Österreichische Ideen räumen bei der European Satellite Navigation Competition und beim Copernicus Masters gleich vier Preise ab

Grazer Start-up Liimtec ist Doppelsieger bei der European Satellite Navigation Competition; Patrick Wolowicz und Dirk Tiede mit seinem Team von Z_GIS gewinnen beim Copernicus Masters

Seit 2011 zeichnet der Copernicus Masters jährlich die besten Anwendungen für die innovative Nutzung von Erdbeobachtungsdaten aus. Die diesjährigen Anwendungsideen des Copernicus Masters gewähren einen hervorragenden Einblick in die nächste Generation von Erdbeobachtungsservices entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Aus mehr als 200 Einreichungen wurden die Sieger in den neun Wettbewerbskategorien gekürt. Zwei Preise gingen an österreichische Teilnehmer: In der ESA APP Challenge gewann Patrick Wolowicz von subzero.eu software und der Sieg in der T-Systems Big Data Challenge ging an Dirk Tiede und sein Team von Z_GIS in Salzburg. Das Siegerprojekt wurde von der FFG im Rahmen des österreichischen Weltraumprogramms ASAP gefördert.

Bereits zum 12.Mal wurden beim Ideenwettbewerb European Satellite Navigation Competition die kreativsten und innovativsten Anwendungsideen im Bereich Satellitennavigation ausgezeichnet. Das Grazer Forschungs-und Entwicklungs-Start-Up liimtec wurde unter mehr als 500 Einreichungen gleich zweifach ausgezeichnet. Zunächst gewann das Konzept des erst vor kurzem gegründeten Unternehmens unter allen österreichischen Einsendungen den „Austria Award“ und dann wurde es zusätzliche mit dem Spezialpreis „GNSS Living Lab“ von der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

Das Konzept des Unternehmens beinhaltet eine Lösung für die unzulängliche Versorgung mit Automatischen Externen Defibrillatoren. Diese sollten im Fall eines plötzlichen Herzversagens zur Verfügung stehen, kommen aber meist zu spät. Jährlich sterben weltweit so 8.000.000 Menschen an den Folgen eines plötzlichen Herzversagens. Das Konzept wurde vor allem für seinen Anschluss an demografische Entwicklungen gepriesen. Die Gesellschaft wird immer älter, und im höheren Alter sind wir immer gesünder. Die Risikogruppe der über 50-Jährigen ist dadurch wesentlich aktiver, was wiederum bewirkt, dass Herzversagen immer öfter außerhalb des Krankenhauses passieren. Eine ortsgebundene Lösung wie mit herkömmlichen AED’s wird dadurch nie wirklich in der Lage sein, im Ernstfall tatsächlich zu helfen.

Der zweite Platz des Österreich Wettbewerbs ging an Christian Pendl für die Einreichung “BiP-App“; Dritter wurde Andreas Auer mit “atracr – A tracker for bike, sports, business and personal use“. Christian Pendl ist sowie der Doppelpreisgewinner liimtec bereits als Start-up im Science Park Graz aufgenommen.

Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen der Satellite Masters Conference am 20. Oktober 2015 in Berlin statt. Insgesamt wurden Regional-, Spezial, Protypen-Preise sowie der Hauptpreis verliehen. Der diesjährige Preispool des ESNC hat einen Gesamtwert von ungefähr 1 Million Euro und umfasst neben Geldpreisen vor allem auch Gründungsunterstützung sowie Patent- und Marketingberatung.

Eigentümer Jasper Ettema ist überglücklich über seine Preise: „In diesem frühen Stadium für die Idee bereits ausgezeichnet zu werden, zeigt, dass wir auf jeden Fall am richtigen Weg sind.“ Zur Finanzierung der Idee wird liimtec auch bereits mit Förderungen des Austria Wirtschaftsservice (AWS) unterstützt: „Als Start-Up im Science Park Graz hatten wir viel Unterstützung bei der Suche nach Fördergebern. Dadurch können wir dieses Konzept nun auf Herz und Nieren prüfen, und werden im März nächsten Jahres einen Prototyp präsentieren können.“

Foto von der Award Ceremony © Anne Kreuz

Bei der Award Ceremony in Berlin von links: Bernhard Weber (Science Park Graz), Andrea Baraldi (Z_GIS), Dirk Tiede (Z_GIS), Patrick Wolowicz (subzero.eu software), Christian Pichler (bmvit), Jasper Ettema (liimtec), Christian Gaisbauer (bmvit), Elisabeth Fischer (FFG), Frank Salzgeber (ESA) (© Anne Kreuz)