Themenübersicht zu Recht und Finanzen in Horizon 2020: Lump Sum Funding Pilot

Mit dem Arbeitsprogramm 2018-2020 testet die EU-Kommission ein neues, vereinfachtes Förderinstrument, den „Lump Sum Piloten“.

Was bedeutet „Lump Sum“?
Im Rahmen der Pilotprojekte werden die Kosten der ProjektteilnehmerInnen nicht mehr im Rahmen eines Kostenreportings erstattet, sondern durch einen im vorhinein festgelegten Pauschalbetrag (= „Lump Sum“) abgegolten.
Dabei kommen seitens der EU-Kommission zwei Optionen zur Anwendung: entweder die „Lump Sum“ wird von der EU-Kommission bereits im Arbeitsprogramm festgelegt und die Konsortien beschreiben in den Projektanträgen, welche Tätigkeiten sie dafür ausführen werden (= Option I), oder der Pauschalbetrag wird von den AntragstellerInnen selbst im Antrag definiert und später im Grant Agreement (GA) festgelegt (= Option II).

Wie unterscheidet sich der „Lump Sum Funding Pilot“ von herkömmlichen Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprojekten?
Die Auszahlung einer Pauschale reduziert einerseits den administrativen Aufwand, da sowohl eine Abrechnung als auch ein Nachweis der Kosten sowie finanzielle Audits nicht erforderlich sind. Andererseits liegt der Schwerpunkt auf der wissenschaftlich-technischen Projektimplementierung, da die Auszahlung durch die vertrags-/vereinbarungsgemäße Erfüllung von Arbeitspaketen bedingt ist.

In Annex 2 des GA werden die Anteile am Pauschalbetrag pro Arbeitspaket und pro Beneficiary festgelegt. Dies legt auch den maximalen Haftungsbetrag jedes Beneficiary nach der Schlusszahlung fest.

Die Auszahlung dieser festgelegten Anteile am Pauschalbetrag hängen von der Fertigstellung des jeweiligen Arbeitspaketes ab (d.h. lediglich eine teilweise Durchführung der Arbeiten reicht grundsätzlich nicht für eine Zahlung).

 

Was ist speziell bei der Antragstellung zu beachten?

Die Antragsvorlage entspricht weitestgehend jener für Standardprojekte in Horizon 2020. Lediglich bei Option II (siehe oben) muss zusätzlich ein "Excel Workbook" mit detaillierter Kostenschätzung ausgefüllt werden.

Es sollte besonderes Augenmerk auf die Struktur der einzelnen Arbeitspakete gelegt werden, da diese für die Auszahlung der Anteile am Pauschalbetrag eine Rolle spielt. Die Anzahl der Arbeitspakete sollte jedoch angemessen und nachvollziehbar sein.

Welche Regeln gelten für „Lump Sum Funding“-Projekte?
Die spezifischen Regeln für den „Lump Sum Funding Piloten“ finden sich im speziellen Lump Sum Model Grant Agreement.

In welchen Themenbereichen sind „Lump Sum Funding“-Projekte ausgeschrieben?
Die EU-Kommission hat bestimmte Topics als „Lump Sum“-Förderung ausgeschrieben. Unsere thematischen Nationalen Kontaktstellen informieren Sie gerne darüber.

 

Nähere Informationen finden Sie …

 

Fragen & Antworten

Frage: Gibt es Unterschiede bei der Projektevaluierung?
Antwort: Nein, die Evaluierung(-skriterien) für Projekte im „Lump Sum Funding Piloten“ ist (sind) ident.

Frage: Werden „Lump Sums“ aliquot ausbezahlt, wenn Arbeitspakete nur teilweise erfüllt sind?
Antwort: Laut Artikel 21.3 bzw. 21.4 des MGA "Lump Sum Pilot" lösen nur vollständig erfüllte Arbeitspakete eine Zahlung durch die EU-Kommission aus. Auf Seite 825 im Annotated Model Grant Agreement (AGA) ist explizit angeführt, dass nur teilweise erfüllte Arbeitspakete nicht akzeptiert werden. Anmerkung: Im Rahmen der Schlusszahlung kann die EU-Kommission auf individueller Basis entscheiden, bei nicht vollständig abgeschlossenen Arbeitspaketen dennoch eine teilweise Auszahlung zu gewähren.

Frage: Sind Budgettransfers während der Projektlaufzeit möglich?
Antwort: Ja, allerdings erfordern diese immer eine Vertragsänderung (Amendment) und sind zusätzlich an zwei Voraussetzungen gebunden: 1. Der Budgettransfer darf sich nicht auf bereits abgeschlossene und deklarierte Arbeitspakete beziehen. 2. Im Rahmen des "project review" wird bestätigt, dass die ursprüngliche Entscheidung zur Projektzusage nicht in Frage gestellt oder dem Prinzip der Gleichbehandlung widersprochen wird.

Frage: Gibt es Kontrollen seitens der EU-Kommission?
Antwort: Ja, jedoch keine finanziellen Audits. Möglich sind weiterhin Überprüfungen der vereinbarungsgemäßen Projektimplementierung und Einhaltung sonstiger Fördervertragspflichten (z.B. IPR, third parties).

Frage: Welche Dokumente sind als Nachweis notwendig?
Antwort: Dokumente zur technischen Projektimplementierung, zu Veröffentlichungen/Prototypen/Deliverables, zur Durchführung der Arbeiten durch die Beneficiaries (Wer hat was gemacht?) sowie sonstige Dokumente als Nachweis der Durchführung gemäß Annex 2 des GA.

Kontakt

Mag. Martin Baumgartner
Mag. Martin Baumgartner
Nationale Kontaktstelle Recht und Finanzen
T +43 5 7755 4008
martin.baumgartner@ffg.at
Mag. Tamara-Katharina Mitiska
Mag. Tamara-Katharina Mitiska
Expertin Recht und Finanzen
T +43 5 7755 4009
tamara-katharina.mitiska@ffg.at
Robert Worel
Robert Worel
Assistent
T +43 5 7755 4611
robert.worel@ffg.at

IHRE BERATUNG

Für grundsätzliche Rechts- und Finanzfragen (z.B. Antragstellung, Kostenabrechnung, Ausfüllen des "Financial Statements" …) sowie für Fragen zum Funding & Tender Opportunities Portal wenden Sie sich bitte an Ihre/n thematische/n NCP.
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