In Horizon 2020 dienen Audits dazu, einerseits die Übereinstimmung des Projektes mit dem jeweiligen Grant Agreement (GA) und andererseits dessen korrekte Durchführung sicherzustellen.

Es gibt verschiedene Arten von Audits, die sowohl unterschiedliche Zwecke haben, als auch von unterschiedlichen Stellen durchgeführt werden:

 

"Certificate on the Financial Statements" (CFS)

siehe Certificate on the Financial Statements (CFS) in Horizon 2020

 

"Certificate on the Methodology" (CoMUC)

Dieses Zertifikat ist freiwillig und dient zur Bestätigung für den/die ProjektteilnehmerIn, dass seine/ihre Methode zur Berechnung der Durchschnittspersonalkosten den Horizon 2020-Regeln entspricht. Durch die seltene Anwendung von Durchschnittspersonalkosten in Österreich im Rahmen von Horizon 2020-Projekten, wird von dieser freiwilligen Audit-Variante wenig Gebrauch gemacht.

 

Audit durch die EU-Kommission

Der Schwerpunkt dieser auch als "Second Level-Audit" bezeichneten Überprüfung liegt normalerweise auf finanziellen Aspekten der Projektdurchführung. Sie können entweder von MitarbeiterInnen der EU-Kommission selbst oder durch beauftragte, externe AuditorInnen durchgeführt werden.

Darüber hinaus können Audits auch auf etwaige Dritte ("third parties") ausgedehnt werden.

Auf Basis des Audits werden etwaige nicht-förderbare Kosten zurückgefordert oder bei der nächsten Zwischenzahlung abgezogen. Bei Feststellung systematischer Fehler, können die Auditergebnisse auch auf andere Projekte oder Perioden ausgedehnt werden ("extension of findings"). Darüber hinaus können Audits sonstige finanzielle sowie administrative Konsequenzen nach sich ziehen.

Achtung: Der/Die betroffene ProjektteilnehmerIn muss sämtliche Aufzeichnungen/Nachweise und Dokumente vom Beginn eines Audits bis zu dessen Ende (inklusive „follow-up“) aufbewahren.

Die Kosten im Rahmen eines Audits während der Projektlaufzeit sind in Horizon 2020 prinzipiell förderbar.
 

Prozessablauf

  1. Schreiben der EU-Kommission im Funding & Tender Opportunities Portal oder per eingeschriebenem Brief
  2. Unterlagenprüfung (‘desk review‘)
  3. eventuell zusätzlich: Vor-Ort-Prüfung (’on-the-spot visit‘)
  4. Entwurf des Auditberichts (Ergebnisse)
  5. der/die betroffene/r ProjektteilnehmerIn hat 30 Tage Zeit für etwaige Anmerkungen (‘contradictory audit procedure‘).
  6. finaler Auditbericht und “letter of audit conclusions“ (LoC)
  7. eventuell: follow-up (z.B. bei Kostenaberkennung, Förderreduktion)

Bitte beachten: Etwaige Kostenanpassungen aufgrund des Audits nimmt die EU-Kommission selbst vor.

 

Nähere Informationen finden Sie

 

Audit durch den Europäischen Rechnungshof

Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes "Third Level-Audit", bei dem der Europäische Rechnungshof die Arbeit der EU-Kommission überprüft und dabei auch die FördernehmerInnen und eingebundene "third parties" auditieren kann.

Kontakt

Mag. Martin Baumgartner
Mag. Martin Baumgartner
Nationale Kontaktstelle Recht und Finanzen
T +43 5 7755 4008
martin.baumgartner@ffg.at
Mag. Tamara-Katharina Mitiska
Mag. Tamara-Katharina Mitiska
Expertin Recht und Finanzen
T +43 5 7755 4009
tamara-katharina.mitiska@ffg.at
Robert Worel
Robert Worel
Assistent
T +43 5 7755 4611
robert.worel@ffg.at