Der Garantiefonds in Horizon 2020

Der „Garantiefonds“ in Horizon 2020 ähnelt einer Versicherung aller H2020-Projektteilnehmer zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle. Somit haftet jeder Projektteilnehmer gegenüber der EU-Kommission/Förderagentur nur für seine eigenen Verbindlichkeiten. Bestehen hingegen nur zwischen den Projektpartnern finanzielle Forderungen, muss dafür eine konsortiumsinterne Lösung gefunden werden.

Zu Beginn jedes Projekts werden fünf Prozent der maximalen EU-Förderung vom Prefinancing abgezogen und in den Garantiefonds eingezahlt. Dieser Betrag wird gewinnbringend veranlagt und erst nach Projektende an den Koordinator überwiesen. Muss der Garantiefonds einschreiten, um Zahlungsausfälle abzudecken, werden dafür nur die Zinsgewinne herangezogen.

Interventionen des Garantiefonds bei offenen Forderungen der EU-Kommission/Förderagentur

Während eines laufenden Projekts interveniert der Garantiefonds, wenn ein Projektteilnehmer aus dem Projekt aussteigt und zu viel erhaltenes Geld (das er als Pre-Financing bekommen, aber nicht abgerechnet hat) nicht zurückzahlt bzw. zurückzahlen kann. Die offene Forderung wird von Garantiefonds an den Koordinator überwiesen, damit Budget zur Verfügung steht, um die Aufgaben des ausgeschiedenen Partners durchzuführen bzw. abzuschließen.

Nach Projektende schreitet der Fonds dann ein, wenn es im Zuge des Balance Payment zu einer Rückforderung durch die EU-Kommission/Förderagentur kommt, weil das Konsortium insgesamt bereits zu viel Geld erhalten hat. Bleibt die Rückforderung erfolglos, springt der Garantiefonds ein und überweist die offene Forderung an die EU-Kommission/Förderagentur.

Außerdem schreitet der Garantiefonds ein, wenn eine Rückzahlung in Folge eines Ex-Post-Audits scheitert, und überweist die offene Forderung direkt an die EU-Kommission/Förderagentur.
 

Kein Einschreiten des Garantiefonds

Bestehen hingegen nur konsortiumsintern offenen Forderungen, schreitet der Garantiefonds nicht ein. Während des laufenden Projekts kommt das vor allem dann vor, wenn ein Projektteilnehmer vertragsbrüchig wird und in Folge dessen auf Rückforderungen hinsichtlich des Pre-Financing nicht reagiert, ohne aus dem Projekt auszusteigen.

Auch nach Projektende kann es notwendig sein, dass der Koordinator von einzelnen Partnern Geld zurückfordern muss, um es unter anderen Teilnehmern aufzuteilen – ohne dass die EU-Kommission offene Forderungen gegenüber den Teilnehmern hat. Auch in diesen Fällen interveniert der Garantiefonds nicht, sondern es muss eine konsortiumsinterne Lösung gefunden werden.

Detaillierte Informationen zu den beschriebenen Konstellationen finden Sie in unserem Info-Blatt im "Download Center".