Die Auszahlung der Förderung in Horizon 2020

Die EU-Förderung wird in mehreren Raten an den Koordinator überwiesen: Pre-Financing, Interim Payment/-s und Balance Payment. Der Koordinator hat die Aufgabe, die Förderung zu verwalten und unter den Projektteilnehmern zu verteilen.

Gemäß Art. 21 des Grant Agreement (GA) erhält der Koordinator von der EU-Kommission bzw. Förderagentur folgende Zahlungen:

Zahlung Zeitpunkt
Pre-Financing (Vorfinanzierung) bis 30 Tage nach Inkrafttreten des GA oder 10 Tage vor Projektbeginn (späterer Termin)
Interim Payment(s)
(Zwischenzahlung/-en)
bis 90 Tage nach Einreichung des Zwischenberichts
Balance Payment
(Schlusszahlung)
bis 90 Tage nach Einreichung des Endberichts

Das Pre-Financing dient dem Cash Flow für die Projektumsetzung. Seine Höhe entspricht zumeist etwa der durchschnittlichen Förderung einer Berichtsperiode. Es bleibt bis zum Balance Payment Eigentum der EU-Kommission. Da fünf Prozent der maximalen EU-Förderung vom Pre-Financing abgezogen und direkt in den Garantiefonds eingezahlt werden, ist die an den Koordinator überwiesene Summe stets niedriger als der in Art. 21.2 des GA angegebene Betrag.

Mit dem/den Interim Payment(s) und dem Balance Payment werden die in der jeweiligen Berichtsperiode abgerechneten Kosten refundiert, bis die Schwelle von 85 Prozent der maximalen EU-Förderung erreicht ist. 15 Prozent der EU-Förderung (10 Prozent „Retention“ und 5 Prozent Rückzahlung aus dem Garantiefonds) dürfen immer erst zu Projektende ausgezahlt werden.

Die Förderung wird auf das vom Koordinator bekannt gegebene Konto überwiesen. Die Einrichtung eines eigenen Projektkontos ist laut Grant Agreement nicht verpflichtend, aber in vielen Konsortialverträgen verpflichtend vorgesehen.

Überschreitet die EU-Kommission/ Förderagentur die für die Zahlungen vorgesehenen Fristen, ohne dass es zu einem offiziellen Zahlungsaufschub („suspension of the payment deadline or payments“, Art. 47 und 48 des GA) kommt, hat das Konsortium Anspruch auf Verzugszinsen.