Digitaler Dorfplatz

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

Digitaler Dorfplatz
 
Menschen, die am Land leben oder am Landleben teilhaben wollen, vernetzen sich über ein offenes System im virtuellen Raum und beleben den Dorfplatz. Im Hintergrund läuft ein einheitliches System. Im Vordergrund kann jeder Dorfplatz individuell gestaltet werden.

Kurze Beschreibung der Idee

Möglichst viele Apps und Plattformen zur Unterstützung des Lebens am Land bauen eine gemeinsame Community auf. Das Projekt 'Digitaler Dorfplatz' stellt die Infrastruktur dafür bereit. Gemeinsame Datenbank(en) ermöglichen über offene Schnittstellen und dokumentierte Prozesse die Nutzung der UserInnendaten für alle teilnehmenden Apps und Plattformen. Wechselseitige Bewerbung, Empfehlungen über UserInnen-Profiling und Zusammenarbeit der EntwicklerInnen tragen zum Erfolg aller im System bei. Die Hoheit über die UserInnendaten bleibt bei den NutzerInnen - die Apps und Plattformen im System dürfen sie nur verwenden.

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Weil das Vernetzen von Projekten und Ideen das Gebot der Stunde ist und weil das große Gemeinsame besser ist als viele kleine Einsame. Weil die Digitalisierung unzählige Möglichkeiten der Vernetzung bietet, um Synergieeffekte zu erzielen und das befruchtende Miteinander zu stärken. Das Projekt Digitaler Dorfplatz bildet komplexe Dienstleistungen für Apps und Plattformen in einer Qualität ab, die sich einzelne AnbieterInnen nicht immer leisten können/wollen. 
 
Persönliche Daten sind sensible Daten und daher sehr wertvoll. Für die einzelne Person, da sie ein Teil der Privatsphäre sind, für Unternehmen, da sie - in direkter oder indirekter Form - Teil der Erlösquelle sind. Zwei Pole, die häufig diametral zueinander stehen. Es ist wichtig hier ein Umdenken anzustoßen und Klarheit in den Fluss dieser Informationen zu bringen.
 
Das Projekt wird mit Open Source-Technologie als Non Profit Projekt umgesetzt und könnte nach einer Basisfinanzierung z.B. durch einen gemeinsamen Verein aller teilnehmenden Plattformen/eine Genossenschaft/eine gemeinnützige GmbH weiter betrieben werden. 

Was ist der positive Nutzen der Idee?

Digitalisierung bildet eine der wesentlichen Grundlagen zur Unterstützung der kreativen und wissensbasierten Arbeitsmöglichkeiten - vor allem für Frauen am Land. 
Die Plattformen am digitalen Dorfplatz bieten ihnen einerseits Support bei der Organisation des Alltags und schaffen mit 'best practise'-Anwendungen Anreize selbst einen Beitrag zu dem Ökosystem am regionalen oder überregionalen Dorfplatz leisten zu wollen. 
Mit einer Vielzahl an neu zu erwartenden Apps und Plattformen, die sich an den digitalen Dorfplatz anschließen, werden auch neue Aufgaben und Arbeitsplätze in den Regionen geschaffen.  
Beispielhaft sei das Projekt "Frauenqualifizierung on tour" der Stadtgemeinde Eisenerz angeführt, für das parallel ein digitales Netzwerk aufgebaut werden soll. Durch das gemeinschaftliche Miteinander könnten dann neue Projekte in diesem Netzwerk umgesetzt werden. Das können sehr einfache Webseiten mit lokalen Angeboten genauso sein, wie umfangreiche mobile Apps, für darüber hinausgehende Anforderungen. Den Kontakt mit aus der Region weggezogenen BürgerInnen halten zu wollen, ist eine Anforderung, die sicherlich nicht nur Eisenerz betrifft. Eine gut funktionierende Anwendung dafür, werden viele Gemeinden Österreichs begrüßen.

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

Das Projekt steht prototypisch für Zusammenarbeit und Vernetzung regional und überregional und kann in jeder Region begonnen werden. Wir sind offen für Partnerschaften aus allen Bereichen (regional und inhaltlich). Ein inhaltliches Leitbild für teilnehmende Plattformen sollte im Zuge der Realisierung erarbeitet werden.

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Das gesamte Projekt zielt darauf ab, das Rückgrat für beliebig viele Plattformen und Anwendungen in allen Ausprägungen zu bilden - von regionalen Kleinprojekten bis zu überregionalen Großprojekten.
 
Im Idealfall wird das Projekt mittelfristig in einen eigenen Rechtsträger (Verein, Genossenschaft, gemeinnützige GmbH) eingebettet und es werden Möglichkeiten geschaffen, wie sich alle beteiligten PlattformbetreiberInnen einbringen und über die weitere Entwicklung des Projekts mitbestimmen können.
 
Online-Marktplätze zeigen schon seit langem, dass gemeinsame Services ein Erfolgsfaktor in der digitalen Welt sind. Warum nicht von den Besten lernen und deren Prinzipien für erfolgreiche Regionalentwicklung einsetzen?

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

Das Projekt liegt zwischen "NOW" und "WOW". Die Technologien dafür sind vorhanden bzw. in Entwicklung. Im Rahmen eines ÖHT-Leuchtturmprojekts arbeiten wir u.a. an Userdatenbank, einem Webshop und einer Veranstaltungsdatenbank auf Basis der oben beschriebenen Überlegungen in einem geschlossenen System und mit einer überschaubaren Anzahl an teilnehmenden Plattformen (ausgehend vom Landhotel Yspertal). Der neue Ansatz hier ist die Weiterentwicklung des Konzepts außerhalb unseres geschlossenen Systems für größere Datenmengen und für beliebig viele KooperationspartnerInnen (Apps und Plattformen). Daraus entsteht im Idealfall ein mächtiges Instrument, an das sich Apps und Plattformen in jeder Region und mit jedem passenden Thema anhängen können. 

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at