Nachhaltigkeit in Forschung, Technologie, Entwicklung und Innovation

Die österreichische Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm 2020 ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Umsetzung von Nachhaltigkeit in allen Gesellschaftsbereichen verabschiedet. Unter dem Punkt Forschung und Entwicklung sind vor allem Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen, maßgebliche Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten, die Klimaneutralität, Ressourceneinsparung, Ressourceneffizienz sowie eine saubere, kreislauforientierte Wirtschaftsweise in Österreich, Europa und darüber hinaus anstrebt.

Nachhaltigkeit im Förderportfolio der FFG 

Seit Gründung der FFG 2004 wurde Nachhaltigkeit in themenoffenen und themenspezifischen nationalen Förderprogrammen mit zumeist konkreten ökologischen, sozialen oder ökonomischen Zielsetzungen mitbetrachtet. Österreichische Forscherinnen und Forscher weisen herausragende Nachhaltigkeits-Expertise auf und sind willkommene Forschungspartner auf europäischer und internationaler Ebene.

Auf globaler, europäischer und nationaler Ebene wird intensiv darüber diskutiert, wie sich verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Forschung und Entwicklung noch deutlicher an den Zielsetzungen von Nachhaltigkeit messen lässt. Es gilt zeitnahe Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu geben und mit Forschung, Technologie, Entwicklung und Innovation konkrete Lösungsansätze zu bieten.

Seit 2020 setzt die FFG die zielstrebige Implementierung weiterer Maßnahmen zur konsequenten Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen fort – dies sowohl gemeinsam mit den Eigentümerressorts, dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), als auch im Rahmen der erfolgreichen Kooperationen mit dem Klima- und Energiefonds, der Nationalstiftung FTE, der Europäischen Kommission und einzelnen Bundesländern.

 

Mit Herbst 2020 setzt das BMK über Förderungen der FFG ein Klimaschutz-Konjunkturpaket um.

 

Die Nachhaltigkeitsinitiativen – nationale, globale und europäische Dimension

Forschungsförderungen in der FFG müssen mit den nationalen Zielsetzungen und den beiden zugrundeliegenden Initiativen in Einklang stehen, den "17 Zielen für nachhaltige Entwicklung" (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen und den acht Aspekten des Grünen Deals der EU.

Mit dem Bekenntnis der österreichischen Bundesregierung: „Gemeinsam können wir das Ziel eines klimaneutralen Österreich bis spätestens 2040 erreichen und in Europa zum Vorreiter im Klimaschutz werden“ (aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020–2024, S. 102), wird den Themen Nachhaltigkeit und Klimaneutralität in Österreich im Regierungsprogramm 2020 hohe Priorität eingeräumt.

Die nationalen Zielsetzungen bauen auf der Agenda 2030 auf, in der 2015 von den Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beschlossen wurden, denen sich auch Österreich verpflichtet hat. Die für Österreich relevanten spezifisch und praktisch umsetzbaren Unterziele der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) sind auf der Website des Bundeskanzleramtes angeführt.

2019 hat die Europäische Kommission mit dem europäischen Grünen Deal eine Strategie veröffentlicht, die Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen soll. 

Weitere Nachhaltigkeitsdokumente und -strategien können ausschreibungsspezifisch von Relevanz sein. 


Nachhaltigkeit in den Auswahlverfahren der FFG – was bedeutet das für unsere Kundinnen und Kunden?

Die FFG achtet in ihren Auswahlverfahren grundsätzlich auf ökologische, soziale und ökonomische Effekte. Der Wandel in Richtung nachhaltige Wirtschaftsweise erfordert nun entsprechende Schwerpunkte in der Innovations- und Förderpolitik. Neben den traditionellen Zielen der Forschungs- und Innovationspolitik (z.B. technologische Entwicklung, Standortsicherung, Arbeitsplätze etc.) wird Nachhaltigkeit zu einem bestimmenden Faktor.

Nachhaltigkeit ist jedoch vielschichtig und komplex, und angesichts der globalen Herausforderungen lassen sich die Nachhaltigkeitsziele nur durch zusätzliche Anstrengungen und Maßnahmen erreichen.

Die FFG berücksichtigt daher seit 2020 sukzessive in den Förderformaten und Auswahlverfahren konkrete Fragen und Kriterien, die eine aktive Auseinandersetzung der Antragstellenden mit dem vielschichtigen Thema Nachhaltigkeit fordert. In mehreren Programmen werden eingereichte Projekte auch danach bewertet, wie sie sich auf die Erreichung ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeitsziele auswirken. Projekte mit einer deutlich positiven Wirkung haben eine höhere Chance auf Förderung. Dies betrifft in den themenoffenen Ausschreibungen unter anderem die Basisprogramme, COMET und Forschungspartnerschaften - Industrienahe Dissertationen; in themenspezifischen Ausschreibungen betrift es die Programme Kreislaufwirtschaft, Produktion der Zukunft, Energie der Zukunft, Mobilität der Zukunft, IKT der Zukunft, Take Off und KIRAS.

Damit unterstützt die FFG Unternehmen und die Gesellschaft beim Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Produktionsprozesse, innovativer Dienstleistungen und neuer Geschäftsmodelle, aber auch Schulungen und Maßnahmen zur Steigerung der Awareness können wesentlich dazu beitragen, Nachhaltigkeitsziele und deutliche Nachhaltigkeitseffekte zu erreichen. 

Nachhaltige Forschungsförderung unterstützt somit gesellschaftliche Adaptions-, Lern- und Entscheidungsprozesse, die für Wirtschaft und Wissenschaft wesentlich sind, um nachhaltige Prozesse anzustoßen und zu integrieren.
 


Ergänzende Informationen zu den SDGs

Die von den Vereinten Nationen 2015 veröffentlichten "17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung" (SDGs) legen klare Ziele und Prioritäten fest. In der FFG eingereichte Projekte werden dahingehend geprüft, inwieweit sie zur Erreichung einzelner oder mehrerer SDGs beitragen. Es ist uns wichtig, unsere Kundinnen und Kunden darüber zu informieren, was genau diese SDGs sind und wofür sie stehen.

Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs)
 

"Diese Grafik erläutert die Sustainable Development Goals, die unter dem Link im nächsten Satz näher erläutert werden."

Zu jedem Ziel wurden spezifische und praktisch umsetzbare Unterziele für Österreich formuliert.

Die SDGs eröffnen Unternehmen die Möglichkeit, Lösungen und Technologien zu entwickeln und umzusetzen, die die weltweit drängendsten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung behandeln. Die SDGs bilden einen gemeinsamen Rahmen für Prioritäten und Bestrebungen für nachhaltige Entwicklung und betonen vor allem die zentrale Rolle, die die Wirtschaft in diesem Zusammenhang spielen kann und muss (Quelle: SDG Compass).
 

Ergänzende Informationen zum europäischen Grünen Deal

Der europäische Grüne Deal ist „die neue Wachstumsstrategie, mit der die EU zu einer fairen und wohlhabenden Gesellschaft mit einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft werden soll, in der im Jahr 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden und das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt ist.“

Der Grüne Deal beinhaltet unterschiedliche Ziele und Initiativen, die in folgender Grafik dargestellt sind:
 

 

Die EU will bis 2050 klimaneutral sein. Die Europäische Kommission hat ein europäisches Klimaschutzgesetz vorgeschlagen, damit diese politische Verpflichtung rechtsverbindlich wird und in der Folge Investitionen auslöst.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind Maßnahmen in allen Sektoren unserer Wirtschaft erforderlich, z. B. die Dekarbonisierung des Energiesektors, Renovierung von Gebäuden, Unterstützung der Industrie bei Innovationen, umweltfreundlichere Mobilität.

Neue Technologien, nachhaltige Lösungen und bahnbrechende Innovationen sind für die Verwirklichung der Ziele des Grünen Deals von entscheidender Bedeutung. Diese Herausforderung überschreitet die Möglichkeiten einzelner Mitgliedsstaaten. Das Programm „Horizon Europe“ (HEU) wird in Synergie mit anderen EU-Programmen eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung nationaler öffentlicher und privater Investitionen spielen. Die Förderung von F&E bekommt durch den Grünen Deal eine klare Richtungsabhängigkeit ("Directionality").