"Horizon 2020": Bereits mehr als 1,4 Milliarden Euro EU-Forschungsmittel nach Österreich

Forschungsminister Faßmann und EU-Forschungskommissarin Gabriel zum EU-Forschungsrahmenprogramm


EU-Forschungskommissarin Gabriel und Forschungsminister Faßmann zu Besuch am ISTA, wo 36 ERC-Preisträger forschen.
Fotocredit: Vertretung der Europäischen Kommission in Ö/APA-Fotoservice/Hautzinger


Während ihres Besuchs in Österreich besuchte die EU-Kommissarin für Innovation und Jugend Mariya Gabriel gemeinsam mit Wissenschaftsminister Heinz Faßmann am 13. Februar 2020 das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) in Klosterneuburg. Im Austausch mit IST Austria-Präsident Thomas A. Henzinger wurde über die Bedeutung des European Research Councils (ERC) und dessen kompetitiver Forschungsförderung sowie die Rolle der Grundlagenforschung im Rahmenprogramm "Horizon Europe" diskutiert. Bei der Tour über das Campusgelände trafen die Gäste mit Bernd Bickel, Anna Kicheva und Christoph Lampert drei der insgesamt 36 ERC-Preisträger des IST Austria. Anschließend fand ein kurzer Besuch des ans IST Austria angrenzenden Technologieparks IST Park statt. 


"Unser ambitioniertes 'Horizon 2020'-Ziel von 1,5 Milliarden Euro ist in Griffweite", so Wissenschafts- und Forschungsminister Heinz Faßmann, der den Besuch für einen Blick auf die aktuellen Daten nutzte. "Forschende und Unternehmen in Österreich haben bereits 1,4 Milliarden Euro aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation 'Horizon 2020' eingeworben. Der Mehrwert der europäischen Forschungsförderung ist enorm und bringt für uns alle Fortschritte, zum Beispiel in den Bereichen Medizin und Energie", so Faßmann weiter. Der Minister unterstrich darüber hinaus den zentralen Beitrag von Forschung und Innovation zum Klimaschutz, der in der europäischen Forschungsförderung und dem "Green Deal" auch entsprechend abgebildet ist. Wie gut wir hier national auch im Bereich der Unternehmensforschung aufgestellt sind zeigen auch die Erfolgsquoten: heimische Unternehmen haben die höchste Erfolgsquote in der ganzen EU und Österreich liegt gesamt hinter Belgien an Platz zwei. Nun gelte es, sich gut für das Nachfolgeprogramm "Horizon Europe" zu rüsten, um weiterhin erfolgreich EU-Forschungsmittel einzuwerben.

 

EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend Mariya Gabriel ergänzte: "IST Austria ist ein Paradebeispiel für eine österreichische und europäische Erfolgsgeschichte im Forschungsbereich. Dahinter stehen engagierte Menschen und Teams, die etwas zu unser aller Wohl bewegen wollen. Wir sind 7 Prozent der Weltbevölkerung, aber wir sind für 20 Prozent der Innovationen und mehr als ein Drittel der Forschungspublikationen verantwortlich. Die EU-Forschungsförderung spielt eine entscheidende Rolle dabei, diese Position weiter auszubauen, und Österreich weiß seine Chancen zu nutzen: Die österreichische Beteiligung am laufenden Forschungsprogramm Horizont 2020 ist im Vergleich zum Vorgängerprogramm um 55 Prozent gestiegen. Nun geht es darum, auch für die Zukunft ausreichende Mittel sicherzustellen – zum Nutzen unserer Bürgerinnen und Bürger. Dabei zähle ich auf alle Mitgliedstaaten. Investitionen in die Forschung sind Investitionen in die Zukunft. Forschung ermöglicht es uns, Antworten auf Europas aktuelle Herausforderungen im Bereich Klimawandel, Digitalisierung und Demographie zu geben."

 

Exzellente Forschung in Österreich
Nach Programmen betrachtet schneiden die Forscherinnen und Forscher in Österreich insbesondere beim Europäischen Forschungsrat ERC (European Research Council) hervorragend ab und konnten bereits 266 Grants und rund 411 Millionen Euro einwerben. Zu den besonders erfolgreichen Einrichtungen zählt dabei das IST Austria mit 36 ERC-Preisträgern und Preisträgerinnen. Das IST Austria ist sogar an erster Stelle unter allen Europäischen Einrichtungen mit zumindest 30 ERC Grants.
 


EU-Forschungskommissarin Gabriel mit Forschungsminister Faßmann und IST Austria Präsident Henzinger.
Fotocredit: Vertretung der Europäischen Kommission in Ö/APA-Fotoservice/Hautzinger


"Grundlagenforschung ist ein globaler Wettbewerb. Europa braucht sich jedoch nicht zu verstecken. Wir freuen uns, dass IST Austria bereits nach so kurzer Zeit mitten in der Weltklasse angekommen ist", so IST Austria Präsident Thomas A. Henzinger.

 

Erfolgsquote Horizon 2020: Österreich auf Platz 2
Bei der Erfolgsquote (nach Beteiligungen im Rahmen von Horizon 2020) liegt Österreich auf Platz zwei und mit 18,2 Prozent deutlich über dem Durchschnitt aller Staaten (15,7 Prozent). "Das belegt eindrücklich die Forschungs- und Innovationsstärke in einem sehr kompetitiven Umfeld. Wir unterstützen die Forscherinnen und Forscher an den Hochschulen und in den Unternehmen dabei gezielt mit unserem umfassenden Info- und Serviceangebot", so Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Als Nationale Kontaktstelle (getragen und finanziert von mehreren Ministerien und der Wirtschaftskammer Österreich) laufen in der FFG auch die Vorbereitungen auf „Horizon Europe“ auf Hochtouren. So organisiert die FFG bspw. aktuell Mission Cafés, um sich gemeinsam mit sämtlichen Partnern und Stakeholdern auf die im nächstes EU-Forschungsrahmenprogramm vorgesehenen Missionen in zentralen Zukunftsbereichen vorzubereiten.

 

Österreich in „Horizon 2020“ – Eckdaten zur bisherigen Performance (Stand 2. Jänner 2020):

  • Im Bereich ICT (Informations- und Kommunikationstechnologien) gingen bisher 207 Millionen Euro nach Österreich, im Bereich Transport 155 Millionen Euro und im Bereich Energie 116 Millionen Euro.
  • Zudem wurde nun im Bereich Gesundheit die 100 Millionen Grenze (106 Millionen Euro) geknackt.
  • Starke Player bei den gesamt 3.455 Beteiligungen sind insbesondere die österreichischen Unternehmen (38 Prozent Anteil) und Hochschulen (28 Prozent Anteil).
  • Die heimischen Unternehmen sind Europameister in "Horizon 2020" weisen sie die höchste Erfolgsquote auf und haben in "Horizon 2020" bisher rund 483 Millionen Euro eingeworben.
  • Im KMU Instrument haben heimische KMU bisher rund 56 Millionen Euro lukriert.

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