Open Science" ist seit kurzem weit verbreitet, aber vielen Forschungsakteuren ist noch unklar, wie Open Science erreicht werden kann. Open Science ermöglicht die Reproduktion von Forschungsergebnissen sowie Transparenz bei der Forschungsmethodik. Sie erhöht die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung und spart Zeit und Geld sowohl von bzw. für ForscherInnen, als auch Forschungseinrichtungen.

Der Begriff hat nicht zuletzt durch die "3 Os“ Rede von EU-Kommissar Carlos Moedas Aufmerksamkeit erregt, worin diese als Prioritätensetzung für das künftige 9. EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon Europe" angekündigt wurden:

  • Open Innovation
  • Open Science
  • Openness to the World

 

Open Science ist jedoch bereits seit 2002 ein Thema, u.a. durch die Budapest Open Access Initiative aber auch durch die öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission zu „Science 2.0“ und die Arbeit in den Programmen Science in Society (FP7) und Science with and for Society (H2020).

Open Science besteht aus mehreren Begriffen, die alle die gleichen Grundprinzipien teilen:

  • Transparenz,
  • universelle Zugänglichkeit und
  • Nutzbarkeit von wissenschaftlichen Informationen über Online-Tools.

 

Die Entwicklungen zeigen einen universellen Trend der ForscherInnnen zu einer Verhaltensänderung hin zu Open-Content sowie zur Einführung einer breiten Palette von offenen Praktiken und Strategien, die sich auf den gesamten Forschungs-Lebenszyklus beziehen.

Durch den barrierefreien Zugang zu Forschungsergebnissen können WissenschaftlerInnen weltweit schneller und auf mehr für ihre Arbeit relevante Publikationen sowie Forschungsdaten zugreifen. Dadurch kann Forschung effizienter werden, Redundanzen vermieden und zeitnaher auf aktuelle Entwicklungen eingegangen werden. Durch die freie Verfügbarkeit im Internet können wissenschaftliche Dokumentationen auch von anderen Zielgruppen verwendet werden, z.B. der Industrie oder LaienforscherInnen. Frei publizierte Forschungsdaten können in anderen Kontexten wiederverwendet werden (z.B. in anderen Experimenten, oder in Verknüpfung mit anderen Datensätzen). Zudem erhöht die Publikation von Forschungsdaten die Transparenz und Reproduzierbarkeit/Überprüfbarkeit der in einer Publikation dargelegten Ergebnisse und Hypothesen.

Dieser bevorstehende Wandel des Forschungssystems soll die Verwirklichung des ERA vorantreiben und findet daher immer mehr Relevanz in der Forschungspolitik der EU und der Mitgliedsstaaten. Es gibt bereits zahlreiche Initiativen, die den Prozess zu Open Science unterstützen:

 

Alle diese Initiativen werden eine noch wichtigere Rolle in der Diskussion über das künftige EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe spielen.