Das “Certificate on the Financial Statements” (CFS) in Horizon 2020

Übersteigt die EU-Förderung pro Projektteilnehmer eine bestimmte Summe, so muss mit der Schlussabrechnung ein Prüfzertifikat eines Wirtschaftsprüfers (Certificate on the Financial Statements, CFS) eingereicht werden. Die Kosten für das CFS sind als „sonstige direkte Kosten“ förderfähig.

Wann muss ein CFS erstellt werden?

Ein CFS ist für alle Projektteilnehmer verpflichtend, deren Förderung für die gesamte Projektlaufzeit über dem Schwellenwert von 325.000 Euro in Form von „tatsächlichen Kosten“ und „Durchschnittspersonalkosten“ liegt. Auch "Linked Third Parties",deren Förderung den Schwellenwert überschreitet, benötigen ein eigenes CFS. Die Pauschale für die indirekten Kosten sowie sonstige „Unit Costs“ und „Lump Sums“ werden in den Schwellenwert nicht eingerechnet.

In Horizon 2020 ist grundsätzlich ein Prüfzertifikat über die gesamte Projektlaufzeit vorgesehen. Es ist aber auch möglich, ein CFS pro Berichtsperiode erstellen zu lassen. Die Einreichung und Abrechnung erfolgt in jedem Fall erst zu Projektende.

Was wird geprüft?

Geprüft wird, ob die abgerechneten tatsächlichen Kostensowie allfällige „Durchschnittspersonalkosten“ die Kriterien des Grant Agreements erfüllen. Die Prüfung erfolgt nach festgelegten Prüfschritten, die im „Model for the Certificate on the Financial Statements“ (siehe unten) beschrieben sind.

„Unit Costs“ (mit Ausnahme der Durchschnittspersonalkosten) und „Lump Sums“ sowie die indirekten Kostenwerden nicht geprüft. Kosten, die bereits im Rahmen eines sogenannten EU-Audits geprüft wurden, sind ebenfalls nicht zu prüfen.

Wie läuft die CFS-Erstellung ab?

Das CFS muss von einem/r WirtschaftsprüferIn nach den Vorgaben des „Model for the Certificate on the Financial Statements“ (Annex 5 des Grant Agreement) erstellt werden. Der Annex 5 besteht aus den „Terms of Reference“(Muster für den Vertrag zwischen dem Projektteilnehmer und der Wirtschaftsprüfungskanzlei) und dem eigentlichen Muster für den Prüfbericht. Der/die WirtschaftsprüferIn vermerkt allfällige Unregelmäßigkeiten und Fehler in der Projektabrechnung im Prüfbericht. Die Entscheidung über die Konsequenzen von Fehlern liegt immer bei der EU-Kommission/Förderagentur.