Weltraum-Sommerschule Alpbach gestartet

Nachwuchswissenschaftler entwickeln Satellitenmissionen zur Probengewinnen von Asteroiden

Von 17. bis 26. Juli findet die 42. Weltraum-Sommerschule in Alpbach statt. Die renommierte Talenteschmiede für zukünftige Satellitenmissionen widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Rückholung von Proben von Kleinkörpern im Sonnensystem“. 62 Nachwuchswissenschaftler absolvieren den von der FFG in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumagentur ESA organisierten Lehrgang. Die Teilnahme der acht österreichischen Studierenden wird von der FFG finanziert.

Hoher Besuch zum Start der 42. Weltraum-Sommerschule: Prof. Wolfgang Baumjohann (IWF), Prof. Hans Sünkel (TU Graz), Generaldirektor Jan Wörner (ESA), Chiara Manfletti (ESA), Botschafter Peter Jankowitsch, Klaus Pseiner (GF FFG). Foto: FFG/MA Jakob
 

Die Herausforderung für die TeilnehmerInnen besteht darin, in nur zehn Tagen neue, innovative Satellitenmissionen zum Thema „Rückholung von Proben von Kleinkörpern im Sonnensystem“ zu entwickeln und einer Jury von ExpertInnen vorzustellen. Die Zielvorgabe für eine solche Mission: Satelliten direkt vor Ort zu untersuchen und im Idealfall Proben zur Erde zurückzubringen, um besser zu verstehen, wie sich diese Kleinkörper zusammensetzen und Erkenntnisse über die Entwicklung des Sonnensystems zu gewinnen.

Die acht Studierenden aus Österreich. Foto: FFG/MA Jakob

Das Thema ist nicht erst seit der Rosetta-Mission hochaktuell. Jenseits der Sonne, ihrer acht Planeten und ihrer größeren Monde beherbergt das Sonnensystem eine Vielzahl anderer kleinerer Körper, einschließlich Zwergplaneten, Asteroiden und Kometen, bis hin zu interplanetaren Staubpartikeln. Deren Größe und die räumliche Verteilung, ihre Orbitaleigenschaften, Zusammensetzung und innere Struktur spielen eine Schlüsselrolle für unser Verständnis der Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems. Kollisionen zwischen einigen dieser Objekte und den größeren Planeten und Monden liefern flüchtige Substanzen und organische Stoffe und haben ihre geologische und (im Fall der Erde auch biologische) Evolution beeinflusst.

Vier Teams mit je 15 TeilnehmerInnen aus ganz Europa wetteifern unter fachkundiger Anleitung um das anspruchsvollste Missionskonzept. Dabei gilt es, alle Elemente einer möglichen künftigen Weltraummission zu berücksichtigen. Hierzu gehören die Auswahl der Instrumentierung, die Grundkonstruktion des Satelliten und seiner Subsysteme, die Berechnung der optimalen Flugbahn sowie die Ermittlung der voraussichtlichen Missionskosten. Am letzten Tag der Sommerschule werden die Arbeiten der vier Gruppen in einer jeweils einstündigen Präsentation vorgestellt und von einer Jury erfahrener WeltraumexpertInnen begutachtet.

Veranstalter der Sommerschule Alpbach sind die FFG in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und ihren Mitgliedsstaaten. Ein traditioneller Partner ist das International Space Science Institute, ISSI. Unterstützt wird die Sommerschule von Austrospace und EuroPlanet.