Frau am Steuer

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

Frau am Steuer
Mobilität neu denken – und so neue Chancen für Frauen, die in verschiedenen Lebensrealitäten (Alter, Beschäftigungsverhältnis, Familienstand, etc.) leben, zu kreieren.

Kurze Beschreibung der Idee

Vieles hängt mit Mobilität zusammen und/oder von Mobilität ab. Wenn sich „Frau am Steuer“ mit regionaler Mobilität befasst, dann ist das der Hebel z.B. für dezentrale Produktion und deren (regionale) Vermarktung ebenso wie für neue Möglichkeiten für die Frau. Und damit für neue Arbeitsräume. Wir wollen ...

  • ...  Frauen ermutigen – und den Rahmen dafür schaffen – sich ihrer Bedürfnisse an Mobilität bewusst zu werden und diese Bedürfnisse zu artikulieren.
  • ... Frauen befähigen, sich transformierte Mobilität (Stichworte dazu: klimaneutral, ressourcenschonend, verschwimmende Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Verkehr, digital & autonom, ein Gewinn für unseren Lebensraum und unsere Lebensqualität, …)  vorzustellen und Visionen dazu zu formulieren. 
  • ... mit Frauen Chancen auszuarbeiten, die sich aus transformierter Mobilität für sie, für ihr Leben und Arbeiten/Wirtschaften ergeben können – und daraus konkrete Beschäftigungs-Initiativen und Unternehmenskonzepte zu entwickeln.
  • ... es sollen digitale Lösungen für alle Frauen in der Region entwickelt werden, die ihnen ermöglichen je nach den unterschiedlichen Anforderungen mobil zu sein. Ob Mitfahrangebote zur Arbeit oder sichere Bring- und Abholplätze für Mädchen, die abends noch ausgehen wollen, jeder Wunsch ist erlaubt und wird in einem partizipativen Prozess auf Möglichkeiten zur regionalen Umsetzung überprüft.
  • ... lokale Entwicklung von transferierbaren auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen zugeschnittenen Mobilitätslösungen, die digital unterstützt werden und so niederschwellig sind, dass sie einen breiten NutzerInnenkreis ansprechen (z.B. Sharing und MaaS).
  • ... co-creative Entwicklung von Mobilitätslösungen an der Schnittstelle zwischen privater und öffentlicher Hand (PPP, tragfähige Finanzierungsmodelle).
  • ... aber natürlich gibt es nicht die Frau, es gibt viele verschiedene Frauen in unterschiedlichen Lebensrealitäten mit unterschiedlichen Ansprüchen, die alle gesehen und gehört werden sollen.

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Fauen denken Zukunft anders. Mit einem zukunftsfähigen Mobilitätsangebot wird der ländliche Raum auch als Arbeits- und Lebensraum für junge Frauen wieder attraktiver. Studien und diverse Berichte über ungleiche Mobilitätschancen gibt es viele. Aber es geht uns darum, regional etwas zu verändern. 
Frau am Steuer ist kein isoliertes, kurzfristig kreiertes Projekt, sondern es ist eingebettet in eine gesamtregionale Strategie und in Projekte „davor und danach“, sowie „daneben“. Beispiele dafür sind:

  • Forschungsprojekt „RÖMERLAND CARNUNTUM 2040 – Selbstermächtigung, Selbstorganisation und regionale Transformation im Römerland Carnuntum“, gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur und der TU Wien.
  • Webinarreihe #100minutenZukunft, gemeinsam u.a. mit dem Club of Rome, Austrian Chapter.

Was ist der positive Nutzen der Idee?

Frauen spielen in der Mobilitätsplanung bislang eine untergeordnete Rolle. Es gibt zahlreiche Studien, die nachweisen, dass die Bedürfnisse von Frauen im Verkehrssystem schlecht abgedeckt werden. Mit einem zukunftsfähigen Mobilitätsangebot wird der ländliche Raum auch als Arbeits- und Lebensraum für junge Frauen wieder attraktiver.
Frau am Steuer ...

  • ... ist nicht exklusiv, jedoch hauptsächlich weiblich. In analogen und digitalen Arbeitsgruppen, Vernetzungstreffen, Workshops etc. bilden sie jeweils eine qualifizierte Mehrheit (mind. 2/3 Frauenanteil).
  • ... hat das Potenzial, bestehende Ungleichgewichte und Benachteiligungen auch „praktisch“ zu beleuchten, zu benennen und zu verändern.
  • ... hat das Potenzial, zu neuen Lösungen zu kommen, weil explizit die weibliche Perspektive eingebracht wird, die bisher oft fehlt. So können neue, kreative und innovative Lösungen entstehen, die allen nutzen. 
  • ... setzt auf „Schwarmintelligenz“: Wissenschaftliche, innovative, transformative Fachinputs werden gemeinsam behandelt, das „Miteinander“ im Denken, Reden und Tun steht im Zentrum. Frauen werden so individuell und kollektiv gestärkt.
  • ... macht allen – auch Nicht-Beteiligten, EntscheidungsträgerInnen, … - die Zusammenhänge zwischen (transformierter) Mobilität und allen anderen Lebens-, Wirtschafts- und Politikbereichen bewusst. 
  • ... bringt's auf den Punkt und in die Umsetzung. Niemand braucht weitere Studien und Berichte …

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

Pilotregion ist das Römerland Carnuntum, gelegen zwischen Wien und Bratislava. Ansonsten alle Regionen, die durch ihre Lage rund um Großstädte besonderes Interesse an zukunftsorientierter Mobilität haben. 

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Es geht um einen transdisziplinären Prozess, also Input von WissenschafterInnen und den Frauen in der Region, die über sehr vielfältige Mobilitätserfahrungen im Alltag verfügen. Der Ablauf des Prozesses kann von einer Region auf die andere übertragen werden. Jedoch braucht es immer die Frauen vor Ort, die ihre persönliche Expertise einbringen und die Rahmenbedingungen und Anforderungen der Frauen vor Ort aus erster Hand kennen.

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

Wow - Innovative, bahnbrechende Ideen deren Umsetzung ich mir vorstellen kann und auch zutraue.
Wir haben bereits Erfahrung in Bürgerbeteiligungsprozessen - und hier ist die aktive Teilnahme der Frauen in unserer Region gefragt. Gleichzeitig wurden gerade eben der Blickwinkel der Frauen in der (regionalen) Verkehrsplanung vernachlässigt. 

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at